31. März 2021
Corona-Impfung: keine Schmerzmittel direkt nehmen

Corona-Impfung: Warum Sie direkt danach keine Schmerzmittel nehmen sollten

Nach der Corona-Impfung kann es zu typischen, grippeähnlichen Impfreaktionen kommen. Um die Beschwerden wie Kopfschmerzen, Fieber oder Abgeschlagenheit zu lindern, nehmen viele Menschen Schmerztabletten. Allerdings stehen diese im Verdacht, die Wirksamkeit und Antikörperbildung der Corona-Impfung zu verringern.

Kurz nach der Corona-Impfung kann es innerhalb von zwei Tagen zu Impfreaktionen kommen, die ein paar Tage andauern. Solche Impfreaktionen sind ganz normal und zeigen, dass das Immunsystem arbeitet und der Körper Antikörper herstellt. Allerdings können die Reaktionen bei manchen Personen – und vor allem bei jüngeren Menschen – stärker ausfallen. 

Impfreaktionen nach Corona-Impfung nicht unüblich

Die häufigsten Impfreaktionen sind laut Robert-Koch-Institut (RKI)

  • Schmerzen an der Einstichstelle,
  • Abgeschlagenheit,
  • Kopfschmerzen,
  • Muskelschmerzen und Frösteln,
  • Gelenkschmerzen,
  • Übelkeit und Erbrechen
  • sowie Fieber und Schüttelfrost.

Je nach Impfstoff fallen die Impfreaktionen unterschiedlich aus. Beim Biontech/Pfizer-Vakzin sind Kopfschmerzen und Fieber im Vergleich mit anderen Stoffen geläufiger. Beim Moderna-Impfstoff treten Schmerzen an der Einstichstelle häufiger auf. Um die grippeähnlichen Beschwerden zu lindern, greifen viele Menschen nach der Impfung zu Schmerztabletten wie Ibuprofen oder Paracetamol. Das rät auch das Robert-Koch-Instituts (RKI). In einem 
offiziellem Aufklärungsblatt zur Corona-Schutzimpfung heißt es:

Nach der Impfung müssen Sie sich nicht besonders schonen. Bei Schmerzen oder Fieber nach der Impfung können schmerzlindernde/fiebersenkende Medikamente (z. B. Paracetamol) eingenommen werden. Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt kann Sie hierzu beraten.

Schmerzmittel nach Corona-Impfung kann Wirksamkeit beeinträchtigen

Allerdings gibt es jetzt Gegenstimmen, die von einer direkten Einnahme nach der Impfung abraten: Das Deutsche Ärzteblatt berichtete von einer kanadischen Arbeitsgruppe um Dr. Mahyar Etminan, Pharmakologe von der University of British Columbia in Vancouver. In einer aktuellen Publikation geben die Wissenschaftler zu bedenken, dass es nicht auszuschließen sei, dass Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol die Wirksamkeit der Covid-19-Impfungen beeinträchtigen könnten und aufgrund dieser unterdrückten Immunreaktion theoretisch die Antikörperbildung verringert werden könnte. 

Etminan und sein Team stützen sich dabei auf eine viel diskutierte Studie in Lancet, die nachwies, dass die gleichzeitige Einnahme von Paracetamol zur Vorbeugung von Nebenwirkungen bei der Impfung einer Kinderkohorte die Antikörpertiter vermindert. Außerdem verwiesen die Wissenschaftler auf die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, die 2015 erklärte, dass die Verwendung von fieber- und schmerzsenkenden Mitteln vor oder zum Zeitpunkt einer Impfung nicht empfohlen wird, aber in den Tagen nach der Impfung zugelassen ist.

Nach Corona-Impfung: Schmerzmittel erst nach sechs Stunden einnehmen

Ebenfalls äußerte sich in dieser Debatte Thomas Herdegen, stellvertretender Direktor des Institutes für Experimentelle und Klinische Pharmakologie der Universität Kiel. Im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt, sagte er, dass Schmerzmittel nicht nur die Covid-19-Impfung, sondern viele Impfungen schwächen könnten. Schmerzmittel wie Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol haben Hemmstoffe, welche die grippalen Begleitreaktionen einer Impfung abschwäch­en. Es sei allerdings unklar, „ob und wie stark eine solche Reduktion die Immunantwort klinisch relevant schwächt“, so Herdegen. Allerdings empfiehlt er, frühestens nach sechs Stunden Schmerzmittel zu nehmen, „wenn die primären Prozesse der Immunisierung abgelaufen sind.“

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