Magenverkleinerung bei Übergewicht Kann ich durch Magenverkleinerung abnehmen?

Macht es eigentlich Sinn, eine Magenverkleinerung vorzunehmen, um schneller abzunehmen? Übernimmt die Krankenkasse die Kosten oder wird es nur bezahlt, wenn gesundheitliche Probleme bestehen? 

Ursachen für Übergewicht

Was genau bedeutet Magenverkleinerung?

Die Magenverkleinerung ist eine Operation, die der Gewichtsreduzierung dient beziehungsweise diese ermöglichen soll. Übergewicht, auch Adipositas genannt, kann zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. 

Voraussetzungen für eine Magenverkleinerung

Bevor ihr euch für eine operative Magenvergkleinerung entscheidet, solltet ihr euch im Klaren darüber sein, dass es sich um eine Operation handelt, die wie jeder andere Eingriff auch mit Risiken verbunden ist. Zudem wird diese OP auch nur dann durchgeführt, wenn jegliche Abnehm-Maßnahme versagt hat. Auch bei Menschen, die bereits gesundheitliche Einschränkungen zeigen, kann eine Magenverkleinerung vorgenommen werden.

Welche Arten von Magenverkleinerung gibt es?

Es gibt ganz verschiedene Methoden der Magenverkleinerung. Es wird unterschieden zwischen: Schlauchmagen, Magenballon, Magenband und Magenbypass.

  • Der Schlauchmagen wird so genannt, da bei dieser Methode der Großteil des Magens entfernt wird und nur ein Restmagen in Schlauchform bleibt. Diese Methode ist vor allem für diejenigen geeignet, die bereits unter gesundheitlichen Einschränkung leiden (zum Beispiel Diabetes). Risiken beim Schlauchmagen: Es kann passieren, dass sich Magensäure ins umliegende Gewebe absetzt. Ebenso ist ein Risiko, dass sich durch den Schlauchmagen weniger Magensäure bildet. Das hätte zur Folge, dass ihr zusätzliche Vitamine (B12) zu euch nehmen müsst, damit die Nahrungsaufnahme bzw. -verarbeitung nicht beeinträchtigt wird.
  • Der Magenballon kann via einer Magenspiegelung oder durch Schlucken platziert werden. Bei der Schluckmethode wird mit einem Schlauch der Magenballon, in den Magen gebracht und mit einem ungiftigen Gas gefüllt. Bei der Gastroskopie wird unter kurzer Narkose der Ballon direkt in den Magen eingesetzt. Diese Methode erfordert meistens einen Krankenhausaufenthalt von ca. 2-3 Tagen. Das ist notwendig, da der Patient nach der Behandlung intravenös gegen Übelkeit und Erbrechen behandelt werden muss. Nebenwirkung: Der Magenballon löst in den ersten Tagen nach Einsetzen starke Übelkeit mit Erbrechen aus. Auch der Magenballon bringt Risiken mit sich. Er kann porös werden und im Magen platzen.
  • Beim Magenbypass handelt es sich um eine Methode, bei der der Magen praktisch in zwei Teile geteilt wird. Das kleinere Teil, der Magenbypass, nennt sich Magentasche. Da die Magentasche nicht besonders viel Nahrung aufnehmen kann, kommt es rascher zu einem Sättigungsgefühl. Habt ihr einen Magenbypass, solltet ihr Eisen, Vitamin B12 und Kalzium zu euch nehmen, denn die Nährstoffaufnahme funktioniert nur noch eingeschränkt, wodurch Spurenelemente absorbiert werden.
  • Die Magenbandmethode ist ähnlich wie die des Magenbypass. Auch hier wird der Magen in zwei Teile geteilt. Jedoch gibt es hier keine Magentasche, sondern das Band ist verstellbar, dient praktisch als Vormagen mit einer Füllmenge von ca. 20 bis 30 Milliliter. Hierdurch dauert es länger, bis das Essen den eigentlichen Magen erreicht, wodurch der Patient schneller ein Sättigungsgefühl verspürt.
Euer Arzt wird mit euch sämtliche Methoden der Magenverkleinerung durchsprechen und zusammen entscheidet ihr, welche Methode die Geeignetste für euch ist. 

Werden die Kosten für eine Magenverkleinerung übernommen und was kostet es als Selbstzahler?

Wer sich einer Magenverkleinerung unterziehen möchte, muss als Selbstzahler tief in die Tasche greifen. Die Kosten liegen hier zwischen ca. 8.000 und 25.000 Euro. Ein einzelner Magenballon kostet hingegen zwischen zwei und dreitausend Euro. Jedoch kommen die Kosten für den Krankenhausaufenthalt.

Damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt, müsst ihr bestimmte Kriterien erfüllen. Die Krankenkasse wird dieses genauestens überprüfen. Gezahlt wird, wenn ihr schon sämtliche Maßnahmen unternommen habt und diese nicht zur gewünschten Gewichtsreduzierung geführt haben. Solltet ihr durch euer Gewichtsproblem unter Diabetes leiden, habt ihr gute Chancen auf Übernahme der Kosten. Ihr müsst bereit sein, eure Ernährungsgewohnheiten umzustellen, ebenso auf Zucker zu verzichten, beziehungsweise den Zuckerkonsum stark einzuschränken. Alkohol und Drogen sind Tabu bei einer Kostenübernahme der Magenverkleinerung. 

Vom Antrag der Kostenübernahme bis zur Bewilligung kann es aber etwas dauern. Ihr müsst bereit sein, an bestimmten Maßnahmen beziehungsweise einem Programm teilzunehmen. Darunter versteht sich eine Therapie beim Psychologen, Untersuchungen bei Fachärzten, Ernährungsberatern und Experten für Adipositas. Anhand dieser Untersuchungen und dieses Programmes wird festgestellt, ob die Operation die einzige Methode ist, um sicher Gewicht reduzieren zu können. 

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