Die Darmflora ins Gleichgewicht bringen Darmsanierung

Unser Darm ist eines der wichtigsten Organe in unserem Organismus. Deswegen sollten wir immer darauf achten, die Darmflora in einem ausgewogenen Gleichgewicht zu halten. Ist die Darmflora gestört, hilft eine Darmsanierung dabei, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen.

Frau formt Herz auf dem Bauch

Wie und wo kann ich eine Darmreinigung durchführen?

Chronische und wiederkehrende Erkrankungen können ein Grund für eine gestörte Darmflora sein. Eine Darmreinigung stellt das Gleichgewicht der Darmflora wieder her. Um die Ursache für das entstandene Ungleichgewicht zu klären, solltet ihr in jedem Fall einen Facharzt aufsuchen, der die Diagnose "gestörte Darmflora" fachgerecht stellen kann, euch entsprechend über die Methoden einer Darmreinigung aufklärt und während der Darmsanierung begleitet. Diese ist dann abgeschlossen, wenn ihr eine positive Veränderung spüren könnt und die Symptome zurück gegangen sind. Eine Therapie dauert vier bis sechs Wochen. Die gesunde und ausgewogene Ernährung sollte idealerweise nach der Darmsanierung beibehalten werden.

Die Therapie kann ohne große Diäten oder soziale und berufliche Einschränkungen von zu Hause und parallel zum normalen Arbeitsalltag durchgeführt werden. Es gibt verschiedene Methoden einer Darmreinigung, die auf eure persönliche Lebenssituationen angepasst werden können. Eine basische Ernährung während einer solchen Therapie ist empfehlenswert, aber nicht unabdingbar. Wenn ihr eure Ernährung während der Therapie umstellt, tritt der Effekt allerdings früher ein.

Hilfe bei Magen- und Darmproblemen

Wer sollte eine Darmsanierung durchführen?

Viele Menschen leiden heute unter Zivilisationskrankheiten, die oft von der Schulmedizin nicht auf den Darm zurück geführt werden. Der Darm stellt jedoch das Zentrum unserer Gesundheit dar. Eine gesunde Darmflora ist der Motor für einen gut funktionierenden und vitalen Organismus. Viele Patienten, die sich für eine Darmsanierung entschieden haben, litten unter ständigen Blähungen, Verstopfungen, einem chronischen Unwohlsein, Migräneattacken und sogar Angstzuständen. Manche Symptome deuten bereits an, dass sie mit einer geschädigten Darmflora zusammenhängen, doch viele körperliche Erscheinungen, wie Müdigkeit oder Augenblitze, werden in den seltensten Fällen mit unserem Magen-Darm-Trakt in Verbindung gebracht. Häufig wird eine Darmsanierung bei Reizdarm empfohlen. Es gibt jedoch noch keine Belege, dass sie sinnvoll ist. Eine Darmsanierung sollte nie ohne einen Facharzt ausgeführt werden! 

Aus schulmedizinischer Sicht besteht heute sogar ein Zusammenhang zwischen Migräneattacken und falscher Ernährung. Auslösefaktoren können zum Beispiel eine Fehlernährung und eine daraus resultierende geschädigte Darmflora sein.

In unserer Darmflora existieren zwischen 100 und 400 verschiedene Bakterienarten. Von unserem Darm aus werden ca. 80 Prozent des Immunsystems gesteuert und es werden Vitamine, wie K, B2, B12, Folsäure und Biotin in geringen Mengen hergestellt. Diese physiologischen Bakterien haben eine Wirkung auf die körpereigene Abwehr, allerdings nur, wenn die Darmflora gesund ist. Das Immunsystem wirkt sich direkt auf die Gesundheit aus, weshalb es auch hier so wichtig ist, den Darm gesund zu halten.

Symptome einer gestörten Darmflora

  • Blähungen
  • Übelkeit bis hin zu Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Entzündungen des Darms
  • Mangelerscheinungen (besonders Vitamine)
  • Migräne

Ursachen einer gestörten Darmflora

Für eine reibungslose Verdauung muss das Verhältnis von Laktobakterien und Kolibaterien ausgeglichen sein. Ist dies nicht der Fall, kann es passieren, dass der Magen zu viel Säure bildet und dadruch die empfindliche Magen- und Darmschleimhaut angreift. Die Gefahr einer Gastritis (Magenentzündung) oer eines Reizmagens steigt.

