9. Juli 2021
Dritte Impfung: Wann und für wen notwendig?

Dritte Impfung: Wann und für wen notwendig?

Wird es hinsichtlich der sich ausbreitenden Delta-Variante eine dritte Impfung gegen das Coronavirus geben? Die Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer arbeiten an einer dritten Dosis ihres Corona-Impfstoffs. Erfahren Sie, für wen und wann eine Impfauffrischung infrage kommen wird.

Angesichts der wachsenden Delta-Variante und der Furcht vor einer vierten Welle sind viele Menschen beunruhigt, ob der momentane Impfschutz ausreicht oder ob eine dritte Impfung notwendig sein wird. Die Meldung vom israelischen Gesundheitsamt, dass die Biotech-Impfung gegen die ansteckende Mutation nur zu 64 Prozent schützt, befeuert die Debatte, ob und wann eine dritte Impfung infrage kommt.

Biontech/Pfizer wollen Zulassung für dritte Dosis

Die Impfstoffhersteller Biontech und Pfizer sehen die Notwendigkeit einer dritten Impfung, vor allem in Hinblick auf die Daten aus Israel, die auf einen Rückgang der Schutzwirkung nach einem halben Jahr hinweisen. Das Unternehmen arbeitet an einer dritten Impfstoffdosis und möchte bald die Zulassung beantragen. Auf Basis der bisher vorliegenden Daten sei es wahrscheinlich, „dass eine dritte Dosis innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach der vollständigen Impfung erforderlich sein wird“. Erste Studiendaten zeigen, dass eine dritte Impfung mit dem Biontech-Vakzin die Menge an Antikörpern um das fünf- bis zehnfache erhöht. Der Impfstoffhersteller rechnet damit, dass eine dritte Dosis zuverlässig gegen die ansteckende Delta-Variante des Coronavirus wirken wird. Bezüglich der Mutation arbeitet Biontech an einem Impfstoff, der speziell gegen die aus Indien stammende Variante schützen soll.

Dritte Impfung für ältere und geschwächte Menschen

Laut Leif Erik Sander, Infektionsimmunologe an der Berliner Charité, könnte es ohne die Auffrischungsimpfung im kommenden Winter zu zusätzlichen Infektionen in Alten- und Pflegeheimen kommen. Vor allem ältere Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem (beispielsweise Chemotherapie-Patienten), die zu Beginn des Jahres geimpft wurden, könnten im Herbst bereits ihre dritte Impfung erhalten.

Wie lange schützen die Impfstoffe?

Für jüngere und gesunde Menschen sei eine Impfauffrischung noch kein Thema. „Die beiden Dosen der Erst- und Zweitimpfung zeigen eine sehr gute Wirksamkeit auch gegen alle bekannten Mutanten“, so Dr. Andreas Radbruch, Immunologe und Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin, im Gespräch mit t-online.

Das Fachmagazin Nature veröffentlichte vor kurzem eine Studie von US-Forschern. Diese macht deutlich, dass aufgrund der Menge an Antikörpern möglicherweise ein jahrelanger Schutz gegen eine Infektion mit Covid-19 besteht, der über die bisher bekannte Dauer der Immunisierung hinaus geht – solange es keine ansteckenderen Varianten geben wird.

Auffrischung für Johnson & Johnson-Geimpfte?

Ob das auch für Geimpfte mit dem Vakzin Janssen von Johnson & Johnson infrage kommt, ist derzeit noch nicht klar. Der Impfstoff hat einen geringeren Schutz als die mRNA-Impfstoffe und wird nur einmal verabreicht. Laut des Herstellers soll der Impfstoff einen Immunschutz haben, der mindestens acht Monate anhalten soll – das haben Untersuchungen aus Israel ergeben.

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