17. Dezember 2020
Corona-Schnelltest für Zuhause: Wie sinnvoll sind sie?

Corona-Schnelltest für Zuhause: Wie sinnvoll sind sie?

Besonders jetzt, kurz vor den Feiertagen, fragen sich viele Menschen, ob ein Corona-Schnelltest Sinn macht, damit man beim Weihnachtsfest mit der Familie niemanden ansteckt. Aber wie sinnvoll ist es einen Schnelltest zu machen?

© iStock

Corona-Schnelltests für Zuhause: Das sollten Sie dazu wissen

Eine Infektion mit dem Coronavirus ruft Symptome hervor, die sich schnell mit einer Grippe, einer Erkältung oder gar einer Allergie verwechseln lassen. Einige Infizierte zeigen sogar kaum oder gar keine Anzeichen. Deshalb fragen sich immer mehr Menschen, ob sie vor Weihnachten einen Schnelltest machen sollten, um ihre Familie vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Doch wie funktionieren sie und wie zuverlässig sind diese Schnelltests?

So funktioniert ein Corona-Schnelltest

Ein Corona-Schnelltest misst die Antikörper gegen das Virus im Blut. Das bedeutet, es zeigt nicht, ob man aktuell an Sars-CoV-2 erkrankt ist, sondern nur, ob man diese Infektion bereits hinter sich hat.
Der Schnelltest funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie ein Schwangerschaftstest Zuhause und kostet im Onlinehandel und Apotheken ab etwa 50 Euro. Mit einer kleinen Nadel wird der Daumen aufgepikst, um einen Tropfen Blut entnehmen zu können. Dieser wird zusammen mit einer Lösung in ein vorgefertigtes Messstäbchen gegeben. Hieraus kann dann nach 10 Minuten das Ergebnis abgelesen werden.

Ist ein Corona-Schnelltest sinnvoll?

Da der Coronatest den Körper nicht auf das Virus, sondern auf die Antikörper prüft, kann das Ergebnis sehr unzuverlässig sein. Das Problem dabei: Die Antikörper bilden sich erst nach einer Woche bis zehn Tagen nach Symptombeginn. In der Zeit bis dahin könnte der Test also negativ ausfallen, obwohl der Mensch den Virus bereits in sich trägt.

Ein weiterer Faktor, der Schnelltests unzuverlässig macht, ist der Virus an sich. Sars-CoV-2 ist eng verwandt mit anderen Coronaviren. Davon gibt es sehr viele – sogar typische Erkältungserreger gehören zur Familie. Deshalb kann nicht sicher davon ausgegangen werden, dass der Schnelltest auf die richtigen Antikörper anschlägt.

Experten warnen hier vor Unvorsichtigkeit: Wer einen Schnelltest durchführt und angezeigt bekommt, er habe Antikörper, benehme sich womöglich nicht mehr so vorsichtig wie nötig. Denn die Person geht von einer Immunität aus, die sie eventuell gar nicht hat. Die Antikörper könnten zum Beispiel von einer Infektion stammen, die von vor drei Jahren von einem ähnlichen Coronavirus ausgelöst wurden.

Selbstquarantäne sinnvoller als Corona-Schnelltest

Abgesehen davon, ob das Ergebnis zuverlässig ist oder nicht, ist ein Testergebnis immer lediglich eine Momentaufnahme. Ohne, dass man etwas davon mitbekommt, könnte man sich auch auf dem Rückweg nach einem PCR-Test beim Arzt mit dem Coronavirus infizieren. Aus diesem Grund ist eine Selbstisolation vor den Feiertagen die beste Möglichkeit, um sich und seine Angehörigen zu schützen.

 

Quellen:

Lade weitere Inhalte ...