30. September 2013
Gut gerüstet für den Winter

Gut gerüstet für den Winter

Diesmal kommen Sie gesund durch die kalte Jahreszeit: Hier verraten Experten der Pflanzenheilkunde, der fernöstlichen und der Schulmedizin die besten Tipps aus ihrer Praxis.

Paar macht Spaziergang
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Paar macht Spaziergang

Alle Jahre wieder rollt die typische Erkältungswelle heran. Die einen erwischt es immer, andere fast nie. Gute Gene oder reiner Zufall? Weder noch. Ob wir gesund bleiben, hängt davon ab, wie gut das Immunsystem gegen geballte Viren-Attacken gewappnet ist. Natürlich wird es das ganze Jahr über mit Erregern konfrontiert. Sie schweben in der Atemluft, sitzen nach dem Händeschütteln auf unserer Haut oder werden mit der Nahrung aufgenommen. Solange unsere Abwehr aber problemlos mit ihnen fertig wird, merken wir davon nichts.
In Herbst und Winter steigt das Risiko einer Ansteckung und Erkrankung, weil wir uns meist mit vielen Leuten in geschlossenen, geheizten Räumen aufhalten. Dann setzen sich Viren und Bakterien in den Schleimhäuten von Nase und Rachen fest und lösen dort Entzündungen aus. Typische Erkältungsymptome wie Schnupfen, Husten und Halsweh können Sie selbst behandeln, bei einer Grippe sollten Sie allerdings besser zum Arzt gehen. Eine starke Abwehr muss bei Bedarf genügend Immunzellen im Blut bereitstellen können. Das schafft sie nur dank einer gesunden Darmflora. Denn 70 Prozent unseres Immunsystems liegen im Darm: Dort sitzen seine wichtigsten Hilfstrupps – spezielle Bakterien. Gerät diese Mikrowelt aus dem Gleichgewicht, schwächt das die Abwehr. Nicht immer hängt es allein von uns ab, wie fit wir sind. Stress oder Kummer zum Beispiel machen uns anfälliger für Erkältungen (grippale Infekte). Deshalb geben unsere Experten nicht nur Tipps zum Vorbeugen, sondern auch für den Akutfall.

Erkältung oder Grippe?

Erkältung

Beginn: langsam

Symptome: Husten, Schnupfen, verstopfte Nase, Kopf-u und Halsschmerzen

Verlauf: Besserung nach ein paar Tagen, meist ist kein Arztbesuch nötig

Grippe

Beginn: plötzlich

Syptome: hohes Fieber, starkes Krankheitsgefühl, kein Appetit, Müdigkeit, Muskel- und Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, trockener Husten ohne Schleim

Verlauf: hefig, langwierig, wieder auf die Beine zu kommen fällt schwer, ein Arztbesuch ist sinnvoll

Irrtümer über Erkältungen

Antibiotika schlucken: Sinnlos, denn Antibiotika greifen die Zellwände an und Erkältungen werden durch Viren verursacht, die alle keine Zellwände haben. Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Infekten, z. B. einer Blasenenzündung.

Fußbad
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Fußbad: So kriegen Sie Ihre Füße warm >>

Kräftig schnäuzen: Der Druck bläst die Erreger bloß in die Nebenhöhlen, wo sie zu einer Entzündung führen können. Besser: Nase mit dem Taschentuch sanft ausdrücken und höchstens verstärkt ausatmen.

Tee mit Rum trinken: Ein kleiner Schuss Hochprozentiges schadet nicht. Generell aber gilt: Alkohol schwächt das Immunsystem und belastet die Leber noch zusätzlich.

Kälte ist schuld: Nur indirekt – bei frostigen Temperaturen ziehen sich die Blutgefäße in den „Außenbezirken“ des Körpers (Schleimhäute, Füße) zusammen. Dadurch zirkuliert dort weniger Blut, es sind weniger Killerzellen vor Ort, die Viren gleich erledigen könnten.

Grippe-Impfung hilft: Falsch. Die Erkältungsviren sind andere und mutieren zu schnell, um die Bildung eines Impfstoffes zu ermöglichen.

