27. August 2021
Corona-Impfung: Long-Covid auch bei Geimpften?

Corona-Impfung: Long-Covid auch bei Geimpften?

Die Corona-Impfung schützen nicht zu 100 Prozent vor einer Ansteckung, aber gut vor einem schweren Krankheitsverlauf. Ist es aber dennoch möglich, als Geimpfter Long-Covid zu bekommen? Wir klären auf!

Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Muskelschmerzen, Gedächtnisprobleme oder Atembeschwerden sind nur einige Anzeichen, unter die Long-Covid-Patienten monatelang leiden können. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin geht davon aus, dass rund 10 Prozent aller Erkrankten mit Langzeitfolgen zu kämpfen haben. In dem wöchentlichen Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) (Stand 19.08.2021) listet das RKI ein Monitoring von Impfdurchbrüchen auf. Seit dem 1. Februar 2021 wurden insgesamt 13.360 wahrscheinliche Impfdurchbrüche gemeldet. Rund 2 Prozent der unter 60-Jährigen und rund jeder Vierte der über 60-Jährigen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Wie die Daten nahe legen, zeigen alle anderen Erkrankten einen milden oder asymptomatischen Verlauf.

Long-Covid bei Geimpften: noch keine Studiendaten

Bislang gibt es noch wenige Daten, ob Geimpfte, die nur leichte oder gar asymptomatische Krankheitsverläufe haben, Long-Covid bekommen können. Im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ sagte Dr. Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, dass weitere Forschungen nötig seien. „Das heißt, dass auch die Impfung bei einer Infektion vor diesem längeren Symptom über sechs Wochen nicht geschützt hat. Und das muss man sich jetzt natürlich noch in anderen Kollektiven, in anderen Studien genauer anschauen. Es scheint aber vor allen Dingen einen sicheren Schutz vor schweren Verläufen zu geben, vor Hospitalisierung und vor dem Tod.“

Trotz Impfung weiterhin vorsichtig bleiben

In den nächsten Jahren sei es wahrscheinlich, dass Geimpfte mit dem Virus in Kontakt kommen können. „Und das Ziel ist es ja, dass dann das Immunsystem möglichst schnell anspringt und nur zu einer ganz leichten und kurzen Infektion führt und dann danach natürlich wieder ein Antikörperbooster stattgefunden hat, sodass man wieder gut geschützt ist.“ Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte auf Twitter: Auch Geimpfte müssen weiterhin vorsichtig sein. Klare Worte fand Lauterbach zu Menschen, die eine Impfung ablehnen: „Impfverweigerer gefährden uns alle, weil sie die Inzidenz hoch halten.“

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