Schnupfen im Sommer Sommergrippe schnell loswerden

Die Grippewelle hat wieder zugeschlagen und Sie spüren schon die ersten Symptome der Sommergrippe?! Die Anzeichen sind leicht zu erkennen. Dicker Kopf und eine verstopfte Nase. Aber was hilft gegen die gemeine Infektion? Wir geben Ihnen Tipps gegen die sommerliche Erkältung.

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Hatschi! Vielleicht hätte ich mir bei der Gartenparty abends doch eine Strickjacke überziehen sollen. Aber hinterher bin ich ja immer schlauer. Nicht nur im Winter, auch in der warmen Jahreszeit kann ein grippaler Infekt die Runde machen. Mehr als 200 verschiedene Arten von Erregern schwirren das ganze Jahr über herum. Wenn's jemanden erwischt, sprechen wir etwas nachlässig von einer Grippe. Doch so eine Sommergrippe unterscheidet sich deutlich von einer echten Grippe, der Influenza. Die tritt meist wie aus dem Nichts auf, begleitet von hohem Fieber sowie massiven Kopf- und Gliederschmerzen. Gehen Sie zum Arzt, wenn Sie diese Symptome spüren und vermuten, sich mit Influenzaviren angesteckt zu haben. Dagegen erscheint der einfache grippale Infekt, den andere Virenstämme auslösen, also die typische Erkältung oder Sommergrippe mit Halsweh, Husten und Schnupfen, fast harmlos. Er lässt sich auch gut selbst behandeln, und nach einigen Tagen haben Sie ihn meist überwunden.

Antibiotika benötigen Sie in beiden Fällen nicht. Obwohl Ärzte sie häufig auch bei Erkältungen verschreiben, können diese Präparate bei viralen Infektionen überhaupt nichts ausrichten: Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Werden Sie zu häufig unnötig eingenommen, richten sie sogar eher Schaden an. Denn die hochpotente Arznei tötet eben auch die "guten" Bakterien, die als Teil der Darmflora den reibungslosen Ablauf der Verdauung sicherstellen. Außerdem fördert sie das Entstehen von resistenten Bakterien, sodass die vielfach lebensrettende Medizin ihre Wirkung verliert. Viel diskutiertes Stichwort in der letzten Zeit: multiresistente Keime in Krankenhäusern. Zum Glück stehen uns genügend andere Mittel zur Verfügung, um die Beschwerden zu lindern. Der entscheidende Punkt: Mit Bettruhe tun Sie Ihrem Körper, den das Bewältigen der Krankheit vollauf beschäftigt, den größten Gefallen.

Pflanzliche Helfer besser als Chemie-Keule

Zugegeben, wenn es kalt und dunkel ist, mummeln wir uns gern im Bett ein, im Sommer fällt uns das schwer. Dennoch kommen Sie mit diesem Rat schneller wieder auf die Beine, als wenn Sie sich mit der chemischen Keule vermeintlich „fit dopen“. Davon abgesehen, dass Sie den Körper dann viel zu leicht überanstrengen – bedenken Sie auch, dass Sie unter der Medikamentenwirkung nicht vollständig fit sind. Vor allem im Straßenverkehr kann das zu ernsten Schwierigkeiten führen. Im doppelten Sinne fahren Sie besser mit pflanzlichen Kombinationsmitteln. Beispielsweise stimuliert Sonnenhut (Echinacea) die Abwehrzellen. Gemeinsam mit den antiviralen Kräften des Lebensbaums (Thuja) und der verstärkten Antikörperproduktion durch die Wirkstoffe der Färberhülse (Baptisia) kann sich die Dauer einer Erkältung um bis zu drei Tage verkürzen (z. B. in „Esberitox“). Bei fiebrigen Infekten hilft Blauer Eisenhut (Aconitum) mit Auszügen aus Zaunrübe (Bryonia) und Wasserdost (Eupatorium). Das Trio bekämpft gleichzeitig Fieber und Schmerzen und reguliert die Schleimbildung und den Flüssigkeitshaushalt (z. B. in „Infludoron“).