Holunder
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Holunder

Athroposophische Medizin

Das Heilprinzip

„Wir betrachten den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele“, erklärt Dr. Sabine Schäfer, Anthroposophische Ärztin im Gesundheitszentrum Mar- bachshöhe in Kassel. „Der gesunde Mensch lebt in einem stabilen inneren Gleichgewicht. Er verfügt über ein intaktes Immunsysten, das ihn vor Krankheiten schützt.“ In der kalten Jahreszeit jedoch greifen Viren und Bakterien verstärkt an. Deshalb braucht die Abwehr zusätzlichen Schutz.

Äpfel
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Apfelrezepte: Äpfel sind gesund und stärken unser Abwehrsystem. Noch dazu lääst er sich zu vielen tollen Gerichten verarbeiten:  ApfelpfannkuchenApfel-Zitronen-Tartesgebratener Rotbarsch auf Apfel-Möhren-Püree

Zum Vorbeugen

„Stellen Sie zum Herbst Ihre Ernährung um“, rät Dr. Schäfer. „Essen Sie weniger Kohlenhydrate. Zu viel Zucker verursacht Entzündungen im Darm, die das Immunsystem schwächen.“ Abwehrstärkend wirkt auch eine 4-Wochen-Kur mit dunklem Saft, z. B. Holunder. Trinken Sie täglich 1 Glas, am besten heiß.

Hier findet Ihr noch mehr gesunde Holunderblüten-Rezepte >>

„Äpfel unterstützen ebenfalls die Abwehr, und Herbstzeit ist Äpfelzeit. Essen Sie sie warm als Kompott. Unbedingt Schale und Kerngehäuse mitkochen, weil darin wertvolle Heilsubstanzen sitzen.“ Obwohl Fett heute ein mieses Image hat: Wer fröstelt, sollte mehr Fett essen, rät Dr. Schäfer. „Frösteln ist ein Zeichen einer Störung.“ Auf Qualität achten, z. B. Biomilchprodukte wählen. Sie enthalten viele ungesättigte Fettsäuren.

Das hilft im Akutfall

Kündigt sich eine Erkältung an, reagiert der Körper oft mit Fieber. Unterdrücken Sie es nicht gleich! „Erst ab 39 Grad sterben die Erkältungsviren ab“, erklärt Dr. Schäfer. Wichtig ist Bettruhe, um den Körper zusätzlich zu entlasten.

Gliederschmerzen: Treten Sie bei einem grippalen Infekt auf, hilft ein warmes Bad.

Schnupfen: Probieren Sie mal eine Auflage mit Meerrettich. Dazu Kosmetikpads mit Sahne- Meerrettich bestreichen, neben die Nasenflügel und über der Nasenwurzel auflegen. 2-mal am Tag, je 5 Minuten.

Halsweh: Gurgeln mit Propolis-Tinktur. Auch das homöopathische Mittel „Apis-Bella- donna cum Mercurio“ lindert zuverlässig: alle 2 Stunden 10 Globuli (beides in der Apotheke erhältlich).

Heiserkeit: Sie lässt sich mit „Anis-Pyritt“-Tabletten vertreiben (Apotheke). Erwachsene nehmen alle 2 Stunden eine Tablette. Unbedingt die Stimme schonen, nicht flüstern!

Husten: warme Brustwickel mit Lavendelöl. Zusätzlich „Plantago Hustensaft“ (Apotheke). Und heiße Zitrone mit Honig trinken (wirkt auch gegen Halsweh). Geht die Erkältung mit Migräne einher, greifen Sie zu dem Mittel „Kephalodoron“.

