26. März 2021
Corona-Impfung bei Kindern: Wann kommt sie?

Corona-Impfung bei Kindern: Wann kommt sie?

Die Corona-Impfstoffe sind bislang für Erwachsene und nicht für Kinder zugelassen worden. Das soll sich ändern! Die Pharma-Unternehmen testen den Corona-Impfstoff an Kinder und Jugendliche. Doch bis dieser endgültig zugelassen wird, kann es noch bis Anfang nächsten Jahres dauern.

Bei der Corona-Schutzimpfung gilt, dass diese nur an getestete Personengruppen verabreicht werden darf. Aus diesem Grund werden bei der Verteilung der drei zugelassenen Impfstoffe Kinder und Jugendliche zurzeit noch nicht berücksichtigt. Aus ethischen Gründen ist es laut Robert-Koch-Institut nicht möglich, dass Kinder bei der Entwicklung der Impfstoffe vorgesehen werden. Vor der klinischen Prüfung an Kindern muss sichergestellt sein, dass in den Studien bei Erwachsenen keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgetreten sind. „Je jünger der Mensch ist, desto ausgeprägter kann er reagieren und desto stärker sind eventuell auch Nebenwirkungen“, sagte Professor Fred Zepp, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Mainz und Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) gegenüber tagesspiegel.de.

Ähnlich wie bei der Impfstoffentwicklung für Erwachsene, muss daher auch der Impfstoff für Kinder verschiedene Stufen durchlaufen, in denen die Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung geprüft werden, ehe dieser zugelassen werden darf. Das soll nun auch geschehen!

Corona-Impfstoff für Kinder ab 2022

BioNTech und Pfizer testen bei 2200 Probanden zwischen zwölf und 16 Jahren die Wirksamkeit und die Sicherheit ihres Corona-Impfstoffes. Eine weitere Studie mit Kindern zwischen 11 Jahren und 6 Monaten hat gerade begonnen. Erste Daten wollen die Unternehmen bis zum kommenden Juni bei den US-Aufsichtsbehörden einreichen. Ziel ist es, mit zugelassenen Impfungen zum Beginn des kommenden Jahres zu starten.

AstraZeneca testet seit Februar seinen Impfstoff an 300 Freiwilligen im Alter von sechs bis 17 Jahren.

Im vergangenen Dezember begann Moderna eine Studie mit 3000 Minderjährigen in den USA. Zwei Drittel der Teilnehmer bekommen den Impfstoff, der Rest ein Placebo. Die Jugendlichen werden im Abstand von einem Monat zweimal geimpft und danach 13 Monate lang begleitet. Der Abschluss der Studie soll Mitte 2022 erfolgen.

Der Wirkstoff von BioNTech und Pfizer kann derzeit ab 16 Jahren verabreicht werden, die Impfstoffe von Moderna und AstraZeneca sind ab einem Alter von 18 Jahren zugelassen.

Corona-Impfstoff: Nebenwirkungen ausschließen!

Die Impfstoffe könnten laut Fred Zepp längere und größere Auswirkungen auf den anhaltenden Entwicklungsprozess haben als bei Erwachsenen. Der kindliche Organismus befindet sich in einem anhaltenden Entwicklungsprozess und ist daher besonders gegen störende Einflüsse anfälliger. Zum Beispiel könnten die Entwicklung von Organen oder das Wachstum beeinträchtigt werden. Der Corona-Impfstoff für Kinder muss maßgeschneidert sein – die richtigen Dosen für Babys, Kindergarten- und Schulkindern müssen genau ermitteln werden.

Infektionszahlen nehmen bei Kindern und Jugendlichen zu

Bislang war auch die Notwendigkeit größer, ältere Personen und Risikogruppen vor Covid-19 mit einer Impfung zu schützen, da das Infektionsrisiko deutlich höher ist als beispielsweise bei Kita- und Grundschulkinder. Diese erkranken weniger schwer und häufig an einer Coronainfektion als Erwachsene und treiben daher das Infektionsgeschehen nicht in besonderer Weise an. Allerdings steigen die Infektionszahlen auch bei Kindern und Jugendlichen. Im Gespräch mit der Tagesschau sagte Lothar Wieler, Leiter des Robert Koch-Instituts (RKI), dass sich bei Kindern unter 15 Jahren der Inzidenzwert in den vergangenen vier Wochen bundesweit verdoppelt hat. Ein möglicher Grund hierfür ist das vermehrte Testen in Schulen und Kitas, aber auch die absteckenden Virus-Mutationen sieht Wieler als Ursache. 

Bis die Impfstoffe für Kinder und Jugendliche zugelassen werden, bleibt zu hoffen, dass durch die Verabreichung der Impfstoffe an Erwachsene, das Infektionsgeschehen insgesamt zurückgedrängt werden kann – so könnten auch Kinder geschützt werden.

Video: Corona-Impfung für Kinder –Großbritannien will im August starten

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