10. Januar 2018
Magenkrebs: Symptome, Ursachen und Behandlung

Magenkrebs

Magenkrebs ist nicht gleich Magenkrebs. Unter diesem Begriff können sich verschiedene Erkrankungen verbergen. Die gute Nachricht dabei ist, dass sowohl die Anzahl der Neuerkrankungen als auch die Todesursache Magenkrebs rückläufig sind.

Frau leidet unter ihren Bauchschmerzen.
© Vertigo3d/iStock
Frau leidet unter ihren Bauchschmerzen.

Der Magen dient als Lagerstelle unserer Nahrung. Er leistet wichtige Vorarbeit für unsere Verdauung, indem er die zugeführte Nahrung mit Magensaft vermischt und diesen Brei schließlich in kleinen Mengen an den Darm weitergibt. Auch dieses Organ kann an Krebs erkranken. Betroffen sind besonders Männer bzw. die Altersgruppe ab 50 Jahren. Auch wenn die Heilungschancen eher schlecht stehen (nur ca. 30% der Patienten überleben mehr als fünf Jahre nach einer Diagnose) ist dennoch ein Rückgang der Neuerkrankungen sowie des tödlichen Verlaufs zu verzeichnen. Zurückzuführen ist dies vermutlich auf eine bewusstere und gesundere Ernährung, die in den letzten Jahren in den Fokus der Gesellschaft gerückt ist.

Arten von Magenkrebs

Es gibt verschiedene Arten des Magenkarzinoms: Adenokarzinome (ca. 95% aller Magenkrebserkrankungen sind Adenokarzinome), Plattenepithelkarzinome und die seltenen gastrointestinalen Stromatumore (GIST) und neuroendokrinen Tumore (NET). Während Adenokarzinome ihren Ursprung in Drüsenzellen der Magenschleimhaut finden, entstehen Plattenepithelkarzinome in den Hautzellen zwischen den Drüsen. Dieser Krebs ist auch in anderen Organen und vor allem auf der eigentlichen Haut beheimatet, eben potentiell dort, wo es Hautzellen gibt. GIST tritt im Bindegewebe des Magen-Darm-Traktes auf (ein Drittel seiner Vorfälle sind darum auch im Dünndarm zu finden) und NET ist eine Fehlbildung des Neuroektoderms, wo Hormone produziert werden. Wenn sich Zellen der normalen Kontrolle ihres Wachstums entziehen, fangen sie an zu wuchern - und werden zu Krebszellen, die in andere Zellen hineinwachsen und diese zerstören. All diese Zellwucherungen können gutartig und bösartig sein - dies gilt es im Falle einer Erkrankung herauszufinden.

Symptome eines Magenkarzinoms

Verdauungsprobleme und störende oder schmerzhafte Empfindungen in der Magengegend sind ein Indiz für bspw. Magenkrebs. Ein Internist ist in der Lage, eine genaue Diagnose zu stellen. Selbstdiagnosen sind an dieser Stelle in keinem Falle empfehlenswert; die Symptome können auf eine Vielzahl von Erkrankungen hinweisen und sollten daher nur von einem Spezialisten gedeutet werden. Zu den Symptomen zählen Übelkeit, Appetitlosigkeit und Schmerzen im oberen Bauchbereich. Andere Symptome sind häufige Übelkeit, Schluckbeschwerden und unerklärlicher Gewichtsrückgang. Seht ihr Dunkelfärbungen im Kot, könnte das auf Blutungen im Magen infolge des Karzinoms zurückgehen. Natürlich können auch andere Krankheiten ähnliche Beschwerden erzeugen - die Ursache hinter euren Beschwerden muss nicht zwangsläufig Magenkrebs sein. Und auch hier muss zuerst die Frage geklärt werden, ob es sich bei dem Tumor um einen gut- oder bösartigen handelt. Ein bösartiger Tumor streut Metastasen, also Tochtergeschwulste, die gefunden und ebenso bekämpft werden müssen. Metastasen werden entweder operativ entfernt oder zumindest beobachtet, um ein weiteres Wachstum auszuschließen oder einzudämmen. Der ‚gutartige‘ Tumor bleibt dagegen auf seinen primären Ort beschränkt und fällt kein Nachbargewebe an.

Solltet ihr Symptome an euch wahrnehmen, die auf ein Magenkarzinom hinweisen, solltet ihr auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Dieser wird weitere Untersuchungen vornehmen und eine eindeutige Diagnose stellen. Bei Krebs ist der Zeitpunkt der Diagnose extrem entscheidend, denn in frühen Stadien ist die Krankheit immer mit höheren Heilungschancen verbunden.

Welche Ursachen sind bekannt?

Eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori wird für viele Fälle von Magenkrebs verantwortlich gemacht. Im Gegensatz zu vielen anderen Bakterien wird es durch die Magensäure nicht abgetötet. Eisenmangel, schlechte Ernährung, Trinkwasser mit hoher Nitratbelastung und auch Rauchen gelten als weitere Ursachen und Risikofaktoren für eine Erkrankung an Darmkrebs. Auch häufige Magenschleimhautenzündungen können zu einem Magenkarzinom führen, da diese die Menge der Magensäure vermindern und damit die natürliche Abwehrfähigkeit des Magens herabsetzen. Kommt es zu Metastasen des Magenkrebses, können diese in benachbarte Organe hineinwachsen, darunter auch die Gebärmutter. Dieser Befund hat einen eigenen Namen: Krukenberg-Tumor. GIST-Karzinome erreichen mit Tochtergeschwulsten die Leber und die Bauchhöhle, manchmal auch Knochen, Haut und das Gewebe anderer Weichteile. NET-Karzinome fallen durch Überproduktion an Hormonen der jeweils betroffenen neuroendoktrinen Zellen auf, beim Magen wird das eine übermäßige Ausschüttung von Gastrin sein - die Folge ist Übersäuerung und das Zollinger-Ellison-Syndrom als Befund.

Behandlung von Magenkrebs

Die Geschwüre werden durch Magenspiegelungen per Endoskop, Sonographie und Kernspintomographie ausfindig gemacht. NET-Karzinome sind früh durch Blutuntersuchungen im Labor nachweisbar. Schwieriger wird die Therapie bei Tumoren des GIST-Typ, die keine Spuren im Blut hinterlassen. Gegen GIST wird ein tyrosinkinase-Inhibitor Imatinib (Tablette) eingesetzt, welcher ortsunabhängig im ganzen Körper wirkt. Die Behandlung von Magenkarzinomen hängt mit ihrem Entwicklungsstadium zusammen; meist werden aber durch eine Operation die Tumore entfernt. Je nach Größe kann dies eine partielle oder komplette Magenentfernung bedeuten. Bei Krebs in sehr fortgeschrittenem Stadium wird mit palliativer Chemotherapie nur noch versucht, die Beschwerden zu lindern, jedoch ohne Aussicht auf Heilungserfolg. Auch eine erfolgreiche Operation wird mit einer Chemotherapie nachbehandelt. So sollen neue Metastasen oder das weitere Wachstum bereits vorhandener Wucherungen verhindert werden.

Vorsorge und Reduzierung des Krebsrisikos

Vorsorgeuntersuchungen werden besonders ab einem Alter von 50 bis 60 Jahren empfohlen, da der Organismus bei jüngeren Menschen die Zellenfehlfunktionen meist selbst regulieren kann. Auch genetische Faktoren sind bei dem Risiko an Magenkrebs zu erkranken von Bedeutung. Eine Anfälligkeit für Magenkrebs (Tumorsyndrom HNPCC) kann vererbt werden und Menschen mit Blutgruppe A haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko.

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