Probleme beim Atmen Fragen rund um die Nasennebenhöhlenentzündung

Nasennebenhöhlenentzündungen sind oft sehr langwierig und besonders, wenn Sie chronisch werden, eine Qual. Antibiotika helfen in diesem Fall leider nur selten. Eine neue Therapie bringt nun den langersehnten Heilungserfolg.

Frau im Herbst-Wald

MUSS IMMER OPERIERT WERDEN?

„Vor einer Operation sollten unbedingt alle medikamentösen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft werden“, betont Prof. Jochen A. Werner, Direktor der Klinik für Hals-, Nasen und Ohrenheilkunde an der Universität Marburg. Hier erfolgte in letzter Zeit ein Umdenken. Bakterientötende Antibiotika etwa werden immer seltener eingesetzt, weil die Keime nur in zehn bis zwanzig Prozent der Fälle Auslöser der Beschwerden sind. Gute Erfolge bei der Bekämpfung der Entzündungen zeigen moderne Kortison-Sprays gegen Viren, deren Wirkstoff selbst bei zehnfacher Überdosierung nicht von der Schleimhaut ins Blut wandert. Es gibt also keine Nebenwirkungen.

WIE VERLÄUFT EINE NASENNEBENHÖHLENENTZÜNDUNG?

Meist entwickelt sie sich aus einem Schnupfen oder einer Rachenentzündung. Die Schleimhäute in der Nase und den Nebenhöhlen schwellen an, bis die feinen Ausgänge verschlossen sind. Der Schleim fließt nicht mehr ab, es bildet sich eine nahezu ideale Brutstätte für Keime. Bei einigen Patienten fördern andere Umstände das Entzündungsklima, etwa eine verbogene Nasenscheidewand, vergrößerte Nasenmuscheln oder Polypen. Dann muss die Problemzone in der Nase operativ beseitigt werden. Auch ein allergischer Schnupfen oder Pilzinfektionen fördern eine Entzündung.

WAS IST ANDERS ALS BEIM SCHNUPFEN?

Bei einer akuten Sinusitis wird ein Druckgefühl vor allem im vorderen Schädel verspürt, die Nasennebenhöhlen reagieren schmerzhaft auf Druck. Wenn man den Oberkörper schnell vorbeugt, aufsteht oder auf einem Bein hüpft, nehmen diese Schmerzen zu. Bei einer chronischen Entzündung sind die Symptome nicht so ausgeprägt. Typisch: Die Nasenatmung ist oft einseitig.

WELCHE KOMPLIKATIONEN DROHEN?

Wird eine Nebenhöhlenentzündung nicht behandelt und weitet sich die Entzündung aus, kann es zu einer Entzündung der Stirnhöhle, zu Sehstörungen, Sehverlust oder dem Verlust des Geruchssinns kommen; im schlimmsten Fall sogar zu einer gefürchteten Hirnhautentzündung.

Autor: Dorothea Palte

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