10. Oktober 2012
Gesund durch die Erkältungszeit

Gesund durch die Erkältungszeit

Es schneit, es regnet und es ist kalt. Ganz klar: Wir stecken mitten in der Erkältungszeit. Unsere Gesundheits-Tipps verraten Ihnen, wie Sie fit und gesund bleiben.

Kälte, Gesundheit
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Kälte, Gesundheit

Die Kollegin hustet, der Nachbar in der Bahn niest vor sich hin - im Augenblick lauern überall fiese Erkältungsviren. Um unser Immunsystem zu stärken, müssen wir unseren Körper rechtzeitig auf Trab bringen.

Helferzellen aktivieren

70 Prozent aller Abwehrzellen des Körpers befinden sich im Darm. Darum stärkt alles, was dem Darm gut tut, automatisch auch unsere Abwehrkräfte. Die wichtigste Maßnahme dafür: eine ausgewogene Ernährung. Jede Mangelernährung setzt dem Abwehrsystem zu. Denn es bekommt erst seine Ration, wenn Gehirn, Nervensystem und andere wichtige Organe versorgt sind. Eine ausgewogene und vielseitige Ernährung ist daher Grundvoraussetzung.

Erkältungshelfer Ingwer

Durch Ingwer wird die Darmflora positiv unterstützt. Der Verdauungsprozess wird beschleunigt und dem Magen- und Darmtrakt wird die Arbeit erleichtert.

Besonders wichtig ist auch die körperliche Bewegung. Besonders trainiert werden, sollte dabei die Ausdauer durch Walking, Radfahren oder Schwimmen. Übertreiben sollte man es aber lieber nicht, 30 Minuten wöchentlich reichen schon. Passen Sie außerdem auf, dass Sie nicht nass geschwitzt im kalten Wind stehen. Das greift unsere Abwehr massiv an, anstatt sie zu stärken. Des Weiteren hilft es, für positive Gedanken zu sorgen. Ein Gefühl der Geborgenheit sowie ein ausgeglichenes Gefühlsleben stabilisieren tatsächlich auch das Immunsystem. Meditation, autogenes Training und Yoga können die Zahl der Antikörper erheblich steigern.

Ansteckungsgefahr mindern

Erkältungsviren verbreiten sich über die Tröpfchen-Infektion und sind an Türklinken, Computertastaturen oder ähnlichen Gegenständen zu finden. Dadurch ist das Risiko einer Ansteckung groß und umso wichtiger, sich in der Erkältungszeit öfter am Tag die Hände zu waschen. Wer ganz gründlich sein will, zieht in Bus- und U-Bahnen ein dünnes Halstuch vor den Mund. Außerdem wissen viele nicht, dass die Papiertaschentücher, die wir gerade bei einer Erkältung oft benutzen, hoch ansteckend sind. Gerade, wenn wir sie öfter als einmal benutzen, kommen wir immer wieder mit den zahlreichen Viren in Berührung, die an ihnen haften. Gebrauchte Taschentücher also immer sofort entsorgen!

Gut zu wissen ist auch, dass unsere Abwehrzellen besonders effektiv arbeiten, wenn der Körper gut durchblutet ist. Dafür müssen wir im Winter unsere Hände und Füße warm halten, da diese am ehesten frieren und die

Fußbad
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Fußbad: So kriegen Sie Ihre Füße warm >>

Durchblutung zum Stocken bringen. Im Winter sind die Heizungen voll aufgedreht und der Raum verliert an Luftfeuchtigkeit. Durch trockene Luft können die Nasen- und Atemswegsschleimhäute leichter angegriffen werden. Ein besonderer Trick dagegen: Wasserschalen und feuchte Tücher auf die Heizkörper legen. Um die Durchblutung besser zu regulieren und vermehrt Antikörper zu produzieren hilft es, am besten täglich im Wechsel heiß und kalt zu duschen.

Und wenn es einen dann wirklich erwischt hat und die Erkältung nicht mehr zu umgehen ist: besser ein paar Tage zuhause bleiben und auskurieren! Denn am Ende hilft es niemanden, wenn man sich ins Büro schleppt und die Kollegen ansteckt.

Hier finden Sie Rezepte für Fußbäder gegen Erkältungen.

Frau niest
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Frau niest

Mit Haushaltsmitteln natürlich gesund werden

In dieser Jahreszeit passiert es immer öfter: Wir bekommen eine Erkältung. Da hilft es dann nur, die Erkältung abzuwarten und sich auszuruhen. Die wirkliche Heilung schafft nur unser Immunsystem, aber mit bestimmten Haushaltsmitteln können wir auf natürlichem Wege ein bisschen nachhelfen.

Bei ersten Anzeichen

Wenn es mit der Erkältung losgeht, hilft warmer Ingwertee gegen die ersten Beschwerden. Die Schärfe des Ingwers stärkt die Durchblutung der Nasenschleimhäute und aktiviert unsere körpereigenen Wärmerezeptoren. So können Krankheitskeime schneller beseitigt werden und die Erkrankung schon in der Anfangsphase gestoppt werden. Zudem wirkt Ingwer entspannend und ist ein guter Helfer gegen typische Gliederschmerzen.

Auch fühlen wir uns anfangs oft leicht abgeschlagen. Helfen können wir unserem angegriffenen Immunsystem mit Vitamin C, das in Lebensmittelen wie Paprika und Zitrone steckt.

Die Nase frei bekommen

Zu Beginn einer Erkältung meldet sich meist eine verstopfte oder triefende Nase. Das ist nicht mehr als ein Abwehrversuch unseres Körpers. Durch Ausschnupfen wird versucht die Eindringlinge, also die Erkältungsviren, loszuwerden. Um die Nase auf natürlichem Weg frei zubekommen, gibt es nur einen leicht unangenehmen Weg: die Nase mit einer isotonischen Salzlösung spülen.

