17. Februar 2021
Analfissur: Ursachen und Behandlung

Analfissur: Ursachen und Behandlung

Eine Analfissur ist äußerst schmerzhaft und stellt für Betroffene eine große Belastung dar. Aufgrund der Schmerzen wird der Stuhl oft unterdrückt und ein Teufelskreis beginnt. Hier erfahren Sie, wie es zur Analfissur kommt und wie sie behandelt wird.

Was ist eine Analfissur?

Unter einer Analfissur, auch Afterriss, versteht man einen länglichen Einriss der Innenhaut im Analkanal (Anoderm), woraufhin an dieser Stelle ein Geschwür entsteht. In den meisten Fällen wird eine Analfissur durch zu starkes Pressen beim Toilettengang aufgrund von zu hartem Stuhl verursacht. Es wird zwischen akuter und chronischer Analfissur unterschieden. Eine akute Analfissur dauert höchstens sechs Wochen an und heilt meist ohne Komplikationen ab. Wenn es durch den Riss zu weiteren Veränderungen, wie zum Beispiel einer Verdickung, am After kommt, spricht man von einer chronischen Analfissur

Analfissur: Die Symptome

Der Einriss ist mit starken Schmerzen und weiteren unangenehmen Beschwerden verbunden. Aufgrund der Schmerzen beim Ausscheiden des Stuhls, unterdrücken Betroffene den Stuhlgang häufig, was als Stuhlverhalt bezeichnet wird. Der Stuhlverhalt verschlimmert das Beschwerdebild jedoch nur – der Stuhl dickt weiter an und wird noch härter. Symptome, die auf eine Analfissur hinweisen, sind:

  • stechende Schmerzen beim und nach dem Toilettengang
  • Verkrampfen des Afterschließmuskels
  • Blut im Stuhl oder am Toilettenpapier
  • Schleim und Nässe an der betroffenen Stelle
  • Hautverdickung
  • Jucken

Dadurch, dass sich der Schließmuskel durch den starken Schmerz verkrampft, wird die Region schlechter durchblutet. Das hat zur Folge, dass der Riss schlechter heilt. Unter Umständen können durch die Krämpfe sogar weitere Risse entstehen. Wenn der Riss bis in den Schließmuskel vordringt, kann sich durch die Krämpfe auch das Bindegewebe verhärten, sodass eine Verdickung (Vorpostenfalte) entsteht.

Ursachen einer Analfissur

In den meisten Fällen reißt die Analschleimhaut durch starkes Pressen bei hartem Stuhl ein. Weitere Ursachen sind Hämorrhoiden, Durchfall oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn. Es besteht auch die Möglichkeit, dass eine Analfissur durch Analverkehr verursacht wird.

Was tun bei einer Analfissur?

Eine akute Analfissur lässt sich meist mit Salben, Cremes oder auch Sitzbädern behandeln. Wenn die Ursache für den Riss ein zu harter Stuhl ist, dann helfen Maßnahmen, um die Konsistenz des Stuhls zu normalisieren. Beispielsweise können bei Verstopfungen Hausmittel zum Abführen helfen.

Aufgrund vieler Keime in dieser Körperregion besteht die Gefahr einer Infektion. Wenn Sie also eine Analfissur haben, sollten sie in jedem Fall einen Proktologen, also einen Facharzt auf dem Gebiet von Erkrankungen des Enddarms, aufsuchen. Dieser führt eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls auch eine Enddarmspiegelung durch. Bei einer chronischen Analfissur kann eine Operation erforderlich werden. Diese wird aber nur durchgeführt, wenn es wirklich notwendig ist, da der Schließmuskel während der Operation verletzt werden kann, was im schlimmsten Fall zu einer Inkontinenz führt.

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