3. Januar 2018
Darmkrebs: Symptome, Ursachen, Behandlungsmethoden

Darmkrebs

Wie viele Krebsarten tritt auch der Darmkrebs in unterschiedlichen Formen auf. Welche dies sind, welche Ursachen für den Krebs verantwortlich sind und welche Behandlungsmethoden es gibt, erklären wir euch in diesem Artikel.

Frau leidet unter ihren Schmerzen.
© AntonioGuillem/iStock
Frau leidet unter ihren Schmerzen.

Darmkrebsarten

Der Begriff Darmkrebs kann für drei Arten eines Krebsleidens stehen:

- Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom)

- Mastdarm-Tumor (Rektumkarzinom)

- Dünndarmkrebs

Bei Darmkrebs handelt es sich um die zweithäufigste Krebserkrankung; wie der Magenkrebs tritt die Krankheit meist ab dem 50. Lebensjahr auf. Das durchschnittliche Alter zum Zeitpunkt der Erkrankung liegt bei Männern bei 69 und bei Frauen bei 75 Jahren. Bei ca. 95% aller Darmkrebserkrankungen handelt es sich um Dickdarmkrebs, damit sind Dünndarmkrebs und Mastdarm-Tumore äußerst selten. Alle Arten von Darmkrebs zählen zu den ‚soliden Tumoren‘, die einen festen Ort des Krankheitsausbruchs haben. Metastasenbildung ist auch hier nicht unüblich. Darmkrebs geht von defekten Drüsenzellen der Darmschleimhaut aus.

Wie beim Magenkrebs gibt es auch beim Darmkrebs die Variante der gastrointestinalen Stroma-Tumore (GIST), die nichts mit der Schleimhaut zu tun haben, sondern aus dem Bindegewebsmaterial gebildet werden. Ebenso begegnen uns hier die NET oder neuroendokrinen Tumore des Magen-Darm-Traktes, die aus Missbildungen unter den Hormonzellen entstehen. Zuletzt muss das MALT-Lymphom genannt werden, weil es auch in der Darmwand auftreten kann, und eine Erkrankung des Lymphgewebes ist. Karzinome am äußeren Darmausgang werden nicht zum Darmkrebs gerechnet.

Mögliche Anzeichen für Darmkrebs

Das Entstehen von Darmkrebs ist ein sehr langsamer Vorgang. Aufmerksam werden solltet ihr aber, wenn ihr Blut im Stuhl bemerkt, das für eine rote oder schwärzliche Färbung sorgt. Ebenso ungewöhnlich ist der Ausfluss von etwas Blut, Kot oder Schleim bei Blähungen. Immer wenn der Stuhl sich sehr vom gewohnten Bild unterscheidet, wie dünn austretende Exkremente oder ein plötzlicher Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung, stellt sich die Frage nach dem Warum.

Leidet ihr unter wiederkehrenden, krampfartigen Bauchschmerzen, die mehr als eine Woche hindurch auftreten? Gibt es eine auffallend starke Geräuschkulisse im Darm und übertriebene Blähungen, die ihr sonst nicht kennt? Muss die Toilette allzu häufig aufgesucht werden und der Kot hat einen stark unangenehmen Geruch? Leidet ihr außerdem an ständiger Erschöpfung, Blässe, Leistungsschwäche und nehmt ihr ohne bestimmten Grund kontinuierlich ab? Könnt ihr Verhärtungen im Bauch ertasten? Sind die Lymphknoten vergrößert? All diese Anzeichen können auch symptomatisch für andere Darmerkrankungen sein, sollten aber in jedem Fall ärztlich untersucht werden.

Ursachen von Darmkrebs

Durch spezielle Untersuchungen wie bspw. eine Darmspiegelung können bereits früh mögliche Vorstufen einer Darmkrebserkrankung erkannt werden. Diese Vorstufen sind als kleine Auswucherungen oder Polypen in der Darmschleimhaut zu sehen, aus denen die gefährliche Krankheit entstehen kann, aber nicht muss.

