10. Februar 2021
Corona: Kommt bald der Gurgel- und Spucktest für Zuhause?

Corona: Kommt bald der Gurgel- und Spucktest für Zuhause?

PCR-Schnelltests, die eine Corona-Infektion anzeigen können, sollen auch bald für Privatpersonen frei verkäuflich sein. Eine weitere Möglichkeit, um sich auf einfachem Wege auf das Coronavirus testen zu lassen, sind sogenannte Spuck- und Gurgeltests. Was es damit auf sich hat, erklären wir Ihnen genauer.

Ein Abstrich aus der Nase, kurz warten und dann hat man schon sein Testergebnis – die PCR-Schnelltests können schnell Auskunft geben, ob jemand an Corona erkrankt ist oder nicht. Bald schon sollen die Antigen-Tests auch für Privatpersonen frei verkäuflich sein. Allerdings sind die PCR-Schnelltests weniger korrekt in ihrer Ergebnisaussage als PCR-Labortests.

Schnelltests sind nur eine Momentaufnahme und reagieren weniger sensibel als die Labortests. Sie schlagen bei Menschen, die eine hohe Viruslast haben, gut an. Bei einem negativen Testergebnis kann man dennoch das Virus in sich tragen – zwar in einer geringeren Menge, aber man ist trotzdem ansteckend. Außerdem muss ein PCR-Schnelltest fachgerecht durchgeführt werden, um ein möglichst korrektes Ergebnis erzielen zu können. Eine einfache Handhabung versprechen da Spuck- und Gurgeltests, die bereits in Österreich eingesetzt werden.

Wie aussagekräftig ist ein Gurgel- und Spucktest?

Beim Gurgeltest muss man eine spezielle zuckerhaltige Kochsalzlösung eine halbe bis eine Minute gurgeln, so werden alle Partikel aus dem Rachen gelöst. Gerade im hinteren Rachenbereich befindet sich vermehrt das Coronavirus, dort kommt nach Aussage von Experten die Gurgelflüssigkeit gut hin. Danach kommt alles in ein Proberöhrchen und die Probe wird abgeholt und im Labor untersucht. In einer Pilotstudie im letzten Frühling mit circa 5000 Personen hatte das Gurgeln nach Angaben des Mikrobiologen und Studienleiters Michael Wagner von der Universität Wien vergleichbare Ergebnisse wie bei einem Rachenabstrich geliefert.

Im Gegensatz zu den Abstrichen wird kein geschultes medizinisches Personal benötigt. Auch die Handhabung ist deutlich angenehmer und leichter als bei einem Abstrich – gerade in Hinblick auf Kinder! In Österreich sind derzeit etwa 4.000 Tests täglich möglich. Beschäftigte an Schulen und Kitas können den Test einmal pro Woche zu Hause machen. Testungen sind aber vor allem für Risikogruppen, im Bildungssystem oder bei Forschungsprojekten vorgesehen.

Gurgel- und Spucktest bald auch in Deutschland?

Bis es die Spuck- und Gurgeltests auch bei uns in Deutschland gibt, müssen erst einmal einige bürokratische Hürden genommen werden und spezielle Prüfverfahren mithilfe des TÜV oder der Dekra durchlaufen werden. So soll gewährleistet werden, dass diese Tests auch wirklich für jeden Laien anwendbar sind. Zudem muss laut Angaben des Bundesgesundheitsministeriums die Ergebnisqualität stimmen – die Testergebnisse müssen demnach aussagekräftig sein.

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