16. November 2021
Reizdarm: Kennen Sie die häufigsten Ursachen

Reizdarm: Kennen Sie die häufigsten Ursachen der Darmerkrankung

Das Reizdarmsyndrom ist eine weit verbreitete Erkrankung des Magen-Darm-Trakts. Die Diagnostik erweist sich meistens als langwierig. Erfahren Sie daher hier, welche möglichen Ursachen infrage kommen.

Was ist ein Reizdarm?

Plötzlich auftretende Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfungen, Übelkeit oder Blähungen können auf das Reizdarmsyndrom hinweisen. Bei einem Reizdarm liegt eine Störung der Darm-Hirn-Achse vor, sodass es zu Veränderungen des Stuhls oder zu Blähungen kommen kann. Weitere Beschwerden des Reizdarmsyndroms sind Völlegefühl, eine unvollständige Darmentleerung oder Schleim im Stuhl. Da solche Magen-Darm-Beschwerden unspezifisch sind und auch bei anderen Krankheiten auftreten können, erweist sich die Diagnostik als langwierig. Für betroffene Menschen ist das Leben mit einem Reizdarm belastend – vor allem die Tatsache, dass trotz Beschwerden keine organischen Ursachen gefunden werden können.

Das Reizdarmsyndrom ist ein weit verbreitetes Leiden. Laut dem Barmer-Arztreport haben rund eine Million Menschen in Deutschland einen Reizdarm. Die Dunkelziffer ist allerdings um einiges höher, da sich viele Menschen aus Scham nicht zum Arzt trauen. Schätzungen zufolge können rund elf Millionen Menschen betroffen sein.

Häufige Ursachen eines Reizdarms

Tatsächlich gibt es verschiedene Auslöser, die das Reizdarmsyndrom verantworten. Dazu zählen:

Gestörte Darmperistaltik

Hierbei liegt eine Störung der natürlichen Darmbewegung vor. Die Folge: Der Nahrungsbrei kann nicht mehr optimal befördert werden. Das Nervensystem von Reizdarm-Patienten sendet fehlerhafte Befehle, sodass sich die Muskulatur falsch, zu schnell oder zu langsam bewegt. Dementsprechend kann der Nahrungsbrei zu schnell befördert werden, was sich durch Durchfall äußert. Auch umgekehrt, wenn die Nahrung zu langsam transportiert wird, kann es zu Verstopfungen kommen.

Erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut

Die Darmschleimhaut ist eine effektive Barriere, damit Fremdstoffe nicht unkontrolliert aus dem Darm austreten und in andere Körperbereiche gelangen. Bei Reizdarm-Patienten ist die Darmschleimhaut durchlässig. Aus diesem Grund können Krankheitserreger leichter in den Darm eindringen und die genannten, typischen Magen-Darm-Beschwerden auslösen.

Gestörte Darmflora

In unserer Darmflora leben rund 400 verschiedene Darmbakterien-Arten, welche die Verdauung unterstützen, Vitamine produzieren sowie aufnehmen und beim Abbau von Schadstoffen helfen. Unsere Darmflora ist allerdings sehr sensibel. Eine Medikamenteneinnahme oder ein Magen-Darm-Infekt können sie daher schnell aus ihrem natürlichen Gleichgewicht bringen, sodass sich krankmachende Keime rascher ausbreiten können und es leichter zu Durchfall, Bauchschmerzen oder Blähungen kommen kann.

Stress

Psychische Faktoren wie Stress, Angst oder Nervosität können das Reizdarmsyndrom auslösen und gar verschlimmern. Menschen, die depressiv sind, Angststörungen oder chronische Schmerzen haben, sind anfälliger für die Bildung eines Reizdarmsyndroms.

Reizdarm behandeln

Eine geeignete Therapie hängt von der jeweiligen Ursache des Reizdarmsyndroms ab. Eine Linderung der Beschwerden versprechen eine medikamentöse Behandlung, Hausmittel, eine Ernährungsumstellung, der Aufbau einer Darmflora oder Methoden zur Stressreduzierung. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Maßnahmen für Sie sinnvoll erscheinen.

Video: 6 Lebensmittel, die Ihrer Darmflora helfen

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