26. April 2021
Stuhlinkontinenz: Ursachen und Behandlung

Stuhlinkontinenz: Ursachen und Behandlung von Darmschwäche

Kaum eine Krankheit ist mit so viel Schamgefühl verbunden wie eine Darmschwäche. Die Erkrankung stellt für Betroffene eine große Belastung dar – und tritt nicht nur bei älteren Menschen auf. Wir erklären Ursachen und Behandlung einer Stuhlinkontinenz.

Laut der Deutschen Kontinenz Gesellschaft leiden um die fünf Prozent der Menschen in Deutschland an einer Stuhlinkontinenz, auch Darminkontinenz genannt. Unter Stuhlinkontinenz versteht man den Kontrollverlust über den Analkanal und den Analschließmuskel.

Woran erkenne ich eine Stuhlinkontinenz?

Wer seine Stuhlentleerung nicht bewusst steuern kann, leidet an einer Inkontinenz. Viele der Betroffenen scheiden dabei weichen Stuhlgang unkontrolliert aus, rund ein Drittel kann auch harten Stuhl nicht halten. Man unterscheidet drei Schweregrade der Stuhlinkontinenz:

  1. Unkontrollierte Darmwinde und auftretende Stuhlschmieren
  2. Unkontrollierter Abgang von dünnem Stuhl
  3. Unkontrollierter Abgang von sowohl weichem als auch hartem Stuhl

Stuhlinkontinenz: Das sind die Ursachen

Im Alter nimmt die Muskelmasse im Anal- und Beckenbodenbereich ab und die natürliche Kontrolle über die Spannung im Schließmuskel lässt nach. Zunehmendes Alter ist also in vielen Fällen der Grund für die Stuhlinkontinenz. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente, Hämorrhoiden oder häufige Verstopfungen können eine Darmschwäche auslösen. Beispielsweise kann das ständige starke Pressen zu Verletzungen des Schließmuskels führen.

Jedoch kann die Erkrankung auch durch andere Faktoren ausgelöst werden. Beispielsweise können Verletzungen nach einer Geburt oder Operation zu Funktionsstörungen des Schließmuskels führen. Aber auch Erkrankungen des Darms können sich auf die Funktion des Schließmuskels auswirken – dazu zählen chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Tumore im Enddarm sowie Enddarmentzündungen (Proktitis). Operationen oder Krankheiten wie Diabetes können auch die Nervenwahrnehmung am Darmausgang behindern, sodass die Patienten nicht mehr oder erst zu spät wahrnehmen, dass Sie den Darm entleeren müssen. Eine weitere mögliche Ursache für eine Stuhlinkontinenz ist zudem eine gestörte Steuerung der Darmentleerung durch Krankheiten wie Demenz, Querschnittslähmung, Multiple Sklerose oder Schlaganfall. Ebenso kann eine Beckenbodenschwäche die Stuhlinkontinenz begünstigen. Zu den Auslösern dafür zählen:

  • Schwangerschaft und Entbindung
  • Übergewicht
  • Muskelschwäche
  • Bindegewebsschwäche

Behandlung einer Darmschwäche

Nach der Diagnose wird der Arzt die Stuhlinkontinenz abhängig von der jeweiligen Ursache behandeln. In vielen Fällen können bereits Medikamente oder Beckenbodentraining eine Verbesserung erzielen. Im Falle von krankhaften Veränderungen des Schließmuskels kann auch eine Operation helfen. Zusätzlich gibt es heutzutage einige Hilfsmittel bei einer Stuhlinkontinenz, die das Leben mit der Krankheit erleichtern. Dazu zählen Analtampons oder Inkontinenz-Einlagen.

Video: Harninkontinenz

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