4. Oktober 2021
Demenz: Ursachen für geistigen Abbau im Alter

Die häufigsten Ursachen für Demenz und geistigen Abbau

Jede zweite Person fürchtet sich davor, früher oder später an Demenz zu erkranken. Wir klären auf, wie es zu dem Verlust von Erinnerungen und mentalen Fähigkeiten kommt und zeigen Ihnen die häufigsten Ursachen für den geistigen Abbau im Alter.

Demenz: Das sind die Ursachen für geistigen Abbau

Demenz hat viele Gesichter und betrifft vor allem Ältere, aber vereinzelt auch Menschen im mittleren Lebensalter. Neben genetischen Faktoren spielen vor allem der Lebensstil sowie bestimmte Vorerkrankungen eine große Rolle. Dies sind die häufigsten Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung einer Demenz.

1. Alzheimer-Krankheit

Alzheimer und Demenz werden im alltäglichen Sprachgebrauch häufig synonym verwendet oder miteinander verwechselt. Dabei ist die Alzheimer-Krankheit jedoch lediglich die häufigste Form und Ursache von Demenzerkrankungen. Etwa zwei Drittel aller Fälle von Demenz gehen auf die Alzheimer-Krankheit zurück, bei der Ablagerungen im Gehirn zum Untergang von Nervenzellen führen. Leider entstehen diese Ablagerungen und Nervenschäden schleichend über Jahre oder sogar Jahrzehnte, sodass Betroffene es kaum bemerken. Glücklicherweise können Sie mit einem aktiven und gesunden Lebensstil der Alzheimer-Krankheit effektiv vorbeugen.

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2. Hohes Lebensalter

Der gesellschaftliche und medizinische Fortschritt lässt uns zwar immer älter werden. Allerdings steigt mit dem voranschreitenden Lebensalter auch das Risiko für Demenzerkrankungen. In der Altersgruppe ab 85 leidet etwa jeder Fünfte an Demenz, ab 90 Jahren sogar jeder Dritte. Im Gegensatz dazu sind weniger als drei Prozent der 65- bis 70-Jährigen von der Krankheit betroffen. Um das Risiko im Alter zu senken, sind ein gesunder Lebensstil, soziale Interaktion und die Forderung und Förderung der geistigen Fähigkeiten unabdingbar.

3. Alkoholmissbrauch

Als Zellgift wirkt sich Alkohol in vielerlei Hinsicht negativ auf unseren Körper und unsere Gesundheit aus. Während sich nach wie vor der Irrglaube hält, dass kleine Mengen Alkohol „gut fürs Herz“ seien, leuchtet den meisten Menschen sofort ein, dass das beliebte Rauschmittel nicht gut für unser Denkorgan sein kann. So stellt jahrelanger übermäßiger Alkoholkonsum die häufigste Ursache für das sogenannte Korsakow-Syndrom dar. Diese chronische Schädigung des Gehirns geht meist mit einem Gedächtnisverlust, Merkfähigkeitsstörungen sowie einem erhöhten Risiko für Demenz einher. Für Betroffene besteht lediglich durch dauerhafte Alkoholabstinenz und der Nahrungsergänzung bestimmter B-Vitamine die Chance auf leichte Besserung.

Video: Frustrierende Jobs fördern Demenz – laut neuer Studie

4. Arteriosklerose

Das menschliche Gehirn muss stets mit frischem, sauerstoffreichem Blut versorgt werden – sonst droht ein rasches Absterben der Nervenzellen. Jegliche Erkrankungen der Blutgefäße können die Durchblutung stören und damit das Risiko für eine Demenz erhöhen. Besonders gefährlich ist die Arteriosklerose, bei der die Ablagerung von LDL-Cholesterin in den Gefäßwänden zu einer Verengung und letzten Endes zu einem vollständigen Verschluss der Blutbahn führt. Geschieht dies im Gehirn, kommt es zum Schlaganfall sowie zur sogenannten „vaskulären Demenz“ – dem geistigen Verfall durch eine mangelhafte Durchblutung des Hirngewebes.

5. Diabetes mellitus

Ebenso wie Bluthochdruck und erhöhte Cholesterinspiegel steigert auch die Zuckerkrankheit das Risiko für eine vaskuläre Demenz, die etwa 20 bis 30 Prozent aller Demenzerkrankungen ausmacht. Der Hauptgrund liegt darin, dass ständig erhöhte Blutzuckerspiegel die Entstehung von Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose erhöhen. So können über Jahre kleinste Durchblutungsstörungen das Gehirn schädigen. Ähnlich wie beim diabetischen Fuß kann so eine ganze Körperregion aufgrund der Mangelversorgung absterben.

6. Genetische Mutationen

Leider sind auch Faktoren, die wir nicht beeinflussen können, an der Entstehung von Demenzerkrankungen beteiligt. So werden beispielsweise seltenere Formen der Demenz wie die Lewy-Körperchen-Demenz oder die Frontotemporale Demenz nach aktuellem Forschungsstand durch Mutationen in bestimmten Genen ausgelöst. Im Falle der Lewy-Körperchen-Demenz verursacht eine Genmutation die vermehrte Bildung und Verklumpung eines bestimmten Proteins im Gehirn, wodurch Nervenzellen beschädigt werden.

7. Rauchen

Dass Zigaretten das Risiko für Lungenkrebs erhöhen, ist längst bekannt. Was die Forschung jedoch erst in den vergangenen Jahren festgestellt hat, ist deren Auswirkung auf das Demenzrisiko. Denn auch das Gehirn nimmt auf Dauer Schaden, wenn sich die Blutgefäße durch Zigarettenrauch und Nikotin verengen. Dadurch wird das Denkorgan mit weniger Sauerstoff und Nährstoff versorgt, was nicht nur Schlaganfälle begünstigt, sondern auch den geistigen Abbau. Tatsächlich zeigen das auch sowohl Tierversuche als auch Beobachtungsstudien mit Menschen. Beispielsweise ermittelte eine umfassende Metaanalyse mit 37 langjährigen Studien, die im Wissenschaftsjournal PLOS ONE veröffentlicht wurde, dass Raucher etwa 30 Prozent häufiger an Demenz erkranken als Nicht-Raucher. Die positive Nachricht: Bei Menschen, die das Rauchen aufgeben, sinkt das Demenzrisiko nach einiger Zeit wieder auf das normale Niveau ab.

8. Nährstoffmängel

Eine weitere, leicht vermeidbare Ursache von Demenzerkrankungen ist die Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen. So gibt es Vitamine, die für die Gesundheit unserer Nervenzellen besonders wichtig sind. Hierzu zählen vor allem Vitamin B12 (Cobalamin) und Vitamin B9 (Folsäure). Kritisch sind diese Nährstoffe beispielsweise während der Schwangerschaft, da der Fötus sie für die Entwicklung von Gehirn und Rückenmark benötigt. Doch auch bei Erwachsenen kann ein Folsäuremangel und insbesondere ein starker Vitamin-B12-Mangel neuronale Schäden mit sich ziehen. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft zählt diese Vitaminmängel daher auch unter den möglichen Ursachen einer Demenz auf.

Quellen: bundesgesundheitsministerium.de, deutsche-alzheimer.de, lungenaerzte-im-netz.de, alzheimer-bayern.de

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