Darmbakterien im Einsatz Probiotika für einen gesunden Darm

Unser Darm und die in ihm lebenden Darmbakterien, insbesondere im Dickdarm, haben einen großen Einfluss auf unseren allgemeinen Gesundheitszustand. Wird die Darmflora durch beispielsweise die Einnahme von Antibiotika, einer ungesunden Ernährung, Stress oder zu wenig Bewegung geschwächt, können sich die schädlichen Mikroorganismen in unserem Körper stark vermehren. Die nützlichen bzw. "guten" Darmbakterien werden abgewehrt - ein Ungleichgewicht im Darm entsteht. Hier kommen die gesundheitsfördernden Probiotika ins Spiel.
Wie sie aufgenommen werden und welche Wirkung sie im Körper erzielen, lest ihr hier!

Probiotika

Was bewirken Probiotika?

Grundsätzlich werden den verschiedenen probiotischen Bakterienstämmen die folgenden gesundheitsfördernden Eigenschaften zugeteilt:

  • Förderung der Verdauung von Milchzucker (Lactose) 
  • Hilfe bei Bluthochdruck
  • Wirken positiv bei Verstopfungen und Durchfall
  • Positive Wirkung bei einer Magen-Darm-Grippe
  • Hilfe beim Reizdarmsyndrom

Milchsäurebakterien werden die folgenden positiven Eigenschaften zugesprochen:

  • Verbesserung der Knochendichte
  • Vorbeugung gegen Bluthochdruck (gilt nur für Naturjoghurt)
  • Verbesserung der Darmflora

Milchpilz im Kefir, der Kefirknolle, werden die folgenden positiven Eigenschaften zugesprochen:

  • Regulierung des Blutdrucks
  • Antimikrobielle Wirkung
  • Entzündungshemmend
  • Positive Wirkung auf das Immunsystem
  • Der Kombucha Tee hat eine leicht antibakterielle Wirkung und wirkt sich ebenfalls positiv auf die Darmgesundheit aus. Allerdings gilt das nicht für den im Supermarkt oder Reformhaus erhältlichen Kombucha. Nur frischer Kombucha kann als probiotisches Lebensmittel bezeichnet werden.

Besonders in den folgenden Käsesorten sind hohe Mengen an probiotischen Bakterien enthalten:

  • Gouda
  • Mozzarella
  • Parmesan
  • Cheddar
  • Gruyère

Aber: In pasteurisiertem Käse kommen keine lebenden Bakterien vor!

Wie werden Probiotika hergestellt?

Die lebenden Mikroorganismen sind schon seit mehr als 100 Jahren bekannt und wurden das erste Mal von einem ukrainischen Forscher in Form einer probiotischen Kultur aus verzehrten Sauermilchprodukten nachgewiesen. 1908 erhielt er für deren Nachweis den Nobelpreis für Medizin. In den letzten 30 Jahren hat die Medizin wieder die positive Wirkung von probiotischen Bakterienstämmen auf die Darmflora und damit auf die Gesundheit des Menschen entdeckt. Seitdem wurde intensiv geforscht und es wurden weitere Stämme entdeckt, die noch mehr Therapieansätze ermöglicht haben. Besonders im Fokus sind Lactobacillus acidophilus und Bifidobacterium, beide kommen am zahlreichsten in der menschlichen Darmflora vor. 

Heute werden in modernen Verfahren die Probiotika industriell hergestellt. Allerdings sind an den Herstellungsprozess zahlreiche Bedingungen geknüpft, damit die Probiotika ihre positiven Eigenschaften entfalten können. Probiotische Stämme verlieren schnell ihre Lebensfähigkeit, wenn sie mit Gallen- oder Magensekreten in Berührung kommen. Daher ist es wichtig, dass die Stämme unbeschadet die Magenpassage überstehen, sie als säureresistent sind. 

Durch Schockfrostung können die Bakterienkulturen weiterverarbeitet werden. So können die Probiotika bei fachgerechter Lagerung eine hohe Lebensdauer erreichen. Als magensaftresistente Kapseln oder in Pulverform werden die meisten Probiotika nun am Markt angeboten. 
Natürlich vorkommende probiotischen Bakterien vermehren sich bei guten Bedingungen von selbst. Ein gutes Beispiel hierfür sind Sauerkraut oder auch Joghurt.