18. November 2021
Leaky-Gut-Syndrom: Anzeichen und empfohlene Ernährung

Woran Sie das Leaky-Gut-Syndrom erkennen und welche Ernährung hilft

Beim Leaky-Gut-Syndrom ist unsere Darmbarriere durchlässig, wodurch Krankheitserreger und Bakterien ins Blut gelangen. An welchen Anzeichen Sie einen durchlässigen Darm erkennen und welche Ernährung dagegen hilft, erfahren Sie hier.

Was ist das Leaky-Gut-Syndrom?

Bei einem gesunden Darm sorgen Darmflora, Schleimhäute und Darmwände dafür, dass zwar Nährstoffe aufgenommen werden, aber keine Bakterien und Krankheitserreger durch die Darmbarriere gelangen können. Bei einem Leaky Gut (engl. für „undichter Darm“) entstehen hingegen mikroskopisch kleine Lücken zwischen den Zellen der Darmwand, durch welche schädliche Bakterien und Giftstoffe gelangen können. Diese Lücken entstehen aktuellen Forschungen zufolge durch einen Überschuss an Zonulin – einem Plasmaprotein, welches die Lücken zwischen den Darmwandzellen (Tight Junctions) vergrößert und somit durchlässiger macht.

Unklar ist noch, ob das Leaky-Gut-Syndrom tatsächlich eine eigenständige Krankheit ist, die durch ungesunde Ernährung und Umweltfaktoren wie Abgase hervorgerufen wird, oder lediglich die Folge von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn oder Zöliakie. Fest steht, dass eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmbarriere – auch Permeabilität genannt – schwere Folgen haben kann. Das sieht auch die Forschungsgruppe „Darmbarriere und SCFA“ der Universität Hohenheim so: „Eine Störung der Darmbarriere resultiert in einer vermehrten Translokation von Bakterien und bakteriellen Bestandteilen in das Pfortadersystem, wodurch die Entstehung von metabolischen Erkrankungen begünstigt werden kann“. Neben solchen Erkrankungen wie Diabetes Typ 2 oder Fettleber können auch die folgenden Symptome bei einem Leaky Gut auftreten.

Leaky-Gut-Syndrom: Die Anzeichen eines durchlässigen Darms

Müdigkeit

Die in den Blutkreislauf gelangenden Erreger sorgen dafür, dass unser Immunsystem beim Leaky Gut auf Hochtouren läuft und Entzündungen zur Bekämpfung der Eindringlinge auslösen muss. Das raubt Energie, wodurch sich Betroffene meist abgeschlagen, müde und wenig leistungsfähig fühlen. 

Blähungen und Durchfall

Betroffene eines Leaky Gut berichten außerdem häufig über Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Durchfälle. Hierbei ist jedoch noch unklar, ob diese Symptome infolge des Leaky Gut auftreten oder infolge einer anderen zugrundeliegenden Darmerkrankung, die wiederum das Leaky Gut hervorruft.

Blutvergiftung

Das vermehrte Vorkommen von Bakterien in der Blutbahn ruft eine Entzündungsreaktion des Immunsystems hervor, welche die Krankheitserreger auslöschen soll. Verbreiten sich die Erreger jedoch im gesamten Körper, versucht das Immunsystem, die Lage mit einer übermäßigen Abwehrreaktion unter Kontrolle zu bringen. Diese Abwehrreaktion kann so stark sein, dass die Immunzellen nicht nur die Bakterien, sondern auch körpereigenes Gewebe angreifen. Dies wird als auch septischer Schock oder Sepsis (Blutvergiftung) bezeichnet und kann zu einem lebensbedrohlichen Organversagen führen.

Leaky-Gut-Syndrom: Diese Ernährung wird empfohlen

Da das Leaky Gut häufig mit entzündlichen Darmerkrankungen im Zusammenhang steht und möglicherweise auf eine Fehlbesiedlung der Darmflora zurückgeht, wird Betroffenen stets eine entzündungshemmende Ernährung mit Probiotika und präbiotischen Ballaststoffen empfohlen:

  • Präbiotisches Gemüse wie Artischocken, Topinambur, Schwarzwurzeln oder Chicorée.
  • Obstsorten mit gesunden Ballaststoffen und entzündungshemmenden sekundären Pflanzenstoffe, z.B. Äpfel, Heidelbeeren und Brombeeren.
  • Probiotische Lebensmittel wie Joghurt, Sauerkraut, Buttermilch oder Kefir.
  • Entzündungshemmende Omega-3-Quellen wie Leinsamen, Walnüssen, Lachs oder Rapsöl.
  • Entzündungshemmende Gewürze wie Kurkuma, Ingwer, Kreuzkümmel oder Zimt.

Tipp: Meiden Sie hingegen entzündliche Lebensmittel und Genussmittel wie Zucker, Alkohol, Zigaretten sowie Transfettsäuren aus frittiertem Fast Food.

Video: Essen gegen Entzündungen

Quellen: uniklinikum-saarland.de, ernaehrungsmed-praev.uni-hohenheim.de, pubmed.ncbi.nlm.nih.gov

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