Darmgesundheit Wie funktioniert das Verdauungssystem?

Der Darm leistet großartige Arbeit und versorgt unseren Körper mit Energie und Nährstoffen, die er unserer Nahrung entzieht. Er arbeitet rund um die Uhr gemeinsam mit der Gallenblase, Leber und Bauchspeicheldrüse zusammen. Aber wie funktioniert dieses komplexe System eigentlich? Wir klären auf!

Toilettenschild

Durch die Aufspaltung der Nahrung kann der Körper sie erst richtig verwerten. Neben physikalischen und chemischen Prozessen spielen Darmbakterien, Körperflüssigkeiten und nervale Regulationsmechanismen eine zentrale Rolle. 

Mund und Speiseröhre

Die Verdauung beginnt bereits im Mund, wenn Nahrung durch Kaubewegungen und Speichel zerkleinert wird. Speichel entsteht, wenn wir Gerüche und Geschmack wahrnehmen oder Nahrung sehen. Gleichzeitig wird er auch durch die mechanische Reizung der Mundschleimhaut und den Kaubewegungen gebildet - zwischen 1 und 1,5 Liter pro Tag!
Die Erhebungen (Papillen) auf der Zunge unterstützen bei der Bewegung der Nahrung und befördern sie in Richtung Speiseröhre. Dort sorgen das Gaumensegel und der Kehlkopfdeckel, dass nichts in die Luftröhre gelangt. Mit der Schluckbewegung rutscht der Nahrungsbrei durch die Speiseröhre in den Magen, indem sich der Muskel, der den Magen verschließt, öffnet. 

Magen

Im Magen wird der Speisebrei mit wellenförmigen Bewegungen vermengt. Die Drüsen der Magenschleimhaut bilden Magensaft und haben noch weitere unterschiedliche Aufgaben. So bilden die Hauptzellen Pepsinogene, die Vorstufe des eiweißspaltenden Enzyms Pepsin. Die Nebenzellen bilden Muzin, welches an der Fettverdauung beteiligt ist und Schleim, der den Magen schützt. Eine wichtige Aufgabe haben die Belegzellen: Sie produzieren Salzsäure und halten den ph-Wert zwischen 2 und 4. Zudem sind sie an der Aufnahme von Vitamin B12 beteiligt.
Je nach Fettgehalt der Nahrung bleibt der Speisebrei ein bis sechs Stunden im Magen. Ist die Nahrung ausreichend zersetzt, zieht sich der Magen ringförmig zusammen und schiebt den Brei "häppchenweise" in Richtung Dünndarm.

Dünndarm

Der Dünndarm besteht aus dem Zwölffingerdarm, Leerdarm und Krummdarm und kann bis zu fünf Meter lang sein. Pro Quadratmillimeter gibt es zehn bis 40 sogenannte Zotten, die Nährstoffe aufnehmen und diese über das feine Netz aus Blutgefäßen in das Blut abgeben. In diesem Teil der Verdauung kommen auch die Leber und Bauchspeicheldrüse ins Spiel. Die Bauchspeicheldrüse produziert Verdauungsenzyme und gibt sie in den Dünndarm ab. Die Leber hingegegen baut Giftstoffe ab, bildet Cholesterin, aus dem der Gallensaft entsteht, speichert Vitamine, Fett und Glykogen und bildet Eiweiße im Blut. 

Dickdarm

Im Dickdarm kümmern sich Bakterien um schwer verdauliche Pflanzenstoffe, z.B. Zellulose. Gleichzeitig wirken sie bei der Synthese der Vitamine Biotin, Folsäure, Niacin und K mit. Die Darmwand absorbiert Nahrungsreste und Wasser, wodurch der Stuhl eindickt. Becherzellen produzieren Schleim, um den Stuhl besser in Richtung Enddarm zu transportieren. 

Enddarm

Der ca. 20 cm lange Enddarm teilt sich in Mastdarm und Analkanal. Im Mastdarm kann der Stuhl bis zu fünf tage bleiben, bevor bestimmte Muskelgruppen das Signal an das Gehirn senden, dass es jetzt Zeit für die Entleerung ist. Die primäre Muskulatur des After wird unbewusst vom Gehirn gesteuert, um ihn abzudichten. Venenknäuel sorgen zusätzlich dafür. 
Übrig von der Nahrung bleiben die unverdaulichen Reste, Schleim, Wasser und Bakterien. Die braune Farbe kommt übrigens von Sterkobilin, einem Abbauprodukt der Gallenfarbstoffe.

Autor: Christina Liersch