5. Mai 2021
Corona-Medikament: Monoklonale Antikörper gegen Covid-19

Covid-19-Medikament: Wie wirksam sind monoklonale Antikörper?

Obwohl es bereits zahlreiche Impfstoffe gegen das Coronavirus gibt, wurde noch kein Medikament entwickelt, das Covid-19 heilen kann. Könnten monoklonale Antikörper der Durchbruch in der Behandlung von Covid-19 sein?

Die Entwicklung von Impfstoffen gegen Covid-19 erfolgte in rasender Geschwindigkeit und führte dazu, dass bereits mehrere Vakzine gegen das Coronavirus in Deutschland im Einsatz sind. In der Behandlung von Covid-19 gibt es jedoch kaum Fortschritte und nur wenige bewährte Medikamente. Cortison-Präparate, Sauerstoffbehandlungen und der Virenhemmer Remdesivir können zwar Symptome lindern und zum Teil schwere Verläufe verhindern, aber der große Durchbruch in der Therapie von Covid-19 ist bisher ausgeblieben. Könnten monoklonale Antikörper dieser Durchbruch sein?

Was sind monoklonale Antikörper?

Um unseren Körper gegen Viren und andere Erreger zu schützen, stellt unser Immunsystem Antikörper her. Das sind Eiweiße, die verhindern, dass der jeweilige Erreger unsere Zellen befällt und angreift. Im Gegensatz zu unseren körpereigenen Antikörpern werden monoklonale Antikörper im Labor hergestellt und sind auf einen einzelnen Bestandteil des Krankheitserregers abgestimmt. Monoklonale Antikörper wirken schnell antiviral und können bei frühzeitiger Gabe Viren effektiv neutralisieren. Monoklonale Antikörper kommen häufig in der Krebstherapie oder bei Autoimmunerkrankungen wie Rheuma zum Einsatz.

In Bezug auf Covid-19 sollen sich monoklonale Antikörper die Schwachstelle des Coronavirus – das Spikeprotein – zunutze machen. Über dieses docken die Zellen des Coronavirus an Rezeptoren in den menschlichen Atemwegen an und vermehren sich dort. Monoklonale Antikörper sollen das Spikeprotein unschädlich machen und somit die Ausbreitung des Coronavirus verhindern. In Laborversuchen gelingt dies auch bereits. Doch wie sieht es mit der Wirksamkeit im Menschen aus?

Sind monoklonale Antikörper gegen Covid-19 wirksam?

Was in Laborversuchen gelingt, muss vor einer Zulassung und breiten Anwendung jedoch erst an menschlichen Proband*innen erprobt werden. Die Studienlage zu monoklonalen Antikörpern als Mittel gegen das Coronavirus bzw. die Erkrankung Covid-19 ist noch sehr heterogen und uneindeutig. Einzelne Studien zeigen zwar ein rasches Absinken der Viruslast und eine Milderung des Krankheitsverlaufs. Andere Studien wiederum zeigen keine Effekte. Derzeit laufen zahlreiche klinische Studien, in denen verschiedene monoklonale Antikörper untersucht werden, darunter die Mittel Bamlanivimab, Casirivimab oder Imdevimab. Die Endung „-mab“ steht hierbei für „monoclonal antibodies“ (= monoklonale Antikörper).

Ein Nachteil der monoklonalen Antikörper ist, dass sie nur in frühen Phasen einer Covid-19-Erkrankung wirksam sind. Trägt jemand das Virus bereits seit Wochen in sich oder muss sogar schon beatmet werden, haben monoklonale Antikörper keine Wirkung mehr. Des Weiteren könnte der Einsatz bei immunschwachen Patienten die Entstehung sogenannter Escape-Mutationen hervorrufen. Solche Patienten müssten dann mit zwei verschiedenen monoklonalen Antikörper-Mitteln behandelt werden, um ein Mutieren von SARS-CoV-2 zu verhindern.

Sind monoklonale Antikörper zur Covid-19-Behandlung zugelassen?

Aufgrund mangelnder und uneindeutiger Daten rät das RKI bislang von vorschnellen Zulassungen monoklonaler Antikörper für die Covid-19-Behandlung ab. In den USA gab es bereits vereinzelt Notzulassungen solcher Präparate. In Europa sind derzeit erst zwei Präparate (REGN-CoV2 und Regdanvimab) im sogenannten „Rolling Review“-Verfahren: Die EMA prüft bereits eine mögliche Zulassung dieser Mittel, welche zeitgleich noch in wissenschaftlichen Studien getestet werden. Diese fortlaufende Überprüfung soll ermöglichen, dass die Zulassung bereits etwa 20 Werktage nach Bekanntgabe der letzten Studienergebnisse erfolgen könnte.

Quellen: rki.de, pei.de, vfa.de

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