28. Mai 2021
Corona-Impfung bei Kindern: Biontech-Vakzin ab 12 Jahren

Corona-Impfung bei Kindern: Ema empfiehlt Zulassung für Biontech-Impfstoff ab 12 Jahren

Die Corona-Impfstoffe sind bislang für Erwachsene und nicht für Kinder zugelassen worden – das ändert sich nun! Die Europäische Arzneimittelagentur gibt den ersten Corona-Impfstoff für Kinder ab 12 Jahren frei.

Bei der Corona-Schutzimpfung gilt, dass diese nur an getestete Personengruppen verabreicht werden darf. Aus diesem Grund wurden bei der Verteilung der drei zugelassenen Impfstoffe Kinder und Jugendliche zurzeit noch nicht berücksichtigt – bis jetzt.

Corona-Impfstoff für Kinder ab 12 Jahren von EMA zugelassen

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) empfiehlt, den Impfstoff von Biontech/Pfizer für die Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen freizugeben. Nach dieser Empfehlung entscheidet nun die EU-Kommission gemeinsam mit den Mitgliedstaaten formell über die Zulassung in der EU. Beim heutigen Impfgipfel haben sich Bund und Länder geeinigt, dass ab dem 7. Juni Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren in Deutschland geimpft werden, sofern die EU-Behörde grünes Licht gibt.

Studie: 100 Prozent Wirksamkeit des Biontech-Impfstoffs

Zuvor hatten schon die kanadische und amerikanische Aufsichtsbehörden den Corona-Impfstoff für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen. Eine klinische Studie mit knapp 2300 Probanden im Alter von 12 bis 15 Jahren habe eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt, lauteten die Ergebnisse Ende März. Das Unternehmen erklärte, dass die Impfung gut zu vertragen sei und es die gleichen Nebenwirkungen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren gebe. Nach Erhalt der ersten Impfdosis werden die Studienteilnehmer aus Sicherheitsgründen noch bis zu zwei Jahre weiter beobachtet.

Parallel läuft eine Studie zur Wirkung und Sicherheit des Corona-Impfstoffs bei Kindern im Alter zwischen sechs Monate bis einschließlich elf Jahren. BioNTech rechnet, bis September Daten hierzu zu veröffentlichen. Bis die ersten Kinder mit dem Vakzin geimpft werden, kann es noch dauern.

AstraZeneca testet seit Februar seinen Impfstoff an 300 Freiwilligen im Alter von sechs bis 17 Jahren.

Im vergangenen Dezember begann Moderna eine Studie mit 3000 Minderjährigen in den USA. Zwei Drittel der Teilnehmer bekommen den Impfstoff, der Rest ein Placebo. Die Jugendlichen werden im Abstand von einem Monat zweimal geimpft und danach 13 Monate lang begleitet. Der Abschluss der Studie soll Mitte 2022 erfolgen.

Corona-Impfung bei Kindern: Nebenwirkungen ausschließen!

Aus ethischen Gründen ist es laut Robert-Koch-Institut nicht möglich, dass Kinder bei der Entwicklung der Impfstoffe vorgesehen werden. Vor der klinischen Prüfung an Kindern muss sichergestellt sein, dass in den Studien bei Erwachsenen keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgetreten sind. „Je jünger der Mensch ist, desto ausgeprägter kann er reagieren und desto stärker sind eventuell auch Nebenwirkungen“, sagte Professor Fred Zepp, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Mainz und Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO) gegenüber dem Tagesspiegel.

Die Impfstoffe könnten laut Fred Zepp längere und größere Auswirkungen auf den anhaltenden Entwicklungsprozess haben als bei Erwachsenen. Der kindliche Organismus befindet sich in einem anhaltenden Entwicklungsprozess und ist daher besonders gegen störende Einflüsse anfälliger. Zum Beispiel könnten die Entwicklung von Organen oder das Wachstum beeinträchtigt werden. Der Corona-Impfstoff für Kinder muss maßgeschneidert sein – die richtigen Dosen für Babys, Kindergarten- und Schulkindern müssen genau ermitteln werden.

Infektionszahlen nehmen bei Kindern und Jugendlichen zu

Bislang war auch die Notwendigkeit größer, ältere Personen und Risikogruppen vor Covid-19 mit einer Impfung zu schützen, da das Infektionsrisiko deutlich höher ist als beispielsweise bei Kita- und Grundschulkinder. Diese erkranken weniger schwer und häufig an einer Coronainfektion als Erwachsene und treiben daher das Infektionsgeschehen nicht in besonderer Weise an. Allerdings steigen die Infektionszahlen auch bei Kindern und Jugendlichen. Im Gespräch mit der Tagesschau sagte Lothar Wieler, Leiter des Robert Koch-Instituts (RKI), dass sich bei Kindern unter 15 Jahren der Inzidenzwert in den vergangenen vier Wochen bundesweit verdoppelt hat. Ein möglicher Grund hierfür ist das vermehrte Testen in Schulen und Kitas, aber auch die absteckenden Virus-Mutationen sieht Wieler als Ursache. 

Bis die Impfstoffe für Kinder und Jugendliche zugelassen werden, bleibt zu hoffen, dass durch die Verabreichung der Impfstoffe an Erwachsene, das Infektionsgeschehen insgesamt zurückgedrängt werden kann – so könnten auch Kinder geschützt werden.

Video: Corona-Impfung für Kinder – Großbritannien will im August starten

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