18. November 2017
Alles rund um die Magen-Darm-Grippe

Alles rund um die Magen-Darm-Grippe

Eine Magen-Darm-Grippe gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten, rund jeder Fünfte leidet jährlich an der Krankheit. Meist durch einen Virus übertragen, führt die Magen-Darm-Infektion zu Durchfall und Erbrechen. Welche Symptome noch auftreten können, wie ein Magen-Darm-Infekt entsteht und was ihr dagegen tun könnt, erfahrt ihr hier.

Frau liegt auf dem Sofa mit den Händen vor dem Bauch.
© AntonioGuillem/iStock
Frau liegt auf dem Sofa mit den Händen vor dem Bauch.

Magen-Darm-Grippe ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Gastroenteritis, eine Magen-Darm-Entzündung. Besonders kleine Kinder und ältere Menschen sind häufig von der Krankheit betroffen, da sie ein schwächeres Immunsystem haben. Bei kleinen Kindern sowie bei älteren Menschen ist die Wahrscheinlichkeit höher, an einer Magen-Darm-Grippe zu erkranken, da sie ein schwächeres Immunsystem haben. Doch Menschen jeder Altersklasse können regelmäßig von dem Infekt betroffen sein. Die Magen-Darm-Grippe zeigt sich vor allem durch Symptome wie starken Durchfall und Erbrechen. Dadurch versucht der Körper, die aufgenommenen Bakterien schnellstmöglich wieder loszuwerden. In der Regel ist eine medikamentöse Behandlung bei einer Magen-Darm-Grippe nicht erforderlich, da die Erkrankung nach drei bis sechs Tagen von alleine abklingen sollte. Doch mit einigen Hausmitteln könnt Ihr Euer allgemeines Wohlbefinden während dieser unschönen Krankheit verbessern und Euren Körper unterstützen. Wir zeigen euch ein paar Hilfsmittel und erklären die Ursache einer Gastroenteritis.

Symptome und Krankheitsverlauf

Die typischen Symptome einer Magen-Darm-Infektion sind Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Kopfschmerzen, krampfartige Bauchschmerzen und leichtes Fieber. Da Durchfall und Erbrechen oft gleichzeitig auftreten, wird die Magen-Darm-Grippe auch Brechdurchfall genannt. Die Krankheitserreger greifen die Schleimhäute an, wodurch die Nahrung nicht mehr normal verdaut werden kann. Das führt zu einer vermehrten Wasserausscheidung im Darm, welche den Nahrungsbrei flüssig macht und die Symptome schließlich hervorruft.
Die Beschwerden durchlaufen den Körper in der Regel von oben nach unten, da die Erreger den Verdauungstrakt auch in dieser Reihenfolge passieren. Die Erreger gelangen durch den Mund zum Magen, wodurch die Symptome Übelkeit und Erbrechen entstehen. Das ist ein Schutzmechanismus des Körpers, um die schädlichen Eindringlinge wieder loszuwerden, bevor sie in den Darm gelangen. Gelangen die Erreger aber dennoch in den Darm, lösen sie dort den akuten Durchfall aus. Auch dieses Symptom ist ein Abwehrmechanismus des Körpers. Durch den Durchfall sollen die Krankheitserreger möglichst schnell aus dem Körper gespült werden. Sowohl Erbrechen als auch Durchfall gehen aber mit einem erhöhten Flüssigkeitsverlust einher. Aufgrund dessen ist die Magen-Darm-Grippe in der akuten Phase sehr kräftezehrend und Betroffene sollten Bettruhe einhalten und darauf achten, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Ursachen für eine Magen-Darm-Grippe

Die häufigsten Ursachen eines Magen-Darm-Infekts sind Viren und Bakterien. In seltenen Fällen kann aber auch eine Lebensmittelvergiftung oder ein Parasit der Auslöser sein.

