18. Mai 2021
Booster-Impfung: Dritte Impfung ab Herbst möglich

Booster-Impfung: Dritte Impfung ab Herbst möglich

Im Herbst könnte es bereits eine dritte Booster-Impfung geben, die noch wirksamer gegen die Virusmutationen schützt und die als Auffrischung für bereits vollständige geimpfte Personen dient. Aktuell passen die Impfstoffhersteller ihre Vakzine an.

Die Impfkampagne hat in den letzten Wochen an Fahrt aufgenommen und täglich werden mehr und mehr Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Ab Herbst könnte es die dritte Booster-Impfung geben, die besonders wirksam gegenüber den Mutationen aus Südafrika und Brasilien ist. Vorreiter ist Großbritannien. Dort sollen ab September Menschen über 70 Jahren ein drittes Mal geimpft werden. Danach sollen medizinisches Personal und Pflegekräfte die Impfauffrischung erhalten.

Booster-Impfung wirksam gegen Virusmutationen

Die Impfstoffe wie BioNTech, Moderna und AstraZeneca schützen langfristig weniger gut gegen die Mutationen. Mithilfe einer dritten Impfung kann dem entgegengesetzt werden. Voraussetzung einer solchen Auffrischung ist, dass die Personen davor bereits vollständig geimpft sind. Die Booster-Impfung verstärkt demnach den bestehenden Impfschutz. Vor allem für Menschen, die einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt sind, ist eine dritte Impfung ratsam. „Das Virus wird uns nicht wieder verlassen. Die aktuellen Corona-Impfungen werden deswegen nicht die letzten sein“, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Wann es im Herbst genau in Deutschland zu möglichen Impfauffrischungen kommt, ist bislang noch unklar, da zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, wann die Erst- und Zweitimpfungen abgeschlossen sein werden. Virologe Christian Drosten befürwortete im Podcast Coronavirus-Update des NDR eine Auffrischung und verglich diese mit der jährlichen Grippeauffrischung. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet zeitnah mit einer dritten Impfung. Er geht von einer etwa sechs Monate anhaltenden Immunität der Impfstoffe aus. Gegenüber der Berliner Morgenpost sagte er: „Die erste Auffrischung wird deshalb für einige bereits im Herbst fällig sein.“ Es werde mit Sicherheit nicht bei einer Auffrischung bleiben, so Lauterbach. „Das Coronavirus und seine Mutanten werden uns noch auf absehbare Zeit beschäftigen.“

Pharmaunternehmen überarbeiten ihre Impfstoffe

Das Pharmaunternehmen BioNTech/Pfizer arbeitet zurzeit an einer möglichen Auffrischung seiner Corona-Impfstoffe. Bei den mRNA-Vakzinen ist es relativ einfach, diese an neue Mutationen anzupassen. Das Biotechunternehmen Moderna testet mehrere Booster-Impfstoffe. Der Europa-Chef Dan Staner hatte im Interview mit der Ärzte Zeitung erklärt, dass es am Ende nur eine Booster-Variante, nämlich die effizienteste, zur Zulassung eingereicht wird.

Bei den Vektorimpfstoffen von AstraZeneca und Johnson & Johnson ist es mit der Booster-Impfung schwierig. Eine zweite Impfung bringe keine stärkere Antikörper-Antwort. „Wir sehen bei dem AstraZeneca-Impfstoff, dass sich die Adenovirus-Vakzine kaum boosten lassen“, sagte Christian Münz, Professor für virale Immunbiologie an der Uni Zürich, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Ob nach einer vollständigen Impfung mit AstraZeneca eine Booster-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff infrage kommt, wird derzeit noch untersucht.


Quellen: Ärzte Zeitung, Frankfurter Rundschau, t-online, Morgenpost, Redaktionsnetzwerk Deutschland

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