3. August 2021
Delta-Variante: Wie hoch ist die Ansteckung im Freien?

Delta-Variante: Wie hoch ist die Ansteckung im Freien?

Es ist bekannt, dass die neue Delta-Variante des Coronavirus als ansteckender gilt. Aber ist das Übertragungsrisiko auch im Freien größer? Experten warnen und klären auf!

Mit Freunden draußen auf der Restaurantterrasse sitzen, ein Open-Air-Konzert besuchen oder im Park grillen – all das ist momentan möglich. Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus? Haben wahrscheinlich viele Menschen dabei kaum. Denn im letzten Jahr hieß es, dass die Ansteckungsgefahr im Sommer draußen gering sei. Aber gilt diese Annahme in Hinblick auf die ansteckende und schnell ausbreitende Delta-Variante?

Delta-Variante: Erhöhtes Ansteckungsrisiko auch im Freien

Es ist mittlerweile bekannt, dass die Delta-Variante ansteckender und resistenter gegenüber den Impfstoffen ist. Und das gilt ebenfalls für Zusammenkünfte im Freien – wie Experten warnen:  Gegenüber der Deutschen Presseagentur sagte Ralf Bartenschlager, Präsident der Gesellschaft für Virologie: „Delta ist generell ansteckender – das gilt auch, wenn man an der frischen Luft ist.“ Und zwar reichen bereits wenige Minuten aus, um sich die Mutation einzufangen und zu erkranken. Im Vergleich zur Vorgängervariante Alpha hat Delta vermutlich eine fünffache erhöhte Viruslast. „Je mehr Virus bei einem Infizierten vorhanden ist, desto größer das Übertragungsrisiko, auch im Freien.“ Allerdings gibt es noch weitere Faktoren, die zum Ansteckungsrisiko beitragen, wie der Abstand zueinander oder das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. „Es lässt sich nicht pauschal sagen, wie schnell eine Infektion geschehen kann – das kann vielleicht eine Minute dauern oder auch eine Stunde“, so Bartenschlager.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC hält die Delta-Variante für so ansteckend wie Windpocken – heißt es in einer Präsentation, welche die Washington Post veröffentlicht hatte. Die Erkenntnisse der Behörde stellen dabei allerdings nicht die Wirksamkeit der Impfstoffe infrage. Diese schützen wohl auch weiterhin vor einem schweren Verlauf.

Delta: Ansteckung in geschlossenen Räumen immer noch am höchsten

Gegenüber ZDFheute sagte Aerosol-Experte Gerhard Scheuch, dass er davon ausgehe, dass sich Menschen insbesondere in Innenräumen anstecken. Nach wie vor ist die Ansteckungsgefahr in geschlossenen Räumen am größten. Ansteckungen, die beispielsweise nach Open-Air-Veranstaltungen erfasst wurden, können etwa im Zusammenhang mit der Anfahrt oder der Übernachtung stehen – also doch in engen und geschlossenen Räumen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) teilte mit, seine Einschätzung nicht zu ändern. Auf der Seite des RKI heißt es, Übertragungen kämen im Außenbereich insgesamt selten vor und hätten einen geringen Anteil am gesamten Geschehen. Werde der Mindestabstand gewahrt, sei die Wahrscheinlichkeit der Übertragung im Außenbereich wegen der Luftbewegung „sehr gering“.

Video: Die Delta-Variante ist so ansteckend wie Windpocken

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