So funktioniert ein Corona-Selbsttest Corona-Schnelltest für Zuhause: Wie sinnvoll sind sie?

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Corona-Schnelltests für Zuhause: Das sollten Sie dazu wissen

Eine Infektion mit dem Corona-Virus ruft Symptome hervor, die sich schnell mit einer Grippe, einer Erkältung oder gar einer Allergie verwechseln lassen. Einige Infizierte zeigen sogar kaum oder gar keine Anzeichen. Deshalb fragen sich immer mehr Menschen: War ich vielleicht schon infiziert? Um das herauszufinden, wird mit Hochdruck an Selbst-Schnelltests geforscht. Die ersten Tests für Zuhause sind bereits auf dem Markt. Doch wie funktionieren sie und wie zuverlässig sind diese Schnelltests?

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So funktioniert ein Corona-Schnelltest

Ein Corona-Schnelltest misst die Antikörper gegen das Virus im Blut. Das bedeutet, es zeigt nicht, ob man aktuell an Sars-CoV-2 erkrankt ist, sondern nur, ob man diese Infektion bereits hinter sich hat.
Der Schnelltest funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie ein Schwangerschaftstest Zuhause und kostet im Onlinehandel und Apotheken ab etwa 80 Euro. Mit einer kleinen Nadel wird der Daumen aufgepikst, um einen Tropfen Blut entnehmen zu können. Dieser wird zusammen mit einer Lösung in ein vorgefertigtes Messstäbchen gegeben. Hieraus kann dann nach 10 Minuten das Ergebnis abgelesen werden.

Ist ein Corona-Schnelltest sinnvoll?

Da der Coronatest den Körper nicht auf das Virus, sondern auf die Antikörper prüft, kann das Ergebnis sehr unzuverlässig sein. Das Problem dabei: Die Antikörper bilden sich erst nach einer Woche bis zehn Tagen nach Symptombeginn. In der Zeit bis dahin könnte der Test also negativ ausfallen, obwohl der Mensch den Virus bereits in sich trägt.

Ein weiterer Faktor, der Schnelltests unzuverlässig macht, ist der Virus an sich. Sars-CoV-2 ist eng verwandt mit anderen Coronaviren. Davon gibt es sehr viele – sogar typische Erkältungserreger gehören zur Familie. Deshalb kann nicht sicher davon ausgegangen werden, dass der Schnelltest auf die richtigen Antikörper anschlägt.

Experten warnen hier vor Unvorsichtigkeit: Wer einen Schnelltest durchführt und angezeigt bekommt, er habe Antikörper, benehme sich womöglich nicht mehr so vorsichtig wie nötig. Denn die Person geht von einer Immunität aus, die sie eventuell gar nicht hat. Die Antikörper könnten zum Beispiel von einer Infektion stammen, die von vor drei Jahren von einem ähnlichen Coronavirus ausgelöst wurden. Deshalb raten Experten momentan noch von Selbsttests aus dem Internet ab, da sie nicht aussagekräftig genug und qualitativ nicht vergleichbar mit Labortests seien.

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Quellen:

Datum: 18.05.2020
Autor: Silva Oldenburg

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