Gelbwurzpulver
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Gelbwurzpulver

Ayurvedische Medizin

Das Heilprinzip

„Ursprünglich stammt diese ganzheitliche Heilmethode aus Indien. Der Name setzt sich aus ,ayus‘ = Leben und ,veda‘ = Weisheit zusammen“, erläutert Dr. Karin Pirc, Leiterin des Maharishi Ayurveda Gesundheitszentrum Bad Ems. Ayurveda ist die Kunst, gesund zu leben und sanft zu heilen. Jeder Mensch ist dafür mitverantwortlich, z. B. durch die richtige Ernährung. „Das Maharishi Ayurveda geht davon aus, dass sich Viren und Bakterien im Körper nur vermehren können, wenn ,Ama‘ den Körper überlastet – damit sind körpereigene Stoffwechselrückstände und Umweltgifte wie z. B. Lebensmittelzusatzstoffe gemeint.“

Zum Vorbeugen

Um Erkältungen vorzubeugen, kommt es im Winterhalbjahr besonders auf die Ernährung an. Das heißt: „Möglichst viel frisch gekochtes Gemüse und Getreide essen sowie sonnengereiftes Obst“, rät Dr. Pirc. „Und weniger Sauermilchprodukte wie Käse, Joghurt und Quark, vor allem abends nicht. Diese Lebensmittel bilden Eiweißablagerungen und produzieren viel Schleim - ein idealer Nährboden für Krankheitserreger.“ Aber essen Sie nur, wenn Sie Hunger haben, und beachten Sie den Sättigungspunkt. Keine Zwischenmahlzeiten. „So wird alles optimal verdaut, es entsteht kein Ama.“

  So geht’s: gereiftes Sesamöl herstellen 200 ml Sesamöl (Reformhaus) in einen Topf gießen, 2 Tropfen Wasser dazugeben und alles erhitzen, bis das Wasser hörbar verdampft. Jetzt dringt das abgekühlte Öl besser in die Haut ein. 

Das hilft im Akutfall

Grundsätzlich: „Tagsüber möglichst viel Wasser trinken, das 10 Minuten abgekocht wurde. Es unterstützt die Ausleitung von Ama“, so Dr. Pirc.

Schnupfen: Stündlich gereiftes Sesamöl in die Nase träufeln. So können sich die Erreger nicht vermehren. 2 Tage nur Obst und Gemüse essen. Gemüse fettfrei dünsten und scharf würzen, z. B. mit Senfsamen oder Ingwer. Tagsüber Ingwer-Tee trinken: 7 Scheiben Ingwer mit 0,5 l kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Ingwer wirkt antientzündlich. Zusätzlich das ayurvedische Präparat MA 687 (in der Apotheke erhältlich) einnehmen, 3-mal 2 Tabletten am Tag.

Husten: Ernährung wie bereits oben beschrieben. Zusätzlich gereiftes Sesamöl mit Meersalz mischen und auf den Brustkorb auftragen. Ayurveda - Präparat: MA 357 (in der Apotheke erhältlich), 3-mal am Tag 1 EL.

Heiserkeit: Gurgeln mit Gelbwurzwasser. Dafür eine Tasse abgekochtes Wasser mit 1 TL Gelbwurzpulver verrühren.

Gliederschmerzen: 1 EL Basmatireis in 200 ml Wasser sämig kochen, mit Ingwer und Gelbwurz abschmecken. Ayurveda-Präparat MA 1404 (in der Apotheke erhältlich), 3-mal täglich 1 Tablette.

Traditionelle chinesische Medizin (TCM)

Das Heilprinzip

„Die chinesische Medizin kennt keine Trennung zwischen Körper und Geist, sondern ist ganzheitlich ausgerichtet“, erklärt Dr. Li Wu, TCM-Arzt in München. „Für Gesundheit sorgt der gleichmäßige Fluss der Lebensenergie Qi. Wird er blockiert, werden wir krank.“

Zum Vorbeugen

In der TCM geht es vor allem um das Vermeiden von Krankheiten. Eine Erkältung wird meist durch Viren verursacht, die die Abwehr überwinden. „Deshalb sind zwei Dinge wichtig: schnelles Ausscheiden der Erreger über Darm und Nieren sowie Unterstützung des Immunsystems durch die Ernährung“, erklärt Dr. Li Wu. Das heißt: Täglich viel Vitamin C über Obst und Paprika zu sich nehmen. Außerdem Bitterstoffe. Sie stecken z. B. in Chicoree, Feldsalat oder Rucola und regen die Verdauung an – so werden Erreger schneller ausgeschieden.