Ideal wäre es natürlich, Ihr Körper hielte den Angriffen der Erreger von vornherein stand und Sie würden gar nicht erst krank. Mit einem intakten, starken Immunsystem schaffen Sie die Voraussetzungen dafür. Und – so banal es klingen mag – mit sorgfältiger Handhygiene. Waschen Sie sich öfter die Hände, so senken Sie die Ansteckungsgefahr merklich. Faustregel: jedes Mal, nachdem Sie unterwegs waren, und im Büro und zu Hause auch oft zwischendurch, etwa 20 Sekunden lang, mit Seife und heißem Wasser. Dabei die Daumen, die Fingerzwischenräume sowie die Handrücken nicht vergessen. Verblüffend, aber wahr: Auch beim Sonnenbaden gilt die Regel: „Die Dosis macht das Gift.“ Mäßiger Sonnengenuss stärkt das Immunsystem, intensives Sonnen dagegen schwächt es. Versuchen Sie, den Körper auch bei sommerlichen Temperaturen nicht auskühlen zu lassen. Das droht in Zugluft oder bei zu kalt eingestellter Klimaanlage im Auto oder Büro oder wenn Sie den nassen Badeanzug zu lange anbehalten. Lassen Sie auch an warmen Tagen Schulter- oder Halstuch und Strickjacke Ihre ständigen Begleiter sein.

Was hilft an welcher Stelle? 

Nase:

  • Sprühen: Wenn Sie un­beschwert atmen können, schlafen Sie erholsam – was die Genesung fördert. Um die Nasenschleimhaut abschwellen zu lassen, am besten vorm Zubett­gehen ein Nasenspray be­nutzen (nie länger als zehn Tage lang anwenden, z. B. „Otriven“).
  • Spülen: In Akutphasen wirken Nasenduschen (z. B. mit Emser Salz) wohltuend, weil sie sanft das Sekret lösen und gleichzeitig die Schleimhäute pflegen. Empfehlenswert auch zum Vorbeugen und für Heuschnupfengeplagte.

Hals: 

  • Trinken: Wenn jedes Schlucken schmerzt, hilft es, die Schleimhäute möglichst ständig feucht zu halten. Trinken Sie Kräutertee, vielleicht gesüßt mit etwas Honig. Antiseptische Wirkung entfaltet z. B. Salbei. Mit Salbeitee können Sie auch gurgeln. 
  • Lutschen: Lutschtabletten regen Ihren Speichelfluss an, auch das hält feucht. Enthalten die Pastillen zusätzlich entzündungs­hemmende und schmerz­stillende Stoffe, lindert das die Beschwerden spürbar (z. B. „Dorithricin“).

Bronchien: 

  • Lösen: Das Sekret, das sich in den Bronchien sammelt, muss raus. Sonst droht im schlimms­ten Fall eine Lungenent­zündung. Hustenlöser (auf pflanzlicher Basis, z. B. „Prospan“ mit Efeuextrakt) erleichtern das so wichtige Abhusten.
  • Beruhigen: Trockener Reizhusten tut weh und kann zu Schleimhaut­verletzungen führen. Weil er nicht produktiv und deshalb sinnlos ist, dürfen Sie dieses Kribbeln guten Gewissens mit Pastillen, Saft oder Tropfen beru­higen (z. B. „Silomat“).

Das unterstützt Ihr Immunsystem

  • Abhärten: Wechselnde Temperaturreize trainieren die Reaktionsfähigkeit der Abwehr. Die gesteigerte Durchblutung regt den Körper an, vermehrt Fress- und Killerzellen zu bilden. Regelmäßige Saunabesuche, Wechselduschen und Kneipp-Anwendungen tragen vorbeugend dazu bei, dass Sie seltener eine Erkältung bekommen und dass diese dann weniger heftig ausfällt. Nur falls Sie doch ein Infekt erwischt hat, sollten Sie mit den Abhärtungsmaßnahmen pausieren und das Immunsystem in Ruhe seinen Job machen lassen.
  • Gesund ernähren: Klar, es schwächt die Abwehrkräfte, wenn dem Organismus bestimmte Nährstoffe fehlen. Besonders wichtig: die Spurenelemente Zink und Selen sowie die Vitamine C und E. Ist der Körper gut versorgt, schützt und stärkt das die Abwehrzellen. Essen Sie häufiger Sonnenblumenkerne und Hülsenfrüchte als Zink-Lieferanten sowie die Vitamin-C-Spender Kiwi, Paprika oder Brokkoli. Nahezu unschlagbare Vitamin-C-Werte weisen Aroniafrüchte auf (z. B. in „Doppelherz system Immun + Aronia“).
  • Darmflora stärken: Sein Hauptquartier hat das Immunsystem im Darm: Ca. 80 Prozent aller Abwehrzellen sitzen in der Darmschleimhaut. Dort werden auch die Immunglobuline produziert. Diese Eiweißstoffe bildet der Körper als zusätzliche Verteidigungseinheit gegen Fremdkörper. Bei einer intakten Mikroflora können die Selbstheilungskräfte ganze Arbeit leisten. Führen Sie evtl. Milchsäurebakterien, auch natürliche Darmbewohner, unterstützend über Nahrungsergänzungsmittel zu (z. B. „SymbioVital Immun“, in Apotheken).