22. April 2021
Corona-Impfung ohne Priorisierung laut Spahn ab Juni

Corona-Impfung ohne Priorisierung laut Spahn ab Juni möglich

Im Juni soll es laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn endlich so weit sein: Die Impfpriorisierung könnte aufgehoben werden, sodass jeder Erwachsene sich impfen lassen kann. Größere Impfstofflieferungen und die Verteilung der Impfstoffe über Haus- und Fachärzte sollen Corona-Impfungen ab Juni ohne Priorisierung ermöglichen.

Spahn: „im Juni die Impfpriorisierung aufheben“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in einer Rede vor dem Bundesrat prognostiziert, dass spätestens im Juni die Freigabe von Corona-Impfungen für alle erwachsenen Impfwilligen in Deutschland erfolgen soll. Spahn gehe davon aus, „dass wir im Juni die Priorisierung aufheben können.“ Das sagte der Gesundheitsminister in Berlin. Am kommenden Montag (26. April) soll die Aufhebung der Impfreihenfolge auf dem Bund-Länder-Gipfel genauer besprochen werden. Im Mai sollen alle Personen aus der Impfgruppe drei ein Impfangebot erhalten.

Corona-Impfung: Mehr Impfdosen und Fachärzte

In den letzten Wochen wurde zudem spekuliert, dass bereits im Mai die Impfpriorisierung aufgehoben werden könne. Wenn es nach Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek gehen würden, könnte dies bis spätestens Ende Mai der Fall sein. Ähnlich sieht dies auch Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte er: „Im Mai sind neben den Hausärzten sukzessive auch die Fachärzte mit an Bord, und wir werden immer mehr gesunde Menschen und andere Personen, außerhalb der derzeit berechtigen Gruppen, impfen.“ Grund für diese Annahme sind die kommenden Impfstoff-Lieferungen. Im Mai würden den Praxen mehr als die 2,25 Millionen Dosen zur Verfügung stehen. Impfzentren und Praxen könnten wöchentlich vier bis 4,5 Millionen Dosen in Aussicht gestellt werden. Zusätzlich werden neben den Hausärzten auch noch die Fachärzte wie Internisten, Onkologen oder Gynäkologen hinzugezogen, die gegen das Coronavirus impfen.

STIKO warnt: Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko weiter schützen

Michael Albrecht, Vorstand des Universitätsklinikums Dresden, sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass man jetzt verstärkt die Personen impfen müsse, die mobil sind und die ein höheres Ansteckungsrisiko haben. „Es geht darum, in kurzer Zeit möglichst viele Leute zu impfen und sich nicht endlos in bürokratischen Diskussionen um Priorisierungslisten aufzuhalten“, so Albrecht.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hatte vor einer Aufhebung der Impfpriorisierung gewarnt. Es müssten mit den begrenzten Impfstoffmengen weiter möglichst Menschen mit hohem Risiko vor einem schweren Covid-19-Verlauf geschützt werden, etwa Vorerkrankte, sagte STIKO-Chef Thomas Mertens der Rheinischen Post. Damit schütze man auch die Intensivstationen. Die dritte Welle lasse sich nicht wesentlich durch die Impfungen beeinflussen. „Dazu hätte man viel früher viel mehr Impfstoff haben müssen.“

Auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz hatte ihre Zweifel an der Aufhebung der Impfreihenfolge geäußert, nachdem auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet dafür plädiert hatte. Laschet wolle die „ethische Impfreihenfolge zerlegen“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Der CDU-Chef habe es in seinem Bundesland nicht geschafft, allen 80-Jährigen im ersten Quartal ein Impfangebot zu machen.

Video: Kassenärzte rechnen mit Corona-Impfangebot für alle Erwachsenen ab Mai

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