Hausmittel gegen Halsschmerzen

Ein fester Bestandteil einer Erkältung sind meist Halsschmerzen. Sie leiten die Erkältung ein und sind Vorboten des hartnäckigen Hustens. Die Krankheitskeime greifen den Hals an und können zu Kratzen, Schmerzen und Schluckbeschwerden führen. Heiserkeit tritt dann auf, wenn der Kehlkopf und die Stimmbänder entzündet sind.

Das beste Mittel gegen Halsschmerzen ist der Salbeitee, da die Öle des Salbeis die Entzündungen im Hals lindern. Auch Quarkwickel lassen durch ihre kühlende Wirkung die Entzündung schneller abschwellen. Dafür wird der Quark vorsichtig auf Zimmertemperatur erwärmt und dick auf ein Baumwoll-Küchentuch gestrichen. Das Tuch wird nun so zu einem Schal gefaltet, dass zwischen Hals und Quark eine Lage Stoff liegt. Über den Quarkwickel bestenfalls einen warmen, dicken Schal legen und den Wickel circa eine Stunde tragen. Diese Anwendung ist echter Balsam für die wunde Kehle.

Thermometer
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Noch mehr Hausmittel gegen Fieber finden Sie in unserer Rubrik "Selbstmedikation".

Senkung des Fiebers

Die Reaktion des Körpers auf das Eindringen von Krankheitserregern zeigt sich auch durch Gliederschmerzen und Fieber. Sie sind nicht, wie oft gedacht, Ursache einer Krankheit, sondern bekämpfen die Eindringlinge und sind Ausdruck der Immunabwehr. Um Fieber entgegen zu wirken, hilft es viel zu trinken, am besten drei Liter Wasser, Tee oder ungesüßte Fruchtsäfte über den Tag verteilt. Hilfreich ist auch am Anfang einer Erkältung zu schwitzen und ein warmes Bad zu nehmen. Das sollte jedochh nur bei leichtem Fieber bis 38,5 Grad Celsius gemacht werden.
Auch greifen wir gerne zu alten Haushaltsmitteln von Oma. Die Wadenwickel sind schon lange bekannt dafür, Fieber zu lindern. Dafür wird ein großes Badetuch unter die Beine gewickelt und jede Wade in kleinere, mit kaltem Wasser getränkte Handtücher gelegt. Darüber kommen trockene Tücher und eine gemütliche Wolldecke. Dieser Vorgang wird zwei bis drei mal alle zehn Minuten wiederholt. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass Wadenwickel nur durchgeführt werden dürfen, wenn das Fieber nicht mehr weiter ansteigt.

Den Husten mindern

Husten tritt meist in zwei aufeinander folgenden Ausprägungen auf. Zuerst äußert er sich sehr trocken und schmerzhaft. Dieser Reizhusten ist ein Warnsignal, da die Erreger die Schleimhaut angreifen. Nach und nach wird Schleim produziert und der Husten wirkt produktiv gegen die Erreger. Husten kann man besonders gut mit Kräutern lindern, die die Schleimhäute wie einen schützenden Film bedecken. Malvenblüten- oder Spitzwegerich-Tee sind für den Heilungsprozess besonders wirkungsvoll. Auch das Einreiben der Brust mit Minz-Öl helfen, die Atemwege zu befreien und den Husten zu lindern.

Husten
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Noch mehr Hausmittel und rezeptfreie Medikamente gegen Husten finden Sie in unserer Rubrik "Selbstmedikation".

Kaffee mit einem Schuss Zitronensaft ist ein kleines Wundermittel gegen pochende Kopfschmerzen. Geschmacklich ist das leider kein Hochgenuss, aber die Kombination aus Vitamin C und Koffein findet sich auch in mehreren Schmerzmitteln und hat sich als Waffe gegen den Schmerz bewährt. Hinterher sollte bestenfalls ein Glas stilles Wasser getrunken und sich eine halbe Stunde hingelegt werden.

Ohrenschmerzen natürlich lindern

Damit Ohrschmerzen bei einer Erkältung nicht zu einer Mittelohrentzündung werden, kann ein Zwiebelpäckchen das Schlimmste verhindern. Dafür werden ein bis zwei Zwiebeln klein gewürfelt und in ein sauberes Baumwolltaschentuch gewickelt. Auf das Ohr gelegt und mit einer Mütze abgedeckt, ziehen die Zwiebeln die Entzündung aus dem Körper.

Die Abwehr allgemein unterstützen

Die oberste Regel lautet immer: ab ins Bett und ausruhen! Das stärkt die Immunabwehr. Während einer Erkältung schüttet der Körper Stoffe aus, die uns müde machen. Darauf sollten wir unbedingt hören und uns im wahrsten Sinne des Wortes gesund schlafen.

Unterschied zwischen Grippe und Erkältung

Ob richtige Grippe oder bloße Erkältung, beide werden von Viren ausgelöst. Eine echte Grippe entsteht durch Influenza-Viren und hält bis zu zwei bis drei Wochen an. Eine einfache Erkältung dagegen bleibt nur für ein paar Tage und greift den Körper lange nicht so stark an wie die Grippe. Von den Erregern einer Erkältung kennt man heutzutage schon 200 verschiedene und es kommen jedes Jahr neue dazu. Die Viren setzen sich auf die Schleimhäute und dringen in unsere Zellen ein. So kündigt sich eine Erkältung schleichend mit triefender Nase und Halsschmerzen an, man fühlt sich unwohl und hat trotzdem nur geringes oder gar kein Fieber. Trotzdem sollte man sofort auf diese Warnzeichen hören, um so schnell wie möglich wieder fit zu sein.

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