6. August 2021
Corona-Impfung: 4 Unwahrheiten

4 Unwahrheiten über die Corona-Impfung

Zu den Corona-Impfstoffen kursieren viele Gerüchte, die für Verunsicherungen sorgen und insbesondere von Impfgegnern und -skeptikern des Öfteren verbreitet werden. Wir klären auf und durchleuchten die vier häufigsten Mythen rund um Impfung und Impfstoffe.

1. Unwahrheit: Die Corona-Impfstoffe haben Einfluss auf die DNA

Als einer der Hauptgründe gegen eine Corona-Impfung gilt die Befürchtung, die Impfstoffe verändern das menschliche Erbgut. Das Bundesgesundheitsministerium gibt Entwarnung und klärt auf: „Der COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca besteht aus einem harmlosen, bei Menschen nicht vermehrungsfähigen Virus aus der Familie der Adenoviren (Erkältungsviren) von Schimpansen (adenoviraler Vektor). […] Auch vor dem Hintergrund, dass sich die adenoviralen Vektoren – anders als die natürlichen Erkältungsviren – aufgrund genetischer Veränderungen nicht im Impfling vermehren können und schnell vom Körper eliminiert werden, besteht nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft kein Risiko der Integration der Adenovirus-Vektor-DNA in das menschliche Genom.“

Virologe Professor Lars Dölken von der Universität Würzburg erklärt, warum auch die mRNA-Impfstoffe unser Erbgut nicht verändern können: „Die mRNA gelangt nicht in den Kern unserer Zellen, sondern nur in ihren Außenbereich. Die mRNA ist instabil, sodass vier Wochen nach der Injektion von der mRNA nichts mehr übrig bleibt.“ Zudem ist laut dem Experten unmöglich, dass die mRNA in unsere DNA gelangt. Und selbst wenn: Das Immunsystem würde die unbekannte Zelle erkennen und abtöten.

2. Unwahrheit: Die mRNA-Impfstoffe sind unsicher

Die schnelle Entwicklung und Zulassung der Corona-Impfstoffe haben den Verdacht aufkommen lassen, dass die Impfstoffe nicht sicher seien. Der Zulassungsprozess für die Corona-Impfstoffe wurde mit dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren beschleunigt. Dabei können Arzneimittelhersteller schon vor dem vollständigen Zulassungsantrag einzelne Berichte über die Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit ihres Präparats einreichen. Allerdings hat dieses schnellere Verfahren keinen Einfluss auf die Sicherheit der Impfstoffe. Das Bundesgesundheitsministerium erklärt: „Impfstoffe werden in klinischen Studien auf Verträglichkeit, Sicherheit und Wirksamkeit in drei Studienphasen überprüft. Vor allem die klinischen Prüfungen der Phase 3 wurden sehr breit angelegt. […] Die Qualitätsanforderungen im europäischen Zulassungsverfahren sind sehr hoch.“ Auch nach der Zulassung finden weiterhin Untersuchungen statt. In Deutschland sammelt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das in Deutschland für die Sicherheit zugelassener Impfstoffe und Medikamente zuständig ist, Meldungen zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen und ergreift ggf. Maßnahmen. In regelmäßigen Abständen veröffentlicht das PEI online Sicherheitsberichte, um über gemeldete Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfreaktionen zu informieren.

3. Unwahrheit: Die Corona-Impfung macht unfruchtbar

Die Corona-Schutzimpfung sorgt für viel Verunsicherung bei Schwangeren, stillenden Müttern und Frauen mit Kinderwunsch. Zu Beginn der Corona-Pandemie kam das Gerücht in den Umlauf, dass Frauen mit Kinderwunsch sich nicht impfen lassen sollten, da sie sonst unfruchtbar werden und keine Kinder bekommen können. Bei dieser Behauptung handelt es sich um eine Fehlinformation, die verschiedene Experten widerlegt haben. Die Annahme, dass die Plazenta durch die Corona-Impfung zerstört werde, ist falsch. Das sogenannte Syncytin-1-Eiweiß auf der Plazenta ist zwar dem Spike-Protein ähnlich, jedoch ist die Behauptung nicht wahr, dass das Immunsystem durch die Impfung lerne, das Spike-Protein und somit auch das Syncytin anzugreifen. Sandra Ciesek, Chefvirologin am Uniklinikum Frankfurt/Main, nahm bei Instagram auf dem Account von NDR Info dazu Stellung: „Es macht medizinisch wirklich keinen Sinn – es gibt keine medizinischen Hinweise, dass dieses Gerücht stimmt.“

Das PEI hat in einer umfangreichen Studie mit weiblichen Ratten die potenziell schädliche Wirkungen von wiederholten Impfungen auf Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Embryonalentwicklung untersucht. „Diese Studien zeigen keinen Hinweis auf eine Beeinträchtigung der weiblichen Fruchtbarkeit durch die Impfstoffe.“ Zusammenfassend heißt es vom PEI: „Mit dieser Datenlage ist im Rahmen einer Arzneimittelzulassung die bestmögliche Sicherheit für den Ausschluss von Schäden an Fortpflanzungsorganen und von einer Beeinträchtigung der Fortpflanzung beim Menschen gewährleistet.“

4. Die Corona-Impfstoffe verursachen Krebs

Damit Krebs entstehen kann, müssen sich Zellen unkontrolliert teilen. In der DNA müssen daher bestimmte Sicherungsmechanismen ausgeschaltet werden. Wie bereits oben erwähnt, kann die mRNA nicht in die DNA eindringen und demnach auch keine Erbinformation der menschlichen Zelle beschädigen. Gleiches gilt laut Deutschem Krebsforschungszentrum auch für die Vektorimpfstoffe.

In den durchgeführten Studien zur Untersuchung des Impfstoffs konnte ein solcher Zusammenhang nicht festgestellt werden. Die Bundesregierung schreibt online dazu: „Ein Impfstoff wird nur dann zugelassen, wenn er an ausreichend vielen Personen getestet wurde und bestätigt wurde, dass die Wirkung gegenüber den aufgetretenen Nebenwirkungen deutlich überwiegt.“ Auch nach der Zulassung werden die Impfstoffe weiterhin in Rahmen von klinischen Prüfungen und Studien überwacht.

Video: Wie arbeiten mRNA-Impfstoffe in unserem Körper?

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