Zur Vorbeugung gehören auch rhythmische Sportarten wie Yoga oder Qigong. 20 Minuten am Tag reichen. Die fließenden Bewegungen aktivieren den Hormonhaushalt und regen die Bildung von speziellen Antikörpern im Blut an, die Viren angreifen und vernichten. Achten Sie in der Erkältungszeit auch auf genügend Schlaf: „Fünf Stunden lindern nur die Müdigkeit. Etwa acht Stunden braucht der Körper im Winter, um reichlich Serotonin zu bilden – einen Botenstoff, der gute Laune macht. Auch das schützt vor Erkältung.“

Das hilft im Akutfall

Alle Vorbeuge-Tipps gelten auch während eines grippalen Infekts. Nehmen Sie außerdem täglich Ballaststoffe zu sich (z. B. Vollkornprodukte), um die Verdauung anzuregen. Ein Kräutertee beschleunigt den Abtransport der Viren. Rezept (alle Kräuter aus der Apotheke): 10 g Chinesische Rhabarberwurzel, 1 g Sennesblätter, 8 g Schlangenbart- wurzel, 10 g Shen Qu (fermentierte Kräutermischung) nach Vorschrift zubereiten. 2-mal täglich je 250 ml trinken.

Schnupfen: Inhalieren mit Kräuterzusätzen wie Kamille oder Eibisch. Nasenspülungen mit einer Kochsalzlösung (fertig in Apotheken erhältlich).

chinesischen Tee kochen

So geht’s: Kräuter ca. 10 Minuten in 1,5 Liter Wasser aufkochen, dann 15 Minuten köcheln lassen, vom Herd nehmen. Im Kühlschrank aufbewahren. Vor dem Trinken wieder erwärmen.

Husten: Tee „Rauer Sturm“. Rezept: 6 g Ural-Süßholzwurzel, 6 g Schlangenbartwurzel,
2 g Holzschmetterlingssamen,5 g Zhe Bei Mu, 3 g Stemona Wurzel, 3 g Ballonblumenwurzel. 2-mal täglich 1 Tasse.

Halsweh: Tee „Krächzender Rabe“. Rezept: 6 g Schlangen- bartwurzel, 6 g Geißblattblüten und 6 g Leopardenblumen- Wurzelstock. 2-mal täglich 1 Tasse.

Naturheilkunde

Das Heilprinzip

Die meisten Fachärzte für Naturheilkunde und Heilpraktiker arbeiten mit einem Mix aus Pflanzen- und manuellen Therapien. Maria Lohmann, Heilpraktikerin in München, sagt: „Fast immer reicht eine Behandlung mit natürlichen Mitteln aus, um den Infekt rasch zu besiegen.“

Zum Vorbeugen

„Ein gesunder Lebensstil ist die halbe Miete“, sagt Maria Lohmann. Also wenig Nikotin und Alkohol, eine ausgewogene Mischkost, täglich Bewegung und 7 bis 8 Stunden Schlaf. Kündigt sich eine Erkältung an, empfiehlt Maria

Fußbad
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Fußbad: So kriegen Sie Ihre Füße warm >>

Lohmann einen feurigen Gewürztrunk. Rezept: 1 TL frisch geriebenen Ingwer mit 1 Tasse Wasser aufkochen und 5 Minuten köcheln lassen. Eine kräftige Prise Zimt dazugeben, um die Wirkung zu verstärken. Abkühlen lassen, dann einen Spritzer Zitrone zugeben und mit Honig süßen. Drei Tassen über den Tag verteilt trinken, die letzte vor dem Schlafengehen. So schwitzen Sie nachts die Erreger aus, am nächsten Morgen ist die Erkältung weg. Diesen Effekt erzielt oft auch ein ansteigendes Fußbad, denn zwischen Füßen und Nasen-Rachen-Raum besteht eine reflektorische Verbindung: Bei schön warmen Füßen wird die Durchblutung in Nase und Mund angeregt. Über deren Schleimhäute dringen die meisten Erkältungsviren in den Körper ein. Die verbesserte Durchblutung spült also mehr Abwehrzellen dorthin, wo sie gebraucht werden. Rezept: Schüssel mit 35 Grad warmem Wasser füllen, langsam heißes Wasser nachgießen, bis 40 Grad erreicht sind. Das Bad nach 10 Minuten beenden, die Füße abtrocknen, dicke Socken überziehen. Auch prima, wenn Sie nach einem Spaziergang durchgefroren nach Hause kommen.

