20. Februar 2012
10 Tipps bei Magen- und Darmproblemen

10 Tipps bei Magen- und Darmproblemen

Fettiges Essen und süße Getränke sind zwar lecker, bedeuten für die Verdauung allerdings harte Arbeit. Mit unseren Hausmitteln könnt ihr die Verdauung anregen, damit schnell wieder Ruhe in den Magen einkehrt.

Yoga
© Silja Götz
Yoga

Oh du fröhliche...? Nicht für Magen, Darm und Leber. Sie können die Weihnachtszeit oft nur schwer verdauen, denn kein Monat versetzt die Stoffwechselorgane mehr in Stress als der Dezember. Zu fett, zu süss, von allem zu viel – auch von Alkohol und Hektik. Und auch im Sommer haben Magen und Darm keine Pause. Pommes, Eis und Pizza schmecken aber auch einfach zu gut. Auf diese Lebensmittel reagieren 53 Prozent der Deutschen mit Völlegefühl, Blähungen, Sodbrennen, Magenschmerzen oder Verstopfung. Ein unangenehmes Bauchgefühl haben besonders Menschen zwischen 45 und 59 Jahren. Was läuft da schief in ihrer Körpermitte?

Im Wesentlichen bringen die ernährungsbedingten und seelischen Turbulenzen die hochsensible, feinmaschige Steuerungszentrale der Magen- und Darmbewegungen, das vegetative Nervensystem, aus dem Gleichgewicht. Der vorverdaute Speisebrei liegt stundenlang wie ein Stein im Magen und staut sich im Darm. Der Magen produziert, angefeuert von einem hohen Stresshormonspiegel im Blut, Säure am laufenden Band. Das Zuviel steigt hoch in die Speiseröhre und brennt dort wie Feuer. Und die Leber kommt mit der Fettverdauung nicht mehr richtig hinterher und gibt ihren Druck schmerzhaft an den Oberbauch weiter. Falls bei euch die Verdauung derzeit auch nicht rund läuft, gebt ihr doch ein wenig sanfte Nachhilfe. Mit diesen Hausmitteln und den zehn Übungen, z.B. aus Ayurveda, Kinesiologie oder Zilgrei, bekommt ihr eure starke Mitte zurück.

Frau Magenprobleme
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Hausmittel bei Verdauungsproblemen

Magentee: 25 g Kamillenblüten, 25 g Melissenblätter, 20 g Dostenkraut, 20 g Kalmuswurzelstock und 10 g Pomeranzenschalen (alles aus der Apotheke) sorgfältig mischen. 2 gehäufte TL mit 1/4 l kochendem Wasser übergiessen und anschließend 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Zwei bis drei Tassen am Tag trinken, möglichst zwischen den Mahlzeiten. Der Tee beruhigt einen nervösen Magen, hilft gegen Völlegefühl, Übelkeit, Verstopfungen und Blähungen.

Leberwickel: Füllt heißes Wasser in eine Wärmflasche und taucht ein Leinentuch in handwarmes Wasser. Das Tuch auswringen und die Wärmflasche darin einwickeln. Legt euch auf den Rücken und platziert die Wärmflasche direkt auf der Haut – und zwar unterhalb des rechten Rippenbogens. Ein trockenes Frotteetuch darüber legen und 45 bis 60 Minuten wirken lassen. Der Wickel hilft der Leber bei ihrer Entgiftungsarbeit.

Verdauungsfördernde Getränke: Die Fruchtsäfte aus Himbeeren und Holunder enthalten viel Vitamin C, welches nicht nur gesund für das Immunsystem ist, sondern auch die Verdauung fördert. Auch Gemüsesäfte aus Möhren oder Sauerkraut haben eine abführende Wirkung und helfen bei Verstopfungen. Zusätzlich ist es ratsam kohlensäurehaltiges Wasser zu trinken, da der enthaltene Sprudel den Darm anregt.

Verdauungsfördernde Lebensmittel: Kirschen, Weintrauben, Pfirsiche und Pflaumen zählen zu den Lebensmitteln, welche Verstopfungen entgegenwirken. Täglich ein Kilo der Früchte helfen, die Verdauung anzuregen. Wer die natürlichen Abführmittel lieber trinken möchte, kann auch zu Pflaumensaft konsumieren. Wenn die Früchte nicht Saison haben, kann ebenso auf Trockenfrüchte zurückgegriffen werden. Diese zeigen denselben Effekt. Zusätzlich ist es ratsam, Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Ballaststoffen zu essen. Ballaststoffe führen zu einem höheren Stuhlvolumen und fördern so die Verdauung. Ballaststoffe finden sich vor allem in Obst und Gemüse sowie in Vollkornproukten. Stopfende Lebensmittel wie Banane und Schokolade bedingen dagegen Verstopfungen und sollten deshalb gemieden werden.

Helfer aus der Apotheke

Diese fünf Heilkräuter-Präparate fördern eure Verdauung:

  • Schluss mit Magenproblemen wie Sodbrennen, Verstopfung oder Übelkeit macht eine Kombination aus der bitteren Schleifenblume und acht weiteren Heilkräutern (z.B. „Iberogast“).
  • Einen gereizten Darm und Magen beruhigen Kapseln mit Pfefferminz- und Kümmelöl (z.B. „Enteroplant“).
  • Die gestresste Leber wird entlastet durch einen Extrakt der Königsartischocke (z.B. „Hepar SL forte“).
  • Für Ruhe im rumorenden Bauch sorgen Auszüge der Ingwerwurzel (z.B. „IngwerPURE“).
  • Einer strapazierten Leber hilft ein Extrakt aus Früchten der Mariendistel (z.B. „hepa-loges“).
Lachyoga
© Silja Götz
Lachyoga

Lachyoga entspannt den Bauch ganz tief

Verschränkt im Stehen die Hände vor dem Bauchnabel. Streckt euren Bauch so weit wie möglich heraus und macht dabei ein Hohlkreuz. Schiebt nun euren „Kugelbauch“ mit beiden Händen hin und her und lacht dabei, wie der Weihnachtsmann, fünf Minuten ein tiefes „Hohoho“.

