27. Juli 2021
Corona-Impfung und erkrankt: Wer ist betroffen?

Corona-Impfung und trotzdem schwer erkrankt: Diese Personen sind betroffen

Die Corona-Impfungen bieten einen effektiven Schutz vor einer Infektion. Allerdings können Menschen trotz vollständiger Impfung weiterhin am Coronavirus erkranken. Welche Personen vor allem betroffen sind, erfahren Sie hier.

Die Corona-Impfstoffe schützen sicher, aber nicht zu 100 Prozent vor einer Infektion mit Covid-19. Vor einem schweren Verlauf ist man allerdings weitgehend sicher. Israelische Forscher haben in einer Studie die Impfdurchbrüche untersucht – also wer trotz vollständiger Impfung an einer symptomatischen Infektion erkrankt ist. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Clinical Microbiology and Infection veröffentlicht. Zum Hintergrund der Studie: Die 152 Patienten waren doppelt mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft worden und frühestens acht Tage nach der zweiten Impfung an der Alpha-Variante erkrankt. Etwa 61 Prozent litten unter einem schweren Verlauf.

Corona-Impfung und erkrankt: Menschen mit Vorerkrankungen betroffen

Das Team um Tal Brosh-Nissimov vom Samson Assuta Ashdod University Hospital konnte mehrere Gemeinsamkeiten mit Menschen feststellen, die im vergangenen Jahr ohne Impfschutz einen schweren Corona-Verlauf hatten. Dazu zählten vor allem Männer im Alter von 70 Jahren und Personen mit Vorerkrankungen. Am weitesten verbreitet waren Bluthochdruck (71 Prozent), Diabetes (48 Prozent) sowie chronisches Nierenversagen (32 Prozent). Zudem zählten Herzleiden (28 Prozent), Lungenleiden (24 Prozent), Krebs (24 Prozent) und Demenz (19 Prozent) ebenfalls mit dazu.

Weniger Impfschutz aufgrund eines geschwächten Immunsystems

Bei rund 40 Prozent der Betroffenen war das Immunsystem aufgrund von einer Kortison-Behandlung, einer Chemotherapie oder einer Organtransplantation geschwächt. Daher konnte das Immunsystem dieser Personen nur eingeschränkt einen Schutz vor SARS-CoV-2 aufbauen.

Auch hierzulande hat das Robert-Koch-Institut die Impfdurchbrüche untersucht. Die vom RKI geschätzte Impfeffektivität im Zeitraum von Februar bis Juli über alle Impfstoffe hinweg lag bei Erwachsen bei knapp über 90 Prozent. Allerdings warnt das RKI davor, die registrierten Werte mit Vorsicht zu interpretieren, da „ein möglicherweise unterschiedliches Testverhalten bei Geimpften und Ungeimpften zu Verzerrungen führen kann.“ Die Ständige Impfkommission (STIKO) geht davon aus, dass viele Menschen trotz vollständiger Impfung keinen wirksamen Corona-Immunschutz aufgebaut haben.

Oft unwissentlich mit Corona infiziert

Eine Studie der Universität Mainz zeigt, dass mehr als 40 Prozent aller mit dem Coronavirus Infizierten nichts von ihrer Infektion wissen. „Zu zehn Personen, die wissentlich infiziert sind, müssen rund acht Personen hinzugerechnet werden, die unwissentlich infiziert sind“, sagte der Koordinator der Gutenberg Covid-19-Studie, Philipp Wild gegenüber der Deutschen Presseagentur.

Geimpfte übertragen geringere Viruslast

Wenn Geimpfte das Coronavirus übertragen, ist immerhin die Viruslast geringer als bei nicht geimpften Personen. Das verdeutlicht eine Studie des Sheba Medical Center in Tel Aviv, des Institut Pasteur und der Sorbonne Université in Paris. Demnach sinkt die Wahrscheinlichkeit, eine Person auf engem Raum und langem Kontakt anzustecken, von 57 auf 4 Prozent, wenn alle Personen geimpft sind. Ist nur ein Teil geimpft, beträgt sie noch 17 bis 20 Prozent. „Das Ergebnis ist klar: Geimpfte Personen infizieren sich weniger und infizieren auch andere weniger“, sagt Studienautor Arnon Afek der Zeitung „Times of Israel“. 

Video: Trotz Impfung an Corona erkrankt – so erkennt man die Symptome

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