Das hilft im Akutfall

Faustregel: nicht abwarten, sondern gleich aktiv werden.

Halsweh: „Gurgeln Sie mehrmals am Tag mit schwarzem Johannisbeersaft. Den dürfen Sie danach runterschlucken“, so die Heilpraktikerin. Der Saft enthält viele sekundäre Pflanzenstoffe, die antiviral wirken.

Husten: Bei festsitzendem Schleim hilft das Inhalieren mit Meersalz. Dazu 1 EL Meersalz in 1 Liter heißem Wasser lösen und den Dampf 10 Minuten einatmen. Zur Unterstützung tagsüber eine Duftlampe mit Meersalz und Wasser füllen.

Schnupfen: Bei gelblichem Sekret sind Schüssler Salze eine gute Wahl. „Vor allem das Salz Nr. 4, Kalium chloratum. Jede halbe Stunde zwei Tabletten nehmen, bis eine Besserung eintritt“, rät Maria Lohmann.

Gliederschmerzen: Dann ist die „Heiße 3“ Trumpf: 10 Tabletten von Salz Nr. 3 Ferrum phosphoricum in abgekochtem heißen Wasser auflösen und schluckweise trinken. Oft reicht die einmalige Gabe.

Schlafstörung: „Während einer Erkältung schlafen viele Patienten schlecht“, sagt Maria Lohmann. „Da wirkt ein Senf- Fußbad Wunder: 1 EL Senfmehl (in der Drogerie erhältlich) in 2 Liter warmes Wasser streuen, Füße 10 Minuten darin baden, abtrocknen und sofort ins Bett.“

Schulmedizin

Das Heilprinzip

Im Gegensatz zur ganzheitlichen fernöstlichen Medizin fokussiert sich die Schulmedizin auf die Symptome einzelner Krankheiten. Es geht also nicht vorrangig um das Vermeiden von Krankheiten, sondern um deren Heilung. Dr. Herbert Plum, Arzt für Allgemein- und Sportmedizin in Rosbach(bei Frankfurt/M.) gibt deshalb vor allem Tipps, wie Sie eine Erkältung schnell loswerden.

Hühnersuppe: Mythos oder Wahrheit?

Oma hatte recht: Hühnersuppe lindert grippale Infekte. Die heilsame Wirkung wird erstens bestimmten Eiweißstoffen zugeschrieben, die ent- zündungshemmend wirken. Zweitens dem Mineralstoff Zink, der die Abwehr aktiviert. Wichtig: Die Suppe aus einem frischen Huhn kochen. Nach Belieben Gemüse dazugeben.

„Die wichtigste Regel überhaupt: möglichst oft die Hände waschen“, stellt der Mediziner klar. „Eine Haushaltsseife reicht dafür völlig aus.“ Sport empfiehlt er mit einer gewissen Einschränkung. „Für mich ist Joggen die beste Vorbeugung gegen Erkältung“, sagt Dr. Plum. „Das klappt allerdings nur, wenn Sie das ganze Jahr über den Rhythmus beibehalten. Wer regelmäßig läuft, sollte auch im Herbst und Winter starten. Sogar bei einer leichten Erkältung – wenn kein Fieber dazukommt. Nur so wird das Immunsystem dauerhaft aktiviert. Ich komme damit seit 30 Jahren erkältungsfrei über die Runden.“ Aber steigen Sie nicht erst in der kalten Jahreszeit ein: Viele Anfänger begehen den Fehler, sich zu sehr zu verausgaben – und erreichen genau das Gegenteil: Es kommt zum „Open-Window-Phänomen“. Nach dem Sport sinkt die Zahl der Abwehrzellen für mehrere Stunden unter das Ausgangsniveau. In dieser Zeit haben Viren und Bakterien leichtes Spiel, passieren ungehindert die ermattete Abwehr.

