Abhängigkeit Süchtig nach Nasenspray – so gelingt die Entwöhnung

Bei einer Erkältung oder Grippe erleichtert uns ein gutes Nasenspray das Atmen. Allerdings sollten die Sprays mit Bedacht und nur maximal eine Woche angewendet werden, da es Nebenwirkungen mit sich bringt und sogar abhängig machen kann. Doch was hilft gegen Nasenspray-Sucht?

Nasenspray

Verwenden wir bei einer Erkältung oder Grippe Nasenspray, ziehen sich die feinen Blutgefäße der Nase zusammen, sodass das Gewebe abschwillt. Das Nase-frei-Gefühl entsteht, wir können besser atmen und auch der allgemeine Zustand verbessert sich. Doch dieser Effekt bringt auch Nebenwirkungen mit sich, welche im schlimmsten Fall dazu führen, dass das Nasenspray der tägliche Begleiter wird, weil es ohne nicht mehr geht. 

 

Wann spricht man von Nasenspray-Sucht?

In der Packungsbeilage des Nasensprays steht, dass Nasenspray nur maximal eine Woche angewendet werden sollte. Der Grund dafür sind die Wirkstoffe Oxymetazolin und Xylometazolin, welche eigentlich dafür sorgen, dass die Nase frei ist. Bei zu langer Nasensprayanwendung gewöhnt sich die Nase spürbar an die Wirkstoffe. Ein Gefühl einer verstopften Nase entsteht, da die Schleimhaut nicht mehr ausreichend durchblutet wird und nicht mehr genug Sauerstoff ins Blut gelangt. Die Folge ist, dass das Spray nun noch öfter zum Einsatz kommt. Ein Teufelskreis beginnt.
 

Die Folgen der Nasenspray-Sucht

Eine besonders unangenehme Folge einer Nasenspray-Sucht ist die Stinknase. Diese entsteht, wenn sich die Nasenschleimhaut zurückbildet und sich Bakterien in der Nase ansiedeln. Dadurch fängt die Nase an zu riechen. Für Betroffene ist dieser Geruch kaum wahrnehmbar, für die Mitmenschen hingegen umso deutlicher: Ein süßlicher über fauliger bis aasähnlicher Geruch wird wahrgenommen. Doch nicht nur der unangenehme Geruch macht sich breit. Die Nasenschleimhaut ist trocken, es bilden sich vermehrt Krusten und Borken (Popel), es kommt häufiger zu Nasenbluten und der Geschmacks- bzw. Geruchssinn sind eingeschränkt. 
Eine Stinknase ist tatsächlich nicht vollständig heilbar. Dennoch gibt es Methoden, die Beschwerden bestmöglich zu lindern:
  • Nasenöle mit Hyaluronsäure und Dexpanthenol
  • Meersalzsprays, Inhalation und Nasenduschen
  • Spezielle Nasencremes
  • Zwei bis drei Liter täglich trinken
  • trockene Raumluft vermeiden
  • Vitamine A und E, Zink

Nasenspray-Entwöhnung: So geht's Schritt für Schritt

Damit es gar nicht erst zu einer Stinknase oder anderen Schädigung der Nasenschleimhaut kommt, können Sie selbst dafür sorgen, dass die Sucht nach Nasenspray verschwindet. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:
  1. Umstieg auf Kindernasenspray
    Eine Möglichkeit ist der Umstieg auf ein Kindernasenspray. Diese enthalten weniger Wirkstoff und können dabei helfen, der Sucht entgegenzuwirken, um das Spray irgendwann, aber so schnell wie möglich, abzusetzen.
     
  2. Nasenspray durch Meersalzspray ersetzen
    Sprays mit Meersalz enthalten nur Wasser und Meersalz, welches die Nasenschleimhaut beruhigt und pflegt. Auch wenn es keine abschwellende Wirkung mit sich bringt, kann es ein guter Ersatz beim Entzug sein.
     
  3. Schritt für Schritt vom Wirkstoff loskommen
    Für die Entwöhnung sollten Betroffene auf ein antiallergisches Nasenspray zurückgreifen und dieses morgens und abends einmal verwenden. Das abschwellende Spray kommt nur bei Bedarf, aber so wenig wie möglich zum Einsatz. Ist dies halb leer, wird es mit Salzwasser (1 Esslöffel Kochsalz auf einen Liter Wasser) gefüllt. Ist auch das Spray halb leer, füllen Sie es wieder mit Salzwasser auf. Nach ungefähr drei Wochen ist der Entzug meistens geschafft und es steckt nur noch Salzwasser in der Nasenspray-Flasche.
Wichtig bei der Entwöhnung sind jedoch auch ein starker Wille und Durchhaltevermögen, da besonders am Anfang die Nasen stark zu und das Atmen schwer sein wird. Aber: Der Gesundheit zu Liebe lohnt es sich, durchzuhalten!
 
Datum: 30.09.2020
Autorin: Christina Liersch