5. Mai 2021
Corona-Impftermin verpasst? Das müssen Sie tun!

Corona-Impfung: Was passiert, wenn ich meinen Impftermin nicht wahrnehmen kann?

Mehr und mehr Menschen werden gegen das Coronavirus geimpft. Doch was passiert, wenn man seinen vereinbarten Impftermin nicht wahrnehmen kann oder ihn vergisst? Das müssen Sie wissen!

Deutschland krempelt die Ärmel hoch und ist bereit für die Corona-Schutzimpfung, die schätzungsweise in rund 400 Impfzentren und in Arztpraxen verabreicht wird. Solange die Impfstoffmenge begrenzt ist, wird nach Priorisierung geimpft. Wer zu welcher Impfgruppe gehört, finden Sie in der aktuellen Impfverordnung. Um die Corona-Impfung zu erhalten, müssen Sie vorher einen Termin im Impfzentrum oder bei Ihrem Hausarzt vereinbaren. Was Sie zur Terminvergabe wissen müssen und was Sie im Falle von einer Terminverschiebung wissen müssen, erklären wir Ihnen im Detail genauer.

Impfzentrum: Wie und wo erhalte ich einen Impftermin?

Bevor Sie einen Termin vereinbaren, müssen Sie sich vorab online oder telefonisch registrieren. Auf den Webseiten der Bundesregierung oder der Kassenärztlichen Bundesvereinigung können Sie sich genauer zur jeweiligen Regelung in Ihrem Bundesland informieren und werden auf entsprechende Seiten weitergeleitet. Danach erfolgt die Verteilung der Termine zum Impfen, die über die jeweiligen Bundesländer organisiert werden.

Sie können auch telefonisch unter 116117 Ihren Termin beim ärztlichen Bereitschaftsdienst ausmachen. Da es allerdings zu längeren Wartezeiten kommen kann, sollten Sie besser die entsprechenden Online-Buchungssysteme der einzelnen Länder nutzen. 

Sie können Ihren Impftermin nicht wahrnehmen?

Sie können Ihren Impftermin online über die Buchungs-Plattform www.116117.de verschieben. Vermeiden Sie unbedingt eine kurzfristige Verlegung, da die Bereitstellung des Impfstoffes einen zeitlichen Vorlauf benötigt. Alternativ können Sie auch telefonisch Ihren Termin unter 116117 absagen. Halten Sie Ihren Vermittlungscode parat, den Sie nach der Registrierung bekommen haben. Wie lange der Vermittlungscode gültig ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.

Denken Sie dran, dass sich mit der Verschiebung Ihres ersten Impftermins auch Ihr zweiter Termin neu vereinbart werden bzw. abgesagt werden muss. Der volle Impfschutz wird erst dann erreicht, wenn Sie zwei Impfungen erhalten haben. Aus diesem Grund werden beide Impftermine zusammen vergeben. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die zweite Impfung in einem Abstand von 21 bis 42 Tagen. Wenn Sie in diesem Zeitraum die Zweitimpfung nicht erhalten, müssen Sie von vorne beginnen und erneut die erste Impfdosis erhalten. 

Wenn Sie Ihren Impftermin in dringenden Ausnahmefällen, wie hohes Fieber, nicht wahrnehmen können, sagen Sie ihn unbedingt im Impfzentrum ab und vereinbaren Sie einen neuen Termin. 

AstraZeneca-Impfstopp: Impftermine wurden abgesagt

Aufgrund des viertägigen Impfstopps vom AstraZeneca-Impfstoff mussten bundesweit tausende von Terminen abgesagt und verschoben werden. Im Zusammenhang mit der Impfung von AstraZeneca gab es einige, seltene Fälle von Hirnvenenthrombosen. Da die Organisation der Einsatztermine Ländersache ist, regeln diese auch die Ersatztermine für die ausgefallenen Impfungen. Betroffene brauchen sich nicht um einen neuen Impftermin bemühen. Sie erhalten ihren neuen Termin per E-Mail. Um die ausgefallenen Impfungen nachzuholen, werden wahrscheinlich die Öffnungszeiten in den Impfzentren ausgeweitet.