Das hilft im Akutfall

Die ersten Symptome: Beim ersten Kratzen im Hals empfiehlt Dr. Plum Zink-Tabletten. Eine halbe Stunde vordem Essen, ca. 20 mg täglich.

Halsschmerzen: Setzen Sie auf ein bewährtes Hausmittel, den kühlen Wickel mit fettem Quark. Die Kompresse für ca. 30 Minuten auflegen. Kindern ist ein Eis lieber. Bei vereiterten Mandeln, also einer bakteriellen Entzündung, geht es nicht ohne Antibiotika.

Heiserkeit: Probieren Sie den Geheimtipp von Sängern aus: Laryngsan (in der Apotheke erhältlich). Und auf keinen Fall flüstern!

Husten: In den ersten Tagen beschert ein Hustenstiller, z. B. Silomat, Reizhusten-Geplagten ruhige Nächte. Hat sich nach
einigen Tagen Schleim gebildet, auf einen Hustenlöser umsteigen, z. B. Mucosolvan.

Fieber & Co.: Kommen zur Erkältung leichtes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen hinzu, rät Dr. Plum zu einem Kombipräparat mit Paracetamol, Vitamin C, Chlorphenamin und Koffein (z. B. „Grippostad C“).

Schüßler Salze
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Schüßler Salze

Homöopathie

Das Heilprinzip

Vor rund 200 Jahren entwickelte der deutsche Arzt Samuel Hahnemann eine ganzheitliche, sanfte und sichere Medizin - die Homöopathie. Die Idee: Gezielte Reize regen die Selbstheilungskräfte des Körpers an und unterstützen sie. So lassen sich viele Beschwerden und Krankheiten homöopathisch gut behandeln, z. B. Erkältungen. Dr. Anja Maria Engelsing, Fachärztin für Frauenheilkunde und Homöopathiein Bad Feilnbach, hat die besten Mittel für Sie zusammengestellt.

Zum Vorbeugen

Nicht mit der Grippe-Impfung verwechseln: das Impfen mit eigenen Bakterien, eine sogenannte Autovaccine. Sie werden z. B. aus dem entzündeten Hals entnommen, im Labor bearbeitet und dann dem Patienten wieder gespritzt. Das soll gegen häufig wiederkehrende Infekte helfen. Ausführliche Infos unter www.mikrooek.de.

Das hilft im Akutfall

Beobachten Sie Ihre Symptome und wählen Sie dann das Mittel, das zu dieser Beschreibung passt. Homöopathische Arzneien bekommen Sie in jeder Apotheke.

Husten: stoßartig und trocken; die Haut fühlt sich feucht an, die Pupillen sind geweitet. Passendes Mittel: Belladonna. Kitzelnder Husten, der sich beim Reden oder in kalter Luft verschlimmert. Passendes Mittel: Rumex. Husten durch Kehlkopfreizung; wird im Liegen schlimmer, ein Hustenanfall kann bis zum Erbrechen führen. Passendes Mittel: Drosera.

Schnupfen: Die Augen tränen, die Nase ist verstopft, das Sekret scharf. Passendes Mittel: Allium cepa. Starke Niesattacken, wässriges Sekret, Kälte verschlimmert die Beschwerden. Passendes Mittel: Sabadilla. Infekt verlagert sich zum Hals hin, gelbliches Sekret, es bilden sich Borken. Passendes Mittel: Sticta.

Heiserkeit: Sie tritt plötzlich auf, der Hals ist rau. Passendes Mittel: Aconicum. Zusätzlich brennende Schmerzen, die beim Schlucken schlimmer werden. Passendes Mittel: Capsicum. Morgens ist die Heiserkeit besonders schlimm, der Kranke möchte sich ständig räuspern. Passendes Mittel: Thuja occidentalis.

Halsweh: Die Schmerzen ziehen bis zu den Ohren hinauf, sie werden bei kalten Getränken besser. Passendes Mittel: Apis.Die Halsentzündung beginnt meist links,die Schmerzen werden beim Schlucken schlimmer, auch nachts bei trockenem Hals. Passendes Mittel: Lachesis.

DOSIERUNG: stündlich 5 Globuli in der Potenz D6. Bei Besserung auf 3– bis 4-mal am Tag reduzieren.

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