Wenn der Darm Probleme macht Hausmittel bei Verdauungsproblemen

Bei vielen Problemen verschaffen Hausmittel oder rezeptfreie Mittel bereits Linderung. Wir zeigen euch, welche Mittel bei Verdauungsproblemen helfen.

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Endlich Urlaub und dann das: Magen und Speiseröhre brennen nach dem Essen wie Feuer. Und der Bauch meldet Blähungen oder ein unangenehmes Grummeln. Gerade in den ersten Tagen der schönsten Wochen des Jahres spielen Magen und Darm oft verrückt und bescheren einem Verdauungsstörungen. Wieso das?

Beide Verdauungsorgane sind Knotenpunkte von insgesamt fast 130 Millionen Nervenzellen - und damit wahre Sensibelchen. Der Urlaubs-Vorbereitungs-Marathon, dazu der Reise- und Klimastress und die ungewohnte Küche sind oftmals die Ursachen für Verdauungsbeschwerden. Es kommt zu Erbrechen, Sodbrennen, Blähungen und Verstopfung - gern auch alles zusammen. Außerdem lauert vor allem in südlichen Ländern auf jeden dritten Urauber ein Reisedurchfall, weil im Wasser und in verunreinigten Nahrungsmitteln Bakterien und Viren sind, die den Darm infizieren und zu einer Erkrankung führen.

Hier erfahrt ihr, welche Hausmittel bei welchen Verdauungsstörungen fruchten. Sollten die Beschwerden allerdings nicht nur vorübergehend sein, sondern mehr als zwei Wochen ohne Besserung anhalten, ist es wichtig einen Arzt aufzusuchen. Die Verdauungsbeschwerden könnten ebenfalls die Symptome ernsthafter Erkrankungen sein.

Bei Blut im Stuhl, starkem Erbrechen, schwerem anhaltenden Durchfall sowie starken Bauchschmerzen ist allerdings sofort ein Arzt zu kontaktieren.

Die besten Hausmittel

Als Starthilfe für die Verdauung weicht ihr Abends je fünf Dörrpflaumen und getrocknete Feigen in einem Liter lauwarmen Wasser ein. Morgens auf nüchternen Magen die Flüssigkeit trinken und die Trockenfrüchte essen.

Das hilft euch dagegen bei Sodbrennen: Einen Teelöffel feine Heilerde, welche ihr in der Apotheke kaufen könnt, in einem halben Glas Wasser aufgeweicht vor jeder Mahlzeit trinken. Um Sodbrennen vorzubeugen gibt es einige Tipps: wenig Kaffee, Alkohol, scharf gewürzte Speisen und säurehaltige Säfte, fünf kleine statt drei große Mahlzeiten am Tag, drei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen und den Kopf Nachts auf ein dickes Kissen betten.

Das beste Rezept gegen Verstopfung sind fünf Portionen Obst (mit Schale) und Gemüse sowie 200 Gramm Vollkornbrot, -nudeln oder -reis pro tag. Hierin enthalten sind eine Menge an Ballaststoffen, welche das Stuhlvolumen erhöhen und so die Verdauung in Ganz setzen. Ein gut bekömmliches, natürliches Abführmittel. Dazu solltet ihr mindestens zwei Liter Flüssigkeit trinken und 30 Minuten Bewegung in euren Tag einplanen. Das hält den Darm in Schwung und verhindert Verstopfungen. Gut zu wissen: Antibabypille, Blutdrucksenker, Eisenpräparate oder Schlaftabletten machen die Verdauung träge. Dagegen helfen Sennesblätter, Rizinusöl oder Faulbaumrinde dabei, die Verdauung anzuregen. Diese pflanzlichen Mittel gibt es in Form von Tees, Saft oder Kapseln in Drogerien sowie Apotheken zu kaufen.

Die optimale Durchfall-Prophylaxe in südlichen Ländern: nur durchgegarte Lebensmittel essen, auf Salat und Eiswürfel verzichten, Obst schälen, Wasser aus verplompten Flaschen trinken und damit auch die Zähne putzen. Denn unreines Wasser ist die gängigste Ursache für Erkrankungen im Urlaub. Um bestehenden Durchfall zu bekämpfen, bietet es sich auch hier an, auf pflanzliche Mittel zurückzugreifen. Heidelbeeren, Brombeerblätter, Tormentillwurzelstock und Uzarawuzel sind Stoffe, die die Verdauung bei Durchfall auf natürliche Art und Weise unterstützen. Ergänzt eure Ernährung zu Zeiten von Durchfall mit Möhrensuppe. Beim Kochen von Möhren werden erwiesenermaßen Stoffe freigesetzt, die ein Anhaften der Keime an der Darmwand verhindern. So können die Keime schneller ausgeschieden werden, und der Durchfall klingt schneller ab.

Gegen Blähungen, Völlegefühl und Aufstoßen helfen insbesondere die Hausmittel Anis, Kümmel und Fenchel. Kamille und Pfefferminz wirken zusätzlich einem Blähbauch entgegen. Um das Völlegefühl zu verhindern, solltet ihr auf Alkohol weitestgehend verzichten, da dieser die Verdauung hemmt.

Selbst behandeln - aber richtig

"Nie länger als maximal zwei Wochen selbst herumdoktoren" lautet die Faustregel bei Verdauungsproblemen. Kommen die Beschwerden nach dem Absetzten der Arzneien wieder, solltet ihr unbedingt zum Arzt gehen. Das gilt vor allem für Abführmittel. Sie sind keine Dauerlösung, weil dann Darmveränderungen oder Herzprobleme drohen. Das gefährdet eure Gesundheit.

 

Die sogenannten Protonenpumpenhemmer gegen Sodbrennen können Osteoporose fördern und lassen die Beschwerden nach dem Absetzen manchmal umso stärker wieder aufflammen. Durchfallmittel sollten nur im Notfall genommen werden, denn sie verhindern das Abtransportieren von Keimen aus dem Körper. Bei Fieber und Durchfall, der länger als zwei Tage dauert, sollte grundsätzlich ein Arzt aufgesucht werden.