Immunsystem: „Hilfe zur Selbsthilfe“ im Winter

Winterzeit ist leider auch die Zeit der Grippe, Erkältungen & Co. Ob und wie häufig ihr in der kalten Jahreszeit krank werdet, hängt aber zu großen Teilen von eurem Immunsystem ab. Während einige Menschen mit starker Abwehr oft unbeschadet durch den Winter kommen, läuft bei anderen scheinbar ständig die Nase. Die gute Nachricht ist: Ihr seid einem schwachen Immunsystem nicht machtlos ausgeliefert, sondern könnt es aktiv stärken und eurem Körper dadurch sozusagen „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten. 
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Im Winter werden Menschen häufiger krank. Das wissen die meisten aus Erfahrung. Bislang fehlte dafür aber die wissenschaftliche Erklärung. Diese wollen Forscher an der University of Cambridge nun in einer Studie herausgefunden haben: Ebenso wie bei vielen Tieren, passe sich demnach der menschliche Körper den jeweiligen Jahreszeiten an. Auf gut Deutsch: Der Stoffwechsel funktioniert im Winter anders als im Sommer, was sich unmittelbar auf das Immunsystem auswirkt. Somit nimmt nicht nur die Häufigkeit von Erkältungen, Grippeerkrankungen & Co zu, sondern auch chronische Krankheiten wie Multiple Sklerose, Diabetes Typ 1 oder Autoimmunerkrankungen äußern sich in der kalten Jahreszeit oft schlimmer. Ähnliche Beobachtungen wurden bei psychischen Krankheiten gemacht. Diese Veränderungen sind vielfältig und hängen einerseits mit dem sinkenden Vitamin-D-Spiegel zusammen, andererseits aber auch mit einer Zunahme an Entzündungsreaktionen im Körper. Das Ausmaß, in welchem sich das Immunsystem im Winter verändert, wurde also bislang von der Wissenschaft unterschätzt. Die Studie liefert somit vielen Menschen die Antwort darauf, weshalb sie im Winter so häufig krank sind – im Sommer dafür aber so gut wie nie.
 

Nicht die Kälte macht im Winter krank, sondern…?

 
Es ist also nicht allein die Kälte, welche den Körper im Winter schwächt und damit anfälliger macht für Erkältungen & Co. Im Gegenteil: Auch, wenn der Name anderes vermuten lässt, hat die Erkältung genau genommen nichts mit Kälte zu tun. Stattdessen hat die Temperatur an sich keinen Einfluss auf die Gesundheit eines Menschen, sondern die Viren sowie Bakterien können sich in der Kälte schlichtweg besser ausbreiten. Sie ummanteln sich mit einer Art Gel, welches sie gegenüber niedrigen Temperaturen unempfindlich macht und das wiederum verschwindet, sobald sie in wärmeren Gefilden ankommen – in der Lunge beispielsweise. Diese größere Anzahl an Viren trifft somit auf geschwächte Immunsysteme durch die bereits geschilderten Veränderungen im Stoffwechsel wie eben dem Vitamin-D-Mangel. Ein echtes Paradies für Erreger unterschiedlicher Art! Zudem machen viele Menschen den Fehler, im Winter weniger Sport zu treiben oder seltener an die frische Luft zu gehen. Dies schwächt das Immunsystem weiter. Es sind also neben genetischen Faktoren vor allem auch die veränderten Gewohnheiten in der kalten Jahreszeit, welche dafür sorgen, dass viele Menschen im Winter krank werden. Wie also könnt ihr entgegenwirken?
 

Gesund durch den Winter: Tipps für die „Hilfe zur Selbsthilfe“

 
Ganz einfach: Ihr müsst euer Immunsystem stärken und ihm somit helfen, auch in der kalten Jahreszeit ebenso stark zu bleiben wie im Sommer. Das ist mit einigen simplen Maßnahmen durchaus möglich und erhöht zumindest eure Chance, erkältungs- und grippefrei durch den Winter zu kommen. Wie aber gebt ihr eurem Körper diese „Hilfe zur Selbsthilfe“?
 
  • Behaltet dieselben Gewohnheiten bei wie im Sommer oder verändert sie hin zu einem gesunden Lifestyle. Das bedeutet: Treibt regelmäßig Sport, bewegt euch mindestens einmal am Tag ausgiebig an der frischen Luft und ernährt euch gesund. Natürlich wäre es verlockend, sich jetzt in warme Decken einzumummeln und mit Glühwein sowie Lebkuchen auf das Sofa zu verziehen. Das ist auch hin und wieder erlaubt, jedoch solltet ihr dennoch einen aktiven Alltag beibehalten beziehungsweise euch einen solchen aneignen, um das Immunsystem auf Trab zu bringen.
  • Meidet Menschenmassen, vor allem in geschlossenen Räumen. Je kälter es draußen wird, umso eher ziehen sich die Menschen nämlich in geschlossene Räume zurück und bilden somit eine regelrechte Brutstätte für Viren sowie Bakterien. Wenn es sich aber nicht vermeiden lässt, dass ihr euch mit vielen Menschen auf engem Raum aufhalten müsst – beispielsweise im Großraumbüro bei der Arbeit – lüftet wenigstens regelmäßig durch, damit Sauerstoff in den Raum dringen kann und die Erreger nach draußen befördert werden.
  • Sorgt dafür, dass ihr ausreichend Vitamine sowie Mikronährstoffe zu euch nehmt. Eine Mikornährstofftherapie kann euch dabei helfen, das Immunsystem zu stärken und eine Reihe an Krankheiten präventiv zu verhindern. Die Mikronährstoffe sind also wichtige Bestandteile für den Körper, um sich selbst gegen Erkrankungen wehren zu können – auch im Winter.
  • Zudem solltet ihr euren Vitamin-D-Spiegel im Blick behalten. Viele Menschen rutschen im Winter in einen Mangel, was ihr zumindest teilweise durch den Aufenthalt an der frischen Luft, bestenfalls bei Sonnenschein, wieder ausgleichen könnt. Das reicht jedoch nicht immer aus, sodass ihr eventuell zusätzlich Vitamin D zu euch nehmen solltet. Hierfür empfiehlt sich die Rücksprache mit dem Hausarzt.
  • Last but not least spielt auch das Vitamin C eine tragende Rolle. Die sogenannte Ascorbinsäure unterstützt vor allem die angeborene Immunität und hilft bei der Abwehr von Viren sowie Bakterien. Eine große Menge an Vitamin C enthält beispielsweise die Jostabeere. Sie wirkt zudem entzündungshemmend und antibakteriell im Körper.
 
Mit diesen Tipps bleibt ihr hoffentlich in der laufenden Wintersaison gesund und kommt ohne Erkältung, Grippe & Co durch die kalte Jahreszeit!