Der Krebs entsteht, wenn diese Zellansammlungen mutieren und sich der Steuerung des Körpers entziehen. So wuchern sie ungebremst und setzen sich auch in umliegendem Gewebe fest. Je älter wir werden, desto schwerer fällt es unserem Körper, diese Zellen zu bekämpfen und ein derartiges Zellenwachstum zu verhindern. Daher steigt mit unserem Alter auch unser Risiko, an Krebs zu erkranken. Zusätzlich sind auch genetische Faktoren, erbliche Vorbelastungen und der individuelle Lebensstil für unser persönliches Krebsrisiko entscheidend.

Vorsorge?

Ihr könnt einiges tun, um das Risiko einer Darmkrebserkrankung gering zu halten: Der Lebensstil sollte aktiv sein, mit viel Bewegung. Das Normalgewicht sollte möglichst gehalten und auf das Rauchen sollte verzichtet werden. Eine spezielle Diät als Vorbeugung gegen Darmkrebs ist jedoch nicht bekannt. Metastasen von Darmkrebs treten in mehr als 50% der Fälle in der Leber auf, seltener in der Lunge, und nochmals geringer ist das Risiko für das Bauchfell, Knochen, Ovarien, Nieren, das Gehirn oder andere Organe.

Behandlung von Darmkrebs

Die Darmspiegelung, wie die Kassen sie jedem ab 55 Jahren als Maßnahme zur Früherkennung empfehlen und auch anerkennen, ist immer noch die beste Methode, den Krebs in einem möglichst frühen Stadium zu diagnostizieren. Je näher der operative Eingriff wegen eines Rektumkarzinoms am Darmausgang nötig wird, desto schwieriger wird es, den Schließmuskel erhalten zu können. Es ist in vielerlei Hinsicht wichtig, die genaue Lage des Karzinoms zu ergründen, was bei einigen Metern Darmlänge gar nicht so einfach ist. Der Dickdarm allein ist eineinhalb Meter lang, der Dünndarm noch viel länger.

Die Medizin setzt Operationen, Chemotherapie, Bestrahlungen und gezielt wirkende Medikamente ein, um Darmkrebs zu behandeln und die Heilungs- und Überlebenschancen der Betroffenen zu erhöhen. Mit der medikamentösen Behandlung soll auf die Wachstumsprozesse und Teilungen von Krebszellen eingewirkt werden. Stoffwechselvorgänge von Tumorzellen sollen damit unterbrochen und das körpereigene Immunsystem auf die bösartigen Zellen aufmerksam gemacht und zur Bekämpfung ermuntert werden. Die Schwierigkeit solcher Medikamente liegt darin, die Abgrenzung zu gesunden Zellen zu bewerkstelligen, damit nicht unterschiedslos jede Zelle von ihnen geschädigt wird.

Welches der Mittel zur Anwendung kommt, hat mit dem erkannten Krankheitsstadium zu tun, Therapien können vor einer Operation als Vorbereitung oder auch danach eingesetzt werden. Selbst wenn der Darmkrebs in einem weit fortgeschrittenen Stadium ist und als unheilbar gilt, kann noch das Tumorwachstum mittels Therapie hinausgezögert werden. Chemotherapien wirken im ganzen Körper, nicht nur am Ort des Krebsbefundes. Droht durch den Tumor ein Darmverschluss, kann ein künstlicher Darmausgang gelegt werden, wenn die betroffene Passage nicht freigelegt werden kann. Vorher würde das Operationsteam aber einen Bypass versuchen. Nur eine operative Entfernung von Kolonkarzinomen kann eine Heilung bringen. Wenn drei Jahre nach der OP keine Neuwucherung gefunden wird, gilt der Patient als geheilt.

Vorbeugen durch gesunde Ernährung

Rotes Fleisch und Alkohol sollten nur eingeschränkt genossen werden; Geflügelfleisch ist dagegen unbedenklich. Außerdem ist es auch für den Darm besser, wenn die Ernährung ballaststoffreich ist; also aus Getreideprodukten und Hülsenfrüchten zusammengesetzt wird. Gemüse und Obst sind hier weniger bedeutsam, werden aber für den Magen empfohlen. Kaffee und Tee sind völlig unbedenklich.

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