Ernährung
Ein unausgeglichenes Nährstoffverhältnis kann die Darmflora durcheinander bringen. Das geschiet vor allem, wenn auf bestimmte Nahrungsmittel, z.B. ballaststoffreiche Lebensmittel, verzichtet wird.
Weitere ernährungsbedingte Ursachen:
  • Ernährungsumstellung
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Einseitige Diäten
  • Fehlernährung
Medikamente
Am häufigsten werden Antibiotika mit einer gestörten Darmflora in Verbindung gebracht. Antibiotika unterscheiden während einer Anwendung nicht zwischen guten und schlechten Bakterien, sodass sie auch die guten Bakterien im Magen und Darm angreifen können. Aber auch Antipsychotika, Metformin (bei Diabetes), Protonenpumpenhemmer (bei Reflux), sowie Wirkstoffe zur Chemotherapie. Blutdrucksenker, Schmerzmittel und Antihistaminika können den Magen-Darm-Trakt stören. Im Zweifelsfall solltet ihr mit eurem Arzt sprechen.
 

Es werden grob zwei Arten von Darmbakterien unterschieden:

  • Die gesundheitsschädigenden und fäulnisbildenden Kolibakterien produzieren Substanzen, die sich in unangenehmenen und auffälligen Gerüchen in Stuhl, Schweiß und Urin ausdrücken. Bei der Verdauung von Proteinen entstehen die Stoffe Indol und Skatol als Abbauprodukt der Aminosäure Tryptophan. Diese Stoffe sind für den unangenehmen Geruch des Kots verantwortlich. Je mehr Tryptophan in der Ernährung enthalten ist, desto mehr kommen die Stoffe im Magen-Darm-Trakt vor.
  • Die gesundheitsfördernden Probiotika (Laktobakterien und Bifidobakterien). Sie stellen das Gleichgewicht in einer gesunden Darmflora her. Die beiden wichtigsten Arten sind Lactobacillus acidophilus und Bifidobacterium bifidus. Laktobakterien gehören zu den guten Bakterien, die ausreichend im Darm vorhanden sein sollten (perfektes Gleichgewicht 85% Laktobakterien, 15% Fäulnisbakterien).

Ablauf einer Darmsanierung

Darmreinigung

Eine Darmreinigung ist die Voraussetzung für eine Darmsanierung und somit der erste Schritt der Behandlung. Der Darm muss zuerst von schädlichen Stoffen und Rückständen befreit werden. Verfahren und Mittel werden immer an die Ursache der Beschwerden und den aktuellen Zustand des Betroffenen angepasst. Oft werden pflanzliche Mittel zur natürlichen Darmreinigung eingesetzt wie zum Beispiel die Colon-Hydro-Therapie, bei der der Darm mit sanften Einläufen gelehrt und gereinigt wird. Unter Umständen wird auch eine antimykotische (gegen Pilze) Therapie verwendet. Eine Darmkur kann bis zu zwei bis vier Wochen dauern.

Um euren Darm bei der Reinigung zu unterstützen ist es wichtig, viel kohlensäurefreies Wasser zu trinken. Das Wasser hilft dabei, die schädlichen Bakterien aus dem Körper zu spülen. Täglich mindestens zwei Liter Wasser, zusätzlich zu anderen Flüssigkeiten, helfen dabei, euren Darm zu reinigen.

Darmsanierung

Erst nach der Darmreinigung könnt ihr eine Darmsanierung durchführen. Ein Arzt wird mit euch die richtige Methode besprechen.

Eine Möglichkeit ist die Einnahme von milchsäurebildenden Keimen (Lactobazillen und Bifidobakterien) und Kolibakterien. Anschließend werden physiologische Darmbakterien angefüttert. Dadurch wird versucht, die Vermehrung der Milchsäurebildner durch Zugabe von unverdaulichen Oligosacchariden (Inulin und Oligofructose) anzuregen. 

Um die Darmflora langfristig beim Aufbau und Erhalt zu unterstützen, sollte die Ernährung umgestellt werden. Wichtig ist es, ballaststoff- und nährstoffreich zu essen, sowie sich regelmäßig zu bewegen. Ballaststoffe quellen in Magen und Darm auf, vergrößern das Stuhlvolumen und befördern ihn schneller nach außen. Gleichzeitig unterstützen Ballaststoffe den Aufbau von wichtigen Darmbakterien. Bewegung bringt den Darm zusätzlich in Schwung und bewirkt, dass der Darm nicht träge wird. 

Risiken einer Darmsanierung

Eine Darmsanierung, besonders aber die Darmspülung, sollte nie auf eigene Faust zu Hause durchgeführt werden, da das zahlreiche unschöne Nebenwirkungen mit sich bringen kann:

  • Übelkeit, Erbrechen
  • Störungen des Elektrolythaushalts und Austrocknung
  • Nierenversagen
  • Durchfall
  • Herzinsuffizient
  • Darmperforation
  • Infekte​
Eine Darmreinigung wird nicht für Patienten empfohlen, die unter Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, entzündlchen Ausstülpungen der Darmwand (Divertikulitis), Hämorrhoiden, sowie Nieren- udn Herzerkrankungen leiden. 
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