21. Oktober 2021
Gestörte Darmflora: Diese Krankheiten sind ein Anzeichen

Diese Krankheiten können auf eine gestörte Darmflora hinweisen

Ist unser Darm gesund, geht es uns in vielerlei Hinsicht auch gut. Denn das Organ regelt nicht nur die Verdauung, sondern spielt auch eine wichtige Rolle für unser Immunsystem. Gerät unsere Darmflora aus dem Gleichgewicht, kann es zu folgenden Beschwerden und Krankheiten kommen.

Die Darmflora ist die Gesamtheit der Mikroorganismen, welche den Darm besiedeln. Rund 400 verschiedene Darmbakterien-Arten leben im Dickdarm und unterstützen die Verdauung. Weitere Aufgaben, die unsere Darmflora übernimmt, sind die Produktion und Aufnahme von Vitaminen sowie der Abbau von Schadstoffen. Allerdings kann unsere Darmflora schnell mal aus dem Gleichgewicht geraten – zum Beispiel durch Magen-Darm-Erkrankungen, die Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika, eine ungesunde Ernährung oder Stress.

Eine gestörte Darmflora macht sich durch verschiedene körperliche Anzeichen und Krankheiten bemerkbar.

Gestörte Darmflora: Diese Krankheiten können drohen

Bauchschmerzen

Ein häufiges Symptom einer gestörten Darmflora sind Bauchschmerzen. Aufgrund der bakteriellen Fehlbesiedlung können sich Krankheitserreger leichter vermehren und Infektionen verursachen, die wiederum für Bauchschmerzen sorgen. Diese können allerdings auch auf Erkrankungen anderer Organe im Bauchraum hindeuten. Auch durch Stress oder nach einer üppigen Mahlzeit kann unser Bauch schmerzen.

Verstopfungen

Unser Darm hat großen Einfluss auf die Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts. Das heißt, dass er große Mengen an Flüssigkeit sowohl aufnehmen als auch ausscheiden kann. Bei einer gestörten Darmflora ist diese Funktion beeinträchtigt. Die Folge: Der Dickdarm kann dem Darminhalt zu viel Wasser entziehen. Der Stuhl wird dadurch härter und Sie können Verstopfungen bekommen.

Durchfall

Genauso kann es auch andersherum sein und der Dickdarm kann dem Darminhalt nicht mehr das Wasser richtig entziehen, was zu Durchfall führen kann. Jedoch kann Durchfall nicht nur ein Anzeichen für eine gestörte Darmflora sein, sondern auch auf andere Erkrankungen wie einen Reizdarm, eine Pilzinfektion oder entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn hinweisen. Daher gilt: Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, um die genaue Ursache herauszufinden.

Eine geschädigte Darmflora beschränkt sich nicht nur auf den Magen-Darm-Trakt. Weitere mögliche Krankheiten sind:

Pilzinfektionen

Bei einer gestörten Darmflora kann sich der Darmpilz Candida vermehren. Besonders nach der Einnahme nach Antibiotika, die unsere „guten“ Darmbakterien abtöten, kann es zu einer Übersiedlung kommen. Der Pilz kann den Darm besiedeln, aber zum Beispiel auch die Scheide befallen.

Allergien

Veränderungen der Darmflora können unter anderem auch dazu beitragen, dass die Entstehung von allergischem Asthma begünstigt wird.

Diabetes

Eine nicht intakte Darmflora kann auch Diabetes verursachen. Nehmen nämlich die schützenden Darmbakterien ab und die krankmachenden Keime zu, entsteht eine anhaltende Entzündung im Darm. Diese Entzündungszellen können Ihre Bauchspeicheldrüse angreifen, sodass Diabetes entstehen kann.

Hautkrankheiten

Der Zustand unseres Darms wirkt sich auf unsere Haut aus. Bei einer durchlässigen Darmbarriere haben Fremdstoffe und Keime leichteres Spiel, sodass mehr Entzündungsstoffe und freie Radikale freigesetzt werden. Hautprobleme und Erkrankungen wie Neurodermitis oder Rosacea werden ausgelöst.

Herzschwäche

Schon länger ist der Zusammenhang zwischen einer chronischen Herzschwäche und eines kranken Darms bekannt. So ist der Darm bei betroffenen Personen schlechter durchblutet und die Darmwand verdickt und durchlässiger. Bakterien haben leichteres Spiel, ins Blut zu gelangen. Wissenschaftler des Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung haben herausgefunden, dass Personen mit einer Herzschwäche signifikant weniger unterschiedliche Darmbakterien haben als gesunde Personen. Bislang ist unklar, ob eine geschädigte Darmflora Auslöser oder Folge einer Herzschwäche ist.

Psychisches Wohlbefinden

Hätten Sie gedacht, dass depressive Verstimmungen, Ängste oder Schlafprobleme in Verbindung mit einer gestörten Darmflora stehen? Denn über 90 Prozent unseres Glücksgefühls Serotonin produzieren wir nicht im Gehirn, sondern in unserem Darm. Aus diesem Grund liegt nahe, dass unser psychisches Wohlbefinden unter einer gestörten Darmflora leidet.

Video: Die besten Hausmittel gegen Magen-Darm-Grippe

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