Zum Weltkrebstag Ernährung bei Darmkrebs

Darmkrebs und die damit verbundene Therapie sind eine große Belastung für den Körper. Daher ist es wichtig, ihm genügend Energie und Nährstoffe zuzuführen. Welche das sind, erfahren Sie hier!

Darmkrebs

Energiezufuhr und Gewicht

Darmkrebs ist für den Körper eine hohe Belastung. In dieser Zeit benötigt er mehr Energie. Der Bedarf kann je nach Therapiestadium bei + 75% liegen, z.B. durch einen erhöhten Temperaturanstieg. Während einer Chemo- oder Strahlentherapie verändert sich auch der Geschmackssinn, sodass viele Lebensmittel sehr stark oder gar nicht schmecken. Viele Betroffene nehmen dadurch nicht genug Energie zu sich, sondern bauen Fett und Muskulatur ab. Es ist wichtig, dass Körpergewicht zu halten, da die Therapie sonst noch anstrengender werden kann und sich der Genesungsprozess verzögert. 

Gründe für Gewichtsverlust

  • Appetitlosigkeit und veränderter Geschmackssinn
  • Höherer Energieverbrauch durch z.B. Temperaturanstieg
  • Nebenwirkungen der Chemotherapie: Appetitlosigkeit, Durchfall, Übelkeit
  • Entfernung von Darmabschnitten 

Was muss ich bei der Ernährung beachten?

Bei der Ernährung ist es wichtig darauf zu achten, genügend bzw. mehr Kalorien als sonst zu sich zu nehmen. Es sollten alle Mikro- und Makronärstoffe wie Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Vitamine und Spurenelemente abgedeckt werden. Die Ernährung sollte gesund und ausgewogen sein.

Kohlenhydrate
Der Kohlenhydratbedarf ist bei einem Krebskranken erhöht. Ist es Ihnen nicht oder nur schwer möglich den Bedarf zu decken, hilft es schon den Tee zu süßen oder Fruchtsäfte, Honig und Kaltschalen in den Speiseplan einzubauen. Außerdem ist naschen erlaubt, da Schokolade und Co. schnell Zucker und Energie liefern. Zusätzliche Kalorien liefert Maltodextrin aus der Apotheke. Das Pulver kann ganz leicht in Mahlzeiten gemischt werden.

Fette
Bei Fetten kommt es auf gesunde, also ungesättigte, Fettsäuren an. Diese wirken antientzündlich, geben Energie und sind Träger von fettlöslichen Vitaminen wie A und E. Omega 3, z.B. aus Fisch, stabilisiert die Immunabwehr und hat einen positiven Einfluss auf Entzündungsprozesse. Gleichzeitig eignet sich Fett bestens dazu, um den täglichen Kalorienbedarf zu decken.

Proteine
Eiweiße sind die Bausteine von so ziemlich allem im Körper. Er benötigt Proteine, um Muskulatur und Körpergewebe zu halten und aufzubauen, sowie Enzyme, Hormone und Immunstoffe zu bilden. Für onkologische Patienten werden 1,2 - 1,4g Eiweiß pro Kilo Körpergewicht empfohlen. Für eine 70kg schwere Person sind das 84 - 98g pro Tag. Grundsätzlich gilt: Wer keine Nierenprobleme hat, kann auch mehr Eiweiß zu sich nehmen.

Ballaststoffe
Durch eine Chemo- und Strahlentherapie oder Operation kann die Darmwand beschädigt sein. Da können Ballaststoffe vorerst schädlich sein, da sie zu einer mechanischen Reizung führen können, welche Durchfälle auslösen können. Desweiteren kann es zu vermehrter Gasbildung, Völlegefühl und Blähungen kommen. Zur Prävention und wenn sich der Darm nach einer Therapie wieder beruhigt hat, sind Ballaststoffe sehr nützlich, da ihre Schleimstoffe die Verdauung fördern und die Darmwände schützen.

Vitamine und Spurenelemente
Sie sind für den Körper unverzichtbar und sollten deshalb in großem Maß zugeführt werden. Vitamine sorgen für die Aufrechterhaltung des Immun- und Leistungssystems, schützen vor oxidativem Stress und sind an der Herstellung von Hormonen beteiligt. Antioxidantien fangen freie Radikale im Körper und unterstützen dadurch den Kampf gegen den Krebs. Vitamin B9 ist dagegen wichtig für das Wachstum der Darmschleimhaut und Vitamin B12 für die Reifung roter Blutkörperchen.

  • Vitamin A: enthalten in grünem Obst und Gemüse wie Fenchel und Spinat, aber auch Kürbis, Möhren, Honigmelone
  • Vitamin C: enthalten in Orangen, Erdbeeren, schwarze Johannisbeeren, Kiwi, Papaya, Sanddornbeeren
  • Vitamin E: enthalten in Nüssen und kaltgepressten Ölen
  • Vitamin B9: enthalten in Getreide, Gemüse, Fenchel, Blumenkohl und Rote Bete
  • Vitamin B12: enthalten in tierischen Produkten wie Rindfleisch

Ernährung nach einer OP

Nach einer Operation sollte schwer verdauliche, ballaststoffreiche und blähende Lebensmittel verzichtet werden. Dazu gehören Vollkornprodukte, rohes Gemüse, Kohl, Erbsen und Bohnen. Stattdessen sind mehrere kleine Mahlzeiten sinnvoll. In der Zeit nach der OP kann der Patient herausfinden, welche Nahrungsmittel er gut verträgt und kann an ihnen festhalten. Innerhalb weniger Wochen sollte sich die Verdauung jedoch wieder normalisiert haben.

Ernährung bei künstlichem Darmausgang

Ileostoma
Bei einem Ileostoma wird der Dünndarm oder ein Teil des Dünndarms entfernt. Dadurch kann es zu einer Laktoseintoleranz kommen, da im Dünndarm normalerweise der Milchzucker von Laktat gespalten wird. Ist das Laktat verringert, gelangt die Lactose ungespalten in den Dickdarm, wodurch Blähungen und Durchfälle entstehen können. Dagegen hilft es auf Hart-, Schnitt- und Weichkäse, laktosefreie Produkte oder Sojaprodukte umzusteigen.
Auch kann es passieren, dass es zu einem Fetttstuhl kommt, da weniger Gallensäure produziert wird, welche für die Verdauung von Fett zuständig ist. So wird das Fett von der Darmschleimhaut schlechter aufgenommen und stattdessen wieder ausgeschieden. Sollte dies der Fall sein, sollte die Fettzufuhr gesenkt und nurkleine Portionen zugeführt werden. 
Bei der Entfernung des Dünndarms steigt auch das Risiko für Nierensteine, da sich die Aufnahme von Oxalsäure erhöht. Deshalb sollten Patienten oxalsäurehaltige Lebensmittel wie Kakao, Rhababer, Schwarzer Tee und Pfefferminz meiden.

Colostoma
Bei einem Colostoma ist eine gesunde, ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung der richtige Weg. Theoretisch kann alles gegessen werden. Patienten finden mit der Zeit auch heraus, welche Lebensmittel sie gut und welche sie weniger gut vertragen. Wichtig ist dennoch eine kontinuierliche Energie- und Nährstoffzufuhr. Diese ist mit 5 bis 6 Mahlzeiten am Tag gedeckt.