Achtung: Das sind die Anzeichen für einen Darmverschluss >>

Klopfakupressur entlastet die Leber
© Silja Götz
Klopfakupressur entlastet die Leber

Klopfakupressur entlastet die Leber

Die Akupressur beruht darauf, dass bestimmte Punkte stimuliert werden sollen, um so Schmerzen in anderen Bereichen des Körpers zu lindern. Beklopft mit der Kuppe des gestreckten Mittelfingers nacheinander je fünf Minuten sanft vier Akupressurpunkte: den Nagelfalzwinkel des linken Zeigefingers, beide Jochbeine, circa zwei Zentimeter rechts und links neben der Nasenwurzel, und den Nagelfalzwinkel der zweiten linken Zehe.

Yoga
© Silja Götz
Yoga

Yoga nimmt Druck vom Magen

Dreht den rechten Fuß im Stand um 90 Grad nach außen. Tief einatmen und die Arme seitlich auf Schulterhöhe heben. Macht mit dem linken Fuß beim Ausatmen einen Ausfallschritt nach vorn, der Oberschenkel verläuft parallel zum Boden. Zehn tiefe Atemzüge in dieser Position, dann die Seite wechseln. Je Seite zehn Wiederholungen.

Kinesiologie
© Silja Götz
Kinesiologie

Kinesiologie bringt Schwung in den Darm

Setzt euch mit geschlossenen Beinen aufrecht hin. Beide Fäuste locker ballen, mit der rechten Faust die Außenseite des rechten Oberschenkels rubbeln, mit der linken Faust die des linken Oberschenkels. Beginnt oberhalb der Knie und rubbelt mit mittlerem Druck hoch bis zu Ihren Hüftgelenken. Wiederholt das pro Seite zwanzig mal.

Kraniosakral-Berührung
© Silja Götz
Kraniosakral-Berührung

Kraniosakral-Berührung bessert Sodbrennen

Hinstellen, rechte Hand liegt auf dem Brustbein, sodass der Daumen zum rechten Schlüsselbein zeigt, der Zeigefinger zum linken. Nun die linke Hand locker fünf Zentimeter über dem Bauchnabel auflegen, der Daumen berührt den linken Rippenbogen. Mit jedem Atemzug tiefer in die Areale unter den Händen hineinspüren. 10 Minuten.

Atemübung
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Atemübung

Atemübung vertreibt Verdauungs-Stress

Gerade hinsetzen, Hände ruhen auf den Oberschenkeln. Stellt euch vor, dass ihr vom Bauch bis zu den Füssen atmen könnt. Atmet dabei durch die Nase. Vertieft die Atmung mehr und mehr, und lenkt die Energie bei diesem bewussten Atmen immer ein wenig mehr vom Bauch in die Beine und Füsse. Führt diese Übung zehn Minuten lang durch.

Zilgrei
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Zilgrei

Zilgrei lindert Bauchschmerzen

Im Sitzen den Oberkörper langsam nach rechts drehen, die rechte Hand hält sich am Stuhlrand fest, die linke drückt leicht gegen die rechte Oberschenkel-Außenseite. Einatmen (Bauch raus), fünf Sekunden die Luft anhalten, ausatmen (Bauch rein), fünf Sekunden Luft anhalten. Wiederholt diese Übung fünf mal. Den Oberkörper langsam zur Ausgangsstellung zurückdrehen. Jetzt kommt die andere Seite an die Reihe.

Mehr zum Thema Entspannen mit Zilgrei >>

Ayurveda-Massage
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Ayurveda-Massage

Ayurveda-Massage beruhigt den Darm

Im Liegen eine Handvoll zimmerwarmes Sesamöl um den nackten Nabel verteilen. Mit der Hand im Uhrzeigersinn fünf Minuten kreisend einmassieren. Auf dem Bauch ein feuchtwarmes Tuch abkühlen lassen, ihn dann trocken rubbeln.

Yogilates
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Yogilates

Yogilates bessert Blähungen

Auf den Boden legen, die Fußgelenke von innen umfassen. Den Oberkörper nach hinten lehnen, die Füsse anheben. Beim Ausatmen drei mal die Fußkanten aneinanderklopfen, beim Einatmen langsam nach hinten rollen. Den Kopf nicht ablegen und mit dem Ausatmen wieder aufrollen und drei mal klopfen. Die Übung fünf mal wiederholen.

Pezziball-Belli-Gym
© Silja Götz
Pezziball-Belli-Gym

Pezziball

Pezziball-Belli-Gym für ein starkes Bauchgefühl

Legt euch in Rückenlage, die Unterschenkel der geschlossenen Beine auf einen Pezziball. Die ausgestreckten Arme liegen parallel zum Oberkörper. Nun Bauch, Rücken und Po fest anspannen, dabei langsam die Hüfte heben, bis sie mit Beinen und Oberkörper eine Gerade bildet. Stützt euch dabei mit den Armen ab. Spannung kurz halten und anschließend die Hüfte wieder senken. Wiederholt diese Übung 15 mal.

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