Viraler Infekt

Die bekanntesten Viren, die zu einer Magen-Darm-Grippe führen, sind Noroviren und bei Kindern Rotaviren. Die Erreger gelangen meist durch Lebensmittel oder das Trinkwasser in den Körper und vermehren sich anschließend im Dünndarm. Auch eine Tröpfcheninfektion ist möglich. Dabei übertragen sich die Viren direkt von den einen auf den anderen Menschen. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Beschwerden kann es zwischen ein und drei Tagen dauern.
Bei einer Ansteckung mit Noroviren fällt der Krankheitsverlauf bedeutend heftiger aus als bei anderen Erregern. Diese Viren sind besonders ansteckend und können auch bis zu 48 Stunden nach dem Abklingen der Symptome noch infektiös sein. Teilweise bleiben Noroviren sogar noch Wochen im Körper, wodurch Erkrankte bedeutend länger ansteckend sein können, als dies bei anderen Viren der Fall wäre.
Rotaviren treten dagegen besonders bei Magen-Darm-Infektionen bei Kindern auf. Inzwischen gibt es sogar einen Impfstoff gegen das Virus, welcher aber in den ersten sechs Lebensmonaten gespritzt werden muss.

Bakterieller Infekt
Eine Erkrankung durch Bakterien tritt seltener auf als eine durch Viren. Aber auch Salmonellen und E. coli-Bakterien können eine Magen-Darm-Infektion hervorrufen. Mit Salmonellen infiziert man sich meist durch rohe tierische Lebensmittel wie Fisch, Eier und Fleisch. E. coli-Bakterien sind dagegen Bestandteil unserer natürlichen Darmflora. Bestimmte Bakterienstämme, wie zum Beispiel die ETEC-Bakterien, können jedoch Infektionen hervorrufen.

Eine Lebensmittelvergiftung zählt auch zu einer bakteriellen Erkrankung. Schuld an der Magen-Darm-Grippe sind in diesem Fall Bakterien, die giftige Inhaltsstoffe enthalten und über verdorbenes Essen aufgenommen wurden. Hier setzen die Symptome wie Durchfall und Erbrechen schon nach wenigen Stunden ein.

Vorbeugung und Behandlung einer Magen-Darm-Infektion

Um potentiellen Ansteckungsquellen aus dem Weg zu gehen, solltet ihr einige Dinge beachten:

  • Eine Impfung ist immer eine gute Möglichkeit, sich vor Krankheiten zu schützen. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Virentypen ist eine Impfung leider nicht flächendeckend.
  • Hygiene ist die größte Waffe im Kampf gegen eine Infektion jeder Art und im Besonderen bei einer Magen-Darm-Infektion. Die ansteckende Erkrankung verbreitet sich entweder über Tröpfchen- oder Schmierinfektion, ein hohes Maß an Hygiene dient als guter Schutz gegen eine Infektion. Das oberste Gebot ist es, Abstand zu erkrankten Personen zu halten. Sollte dies nicht möglich sein, ist es wichtig, direkten Hautkontakt zu vermeiden. Außerdem gilt es, vor und nach jedem Kontakt mit den Händen oder auch der Toilette des Patienten die eigenen Hände gründlich zu desinfizieren. Desinfektionsmittel findet sich inzwischen in jeder Drogerie und sollte immer im Haushalt vorhanden sein.
  • Um eine Ansteckung über Lebensmittel zu vermeiden ist es wichtig, die Nahrung korrekt zuzubereiten. Gerade bei rohem Fleisch, Fisch und Eiern ist die Salmonellen-Gefahr sehr hoch und die Zubereitung umso wichtiger. Salmonellen überleben sogar eure Gefriertruhe und sterben erst bei Temperaturen über 70 Grad Celsius ab. Am besten ist es, Fleisch und Fisch für längere Zeit anzubraten, um die Bakterien zu töten. Außerdem solltet ihr Fisch und Fleisch vor der Zubereitung sehr ordentlich waschen.

Magen-Darm-Infekte treten besonders häufig im Urlaub auf, da dort andere Hygienestandards herrschen und Lebensmittel häufig nicht so sorgfältig aufbewahrt werden.

Wenn euch trotz Vorsorge die Gastroenteritis erwischt hat, ist es in erster Linie wichtig, ausreichend Wasser zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust sowie den Elektrolythaushalt auszugleichen. Zusätzlich solltet Ihr Quellstoffe, wie Leinsamen, Weizenkleie und Flohsamen zu euch nehmen - die beruhigen den Magen und unterstützen die Genesung.
Falls eure Beschwerden allerdings nach 48 Stunden noch keine Besserung zeigen, hohes Fieber auftritt oder Blut im Stuhl ist, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann diagnostizieren, ob hinter den Beschwerden vielleicht eine andere Krankheit als die Magen-Darm-Erkrankung steckt und welche Therapie notwendig ist. Bei möglichen Komplikationen kann die Einnahme eines Antibiotikums erforderlich sein.

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