AstraZeneca-Impfung für 60 bis 69-Jährige

Nach dem Impfstopp beschlossen Bund und Länder, den AstraZeneca-Impfstoff nur noch an 60 bis 69-Jährige zu verteilen, da diese Altersgruppe ein geringeres Risiko hat, an einer seltenen Hirnvenenthrombose zu erkranken. Wer unter 60 Jahren ist und bereits eine erste Impfung mit AstraZeneca erhalten hat, soll seine Zweitimpfung mit BioNTech oder Moderna bekommen.

Corona-Impftermin verpasst: Muss ich mich wieder hinten anstellen?

Seien Sie am Tag der Impfung pünktlich. Wenn Sie im Stau stehen oder aus anderen Gründen sich verspäten sollten, kommen Sie trotzdem ins Impfzentrum und melden Sie sich vor Ort. Wenn Sie Ihren Impftermin vergessen haben, melden Sie sich ebenfalls telefonisch oder online und vereinbaren Sie einen neuen Termin. Hierfür können Sie Ihren Vermittlungscode verwenden. Angela Merkel kündigte beim letzten Corona-Gipfel an, dass an einem geeigneten Nachrückverfahren zurzeit noch gearbeitet wird.
Wichtig: Nach zweimaliger Absage Ihrer Termine verliert Ihr Vermittlungscode seine Gültigkeit und Sie müssen einen neuen beantragen.

Kann ich an meinen Impftermin weitergeben?

Es ist nicht möglich, dass Sie Ihren Termin an einen Verwandten oder an eine befreundete Person weitergeben. Die Einladungen zur Corona-Schutzimpfung sind personenbezogen und werden in der Reihenfolge der Vorgaben der Coronavirus-Impfverordnung versandt. Die Impfungen erfolgen grundsätzlich nach der Reihenfolge der Vorgaben der Coronavirus-Impfverordnung. Nach derzeitigen Informationen können Sie sich zu einem späteren Zeitpunkt impfen lassen. Wie lange Sie auf einen erneuten Impftermin warten müssen, kann pauschal zum aktuellen Zeitpunkt nicht gesagt werden. Dies hängt unter anderem von der Impfauslastung in Ihrem zuständigen Impfzentrum oder von den verfügbaren Mengen an Impfstoffen ab.

Auch lesenswert: Wie lange wirken eigentlich die Corona-Impfstoffe? >>

Seit April: Corona-Impfung beim Hausarzt

Seit dem 6. April dürfen auch bundesweit 35.000 Hausärzte die Corona-Impfung in ihren Praxen verabreichen. Nachdem die Impfstoffe noch im April begrenzt waren, werden im Mai und Juni mehr als 3 Millionen Impfdosen wöchentlich erwartet. Der entscheidende Vorteil gegenüber der Abwicklung im Impfzentrum ist, dass hier die Terminvergabe deutlich unkomplizierter abläuft. Die Hausärzte nehmen Kontakt zu Ihren Patienten auf und laden Sie zur Impfung ein. Umgekehrt können auch Sie Ihren Hausarzt telefonisch um einen Termin bitten. Bedenken Sie jedoch, dass auch hier die festgelegte Impfpriorisierung gilt und daher Personen, die einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind, Vorrang haben.  

Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier: Corona-Impfung beim Hausarzt: Wie läuft die Impfstoff-Verteilung in den Praxen ab? >>

Impfpriorisierung soll im Juni aufgehoben werden

Nach dem letzten Impfgipfel zwischen Bund und Ländern soll die festgelegte Impfreihenfolge im Juni aufgehoben werden. Die Voraussetzung ist, dass die von Deutschland bestellten Impfstoffe wie geplant geliefert werden müssen. Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel erwarte man im zweiten Quartal 80 Millionen Impfdosen. 50 Millionen stammen vom Hersteller BioNTech/Pfizer. Ein Ende der Priorisierung heiße aber nicht, dass „dann jeder sofort geimpft werden kann“, betonte Merkel. Doch es könne sich dann jeder um einen Impftermin bemühen.

Video: Die wichtigsten Fragen zur Corona-Impfung: Das müssen Sie wissen!

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