Den Darm wieder in Schwung bringen Hilfe bei Darmträgheit

Wenn euer Darm nur noch mit verlangsamten Bewegungen arbeitet, das Zusammenziehen der Darmmuskulatur nicht mehr richtig funktioniert und sich dadurch der Darminhalt staut, dann hat den Darm die Darmträgheit erwischt. Sie ist eine der häufigsten Magen-Darm-Beschwerden und betrifft Frauen häufiger als Männer.

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Woran ihr einen trägen Darm erkennt

Wenn auf euch folgende Anzeichen zutreffen, dann verträgt auch euer Darm eine Portion mehr Schwung:

Die längere Verweildauer des Darminhaltes verursacht ein Völlegefühl. Ein erhöhter Entzug von Wasser und Salzen lässt den Stuhl härter und trockener werden. Durch die veränderte Konsistenz fällt euch der Stuhlgang schwerer. Die Stuhlgang-Frequenz nimmt ab und es bleibt auch anschließend das Gefühl, der Darm wäre nicht vollständig entleert. Ebenso können Bauchschmerzen und Blähungen Symptome sein. Länger anhaltende Darmträgheit kann im schlimmsten Fall zu chronischer Verstopfung, in der Fachsprache als Obstipation bezeichnet, führen.

Wodurch wird der Darm träge?

Mit zunehmenden Alter nimmt die Darmbewegung ab. Das ist ein natürlicher Teil des Alterungsprozess. Aber auch andere Faktoren können einen Einfluss auf die Darmbewegung haben.

Mangel an Bewegung im Alltag und eine ungesunde Ernährung mit zu wenig Ballaststoffen und zu viel Fett sind besonders in westlichen Industrieländern häufig die Ursache für Darmträgheit. Auch eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr oder ein häufiges Unterdrücken des Stuhlgangreizes können für eine geringe Darmbewegung verantwortlich sein. Bestimmte Medikamente können ebenfalls Darmträgheit verursachen. Wenn ihr Präparate aus einer der folgenden Medikamentengruppen nehmt, könntet ihr betroffen sein:

  • Blutdrucksenker
  • Opiate
  • Neuroleptika
  • Antidepressiva
  • Medikamente gegen Parkinson
  • Antiepileptika
  • Eisenpräparate

Funktionsstörungen des Darms sowie manche Krankheiten können ebenfalls Ursache für Darmträgheit sein. Zu diesen gehören beispielsweise Diabetes, Morbus Parkinson oder auch eine Unterfunktion der Schilddrüse. Manchmal ist die Ursache für Darmträgheit aber auch erfreulich: Eine Schwangerschaft kann durch hormonelle Schwankungen die Darmbewegung beeinflussen.

Was kann ich gegen Darmträgheit tun?

Bewegung hilft - auch um den Darm in Bewegung zu bringen. Schon etwas mehr Bewegung im Alltag kann euch helfen. Nehmt die Treppe statt des Aufzugs, geht in der Mittagspause spazieren und tobt mit den Kindern draußen. Ein straffes Sportprogramm muss es nicht sein.

Stellt eure Ernährung auf ballaststoffreiche, fettarme und hochwertige Nahrungsmittel um. Bei Darmträgheit solltet ihr etwa 35 Gramm Ballaststoffe pro Tag zu euch nehmen. Greift daher lieber zum Vollkornbrot mit magerem Frischkäse und Tomaten statt zum Weißmehl-Toast mit Marmelade. Auch bei Nudeln und Reis ist die Vollkornvariante zu bevorzugen. Besonders ballaststoffreich und gesund sind beispielsweise Dinkelflocken, Haferflocken, Artischocken, Nüsse und Hülsenfrüchte. Damit die Ballaststoffe richtig quellen können und ihre Wirkung für den Darm zeigen, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr nötig. Die Empfehlungsangaben schwanken zwischen mindestens 1,5 und 2,5 Liter. Vorzugsweise sind Wasser, Tee oder auch mal Kaffee ohne Zucker zu trinken. Eine Umstellung zu einer entsprechend vorteilhaften Ernährung solltet ihr aber nicht zu abrupt machen. Eine zu plötzliche Umstellung kann negative Auswirkungen auf die Verdauung haben und Durchfall oder Verstopfung auslösen. Bei uns findet Ihr viele hilfreiche Tipps, die euch bei einer gesunden Ernährung helfen. Auch das Hinzuziehen einer professionellen Ernährungsberatung, bei der ein entsprechender Plan ausgearbeitet wird, kann hilfreich sein. Denn dabei wird die genaue Zusammensetzung bestimmter Nährstoffe noch besser berücksichtigt.

Hausmittel und Behandlungsmöglichkeiten

Neben den allgemeinen Tipps zur entsprechenden Ernährungsumstellung können diverse Hausmittel die Darmtätigkeit weiter anregen. Wer rohes Sauerkraut mag, sollte davon morgens drei Gabeln noch vor dem Frühstück essen. Oder ihr ersetzt das Sauerkraut durch ein Glas abgestandenes Wasser auf nüchternen Magen. Ebenfalls hilfreich ist ein Esslöffel Olivenöl vor dem Frühstück. Auch die regelmäßige Einnahme natürlicher und löslicher Ballaststoffe (zum Beispiel Flohsamenschalen oder Weizenkleie) kann die Darmtätigkeit unterstützen.

Apotheken bieten zusätzlich rezeptfreie Mittel auf Naturbasis an. Unterzieht eurem Darm beispielsweise einmal einer Reinigungskur mit Hilfe von Bittersalzen. Auch Abführmittel erfreuen sich in dieser Hinsicht großer Beliebtheit. Dazu solltet ihr euch aber von einem Arzt oder in einer Apotheke beraten lassen - sie sind nur für einen kurzen Zeitraum geeignet. Zäpfchen oder Einläufe helfen meistens sehr schnell, bei der Einnahme von Abführmitteln in Tablettenform tritt eine Wirkung erst nach mehreren Stunden ein.

Hängt die Darmträgheit mit der Einnahme bestimmter Medikamente zusammen, so kann der Arzt die Dosis verringern oder ein alternatives Medikament empfehlen. Bei sehr starken Beschwerden können die Ursachen medikamentös behandelt werden. Ein chirurgischer Eingriff kommt nur als allerletztes Mittel infrage, wenn nichts anderes anschlägt und dauerhafte, starke Verstopfungsbeschwerden bestehen. Dieser Fall tritt aber nur äußerst selten ein.

In der Regel bekommt ihr Darmträgheit mit ein paar Veränderungen im Alltag und Unterstützung durch natürliche Mittel gut in den Griff.

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