Hundertjährige Was wir von den ältesten und gesündesten Menschen der Welt lernen können

Diäten oder moderne Verjüngungskuren kennen sie nicht: Die Bewohner der "Blue Zones" halten sich ganz natürlich fit und bleiben bis ins hohe Alter gesund. Wir verraten, wo und wie die gesündesten Menschen der Welt leben – und haben 7 Tipps, damit Sie genauso gesund altern.

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Was sind die Blue Zones?

Die Blue Zones sind 5 Gebiete auf der Erde, in denen eine erstaunlich hohe Zahl an Menschen ein stattliches Alter bei hervorragender Gesundheit erreicht. Die Bewohner der Blue Zones werden somit nicht nur besonders alt, sondern erhalten ihre Gesundheit und Fitness bis ins hohe Alter. Ein Traum für die meisten von uns. Denn durch die moderne Medizin werden wir zwar immer älter – die Lebenserwartung steigt – aber typische Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Diabetes Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen plagen uns bereits vor dem Renteneintritt. Der typische Lebensstil der westlichen Länder – viel sitzen, viel essen, wenig bewegen, ständiger Stress – beschleunigt den Alterungsprozess.

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Wie ernähren sich die Bewohner der Blue Zones?

Die 5 Blue Zones sind über die ganze Welt verteilt: Darunter sind die Bewohner von Ikaria in GriechenlandOkinawa in Japan, Ogliastra auf Sardinien, Nicoya in Costa Rica und die Siebenten-Tags-Adventisten in Loma Linda, Kalifornien. Es handelt sich also um völlig verschiedene Orte und Bevölkerungsgruppen der Erde. Auch die Ernährungsweise dieser Gruppen weist zum Teil sehr große Unterschiede auf. So besteht beispielsweise die Ernährung in Okinawa zu ganzen 67 Prozent aus Süßkartoffeln. In Nicoya und Sardinien sind ein Viertel der aufgenommenen Lebensmittel Milchprodukte. Die Siebenten-Tags-Adventisten in Loma Linda decken ihren Tagesbedarf zu 27 Prozent aus Obst. Zum Teil liegen sehr große Unterschiede in der Makronährstoffverteilung und den einzelnen Lebensmitteln vor. Die entscheidende Gemeinsamkeit ist jedoch, dass der größte Baustein stets pflanzenbasiert ist: Viel frisches Gemüse und Obst, Hülsenfrüchte sowie Vollkorngetreide und Kartoffeln. In allen Blue Zones fällt der Fleisch- und Fischverzehr äußerst gering aus. Welche Faktoren außer der Ernährung eine entscheidende Rolle im Leben der Blue Zone-Bewohner spielen, erfahren Sie in den folgenden 7 Tipps.

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7 Tipps für alle, die alt werden und gesund bleiben wollen

  1. Täglich bewegen: Die gesündesten Menschen sind nicht unbedingt Leistungssportler oder gehen täglich ins Fitnessstudio. Sie bewegen sich jedoch jeden Tag. Sie gehen an der frischen Luft spazieren, fahren mit dem Fahrrad oder verrichten Gartenarbeit.
  2. Sinn des Lebens: Auf Okinawa nennt man es "Ikigai", in Nicoya "plan de vida" – seinem Leben einen Sinn geben und genügend Gründe haben, morgens aufzustehen. Suchen auch Sie sich daher genügend Gründe und einen Sinn im Leben.
  3. Abschalten: Akuter, kurzfristiger Stress ist nichts schlimmes, sondern macht uns sogar leistungsfähiger. Dauerhafter Stress macht jedoch krank. Planen Sie daher bewusst Momente der Ruhe in Ihren Alltag ein. In den Blue Zones ist für jeden etwas dabei: Auf Okinawa gedenkt man den Ahnen in Gebetsschreinen, die Adventisten in Loma Linda beten, auf Ikaria hält man Mittagsschlaf.
  4. Die 80-Prozent-Regel: Hören Sie auf zu essen, sobald Sie sich zu 80 Prozent satt fühlen. Auf Okinawa sagt man hierzu "Hara hachi bu" – ein 2500 Jahre altes konfuzianisches Mantra. Das Sättigungsgefühl braucht 20 Minuten, um vollständig einzutreten. Wenn Sie erst das Besteck weglegen, sobald Sie sich zu 100 Prozent satt fühlen, hatten Sie bereits zu viel.
  5. Pflanzenesser: Die Hundertjährigen der Blue Zones essen im Durchschnitt nur fünfmal pro Monat Fleisch. Ihre Proteine bekommen sie hauptsächlich über Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen sowie Soja.
  6. Ein Gläschen Wein darfs sein: Sie müssen nicht päpstlicher als der Papst leben. Denn die meisten Bewohner der Blue Zones trinken regelmäßig ein Gläschen Rotwein zum Abendessen. Die Betonung liegt jedoch auf Gläschen, da größere Mengen Alkohol deutlich mehr negative als positive Auswirkungen haben.
  7. Familiy first: Dass soziale Kontakte und ein Gefühl der Zugehörigkeit gut für uns sind, liegt nahe. Die Bewohner der Blue Zones beweisen jedoch, wie gesund es ist, Zeit mit seinen Angehörigkeiten, Freunden und Partnern zu verbringen. Wissenschaftler schätzen die gesteigerte Lebenserwartung durch regelmäßigen Kontakt zu Großeltern, Eltern und Kindern, sowie ein erfülltes Liebesleben, auf bis zu drei Jahre.
 
Datum: 18.11.2020
Autor: Jonas Heinrich