Schnupfen & Co. Nasenspray-Sucht: So gefährlich ist die Langzeitanwendung!

Ist die Nase dicht, greifen wir schnell zu Nasenspray. Kurzzeitig verschafft es wieder beschwerdefreies Atmen, jedoch kann abschwellendes Nasenspray nach schon recht kurzer Zeit abhängig machen. Was hinter der Nasenspray-Sucht steckt, lesen Sie hier!

Nasenspray

Eine Erkältung macht sich breit und die Nase ist zu. Niemand mag dieses beengende Gefühl, weshalb viele zu Nasenspray greifen, die die Schleimhäute abschwellen lassen. Kurzfristig sorgt Nasenspray für freies Durchatmen und ermöglicht somit auch einen erholsamen Schlaf. Jedoch weisen Apotheker und Ärzte immer wieder daraufhin, dass Nasensprays- oder tropfen nicht länger als eine Woche angewendet werden sollen. Chemische Nasensprays verursachen einen Gewöhnungseffekt, auch Privinismus genannt.

Privinismus: Wie entsteht die Nasenspray-Sucht?

Nasensprays enthalten die Wirkstoffe Xylometazolin und Oxymetazolin, die dafür sorgen, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen, die Schleimhäute abschwellen und der Patient schneller wieder atmen kann. Das Problem: Der Körper gewöhnt sich schnell an diese zwei Stoffe, sodass die Schleimhäute auch immer schneller wieder anschwellen. Dadurch greift der Patient wieder zu Nasenspray und ein Teufelskreislauf beginnt. So kann es passieren, dass schon nachgesprüht wird, wenn nur die Angst vor einer verstopften Nase und dem Gefühl keine Luft zu bekommen aufkommt.

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Das passiert durch die Nasenspray-Sucht

  • Die Schleimhäute können weniger gut mit Nährstoffen versorgt werden. Dadurch werden sie trocken und rissig, wodurch es zu Nasenbluten und Krusten kommen kann.
  • Die Flimmerhärchen werden durch eine Nasenspray-Sucht geschädigt, wodruch Viren und Bakterien schneller Atemwegserkrankungen auslösen können.
  • Die Nasenschleimhaut kann dauerhaft geschädigt werden.
  • Der Gerruchssinn kann sich durch Privinismus verändern.
  • Es kann zu einer "Stinknase" kommen, wenn sich auf den trockenen Schleimhäuten Bakterien ansiedeln. Betroffe merken es nicht, aber Personen in der Umgebung schon.

Nasenspray-Sucht loswerden: Hilfe bei Nasenspray-Abhängigkeit

  1. Reduzieren Sie die Nasenspray-Dosis schrittweise, indem Sie Nasenpray mit Kochsalzlösung strecken. So gelangt mit jedem Sprühstoß weniger Wirkstoff in die Nase.
  2. Sie können die Dosis auch verringern, indem Sie von einem Nasenspray für Erwachse auf Nasenspray für Kinder umsteigen, bis sie schließlich komplett verzichten können.
  3. Ja, auch eine radikale Entwöhnung ist möglich. Meist braucht es bis zu zwei Wochen, bis sich die Nase erholt hat. Ein harter Weg, der sich jedoch lohnt.
  4. Möglich ist auch, dass Sie erst eine Seite der Nase entwöhnen und nach ein paar Tagen die zweite Seite. Dadurch können Sie leichter atmen.

Diese gesunden Alternativen helfen bei Privinismus

Wer seine Nasenspray-Sucht loswerden möchte, kann auch zu gesunden Alternativen greifen – denn nein, Nasensprays sind nicht alternativlos!

  1. Inhalieren: Wenn Sie inhalieren, pusten Sie Ihre Nase so richtig schön durch. Dad funktioniert ganz klassisch mit einer großen Schüssel mit heißem Wasser und speziellen Erkältungstropfen. Sie können aber auch ein Inhalationsgerät verwenden. Atmen Sie tief und langsam ein- und aus.
  2. Nasendusche: Auch eine Nasendusche wirkt wahre Wunder, da so die Nase desinfiziert und gepflegt wird. Damit alles reibungslos funktioniert, bedarf es nur ein wenig Übung und Überwindung. 
  3. Salzwasser-Nasenspray: Statt einem abschwellendem Nasenspray können Sie auch ein Salzwasserspray verwenden, das nicht abhängig macht. Durch das Salzwasserspray wird die Nase gereiningt, Luft- und Nasenschleimhäute werden angefeuchtet.

Datum: 18.09.2020
Autorin: Christina Liersch