7. Oktober 2021
Behandlung mit der Magnetfeldtherapie – alle Fakten

Behandlung mit der Magnetfeldtherapie – alle Fakten

Die Magnetfeldtherapie kann verschiedene Beschwerden lindern. Wir erklären, welche Anwendungsgebiete es gibt, wie diese Art der Therapie funktioniert und worauf Patienten achten sollten. 

© iStock/gilaxia

Entzündungshemmend, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd, stoffwechselanregend – die Einsatzmöglichkeiten der Magnetfeldtherapie sind mannigfaltig. Das Naturheilverfahren wird immer häufiger als alternative Therapieform oder Ergänzung zur Schulmedizin eingesetzt. Eine regelmäßige kurze Behandlung mit der künstlichen Magnetströmung genügt, um eine positive Wirkweise im Körper zu spüren.

Magnetfeldtherapie erklärt

Um die körpereigenen Heilungsprozesse zu aktivieren, können künstlich generierte Magnetströme eingesetzt werden. Abhängig von der zu behandelnden Region und dem gewünschten Ziel werden Patienten wahlweise einem elektrischen Therapiegerät ausgesetzt.

Elektromagnetische Impulse stimulieren die Heilungsprozesse und Zellfunktionen. Aufgrund der guten Wirksamkeit kommt die Magnetfeldtherapie vor allem bei Entzündungsbeschwerden oder orthopädischen Leiden (beispielsweise Gelenkschmerzen oder Rheuma) zum Einsatz.

Wirkt die Magnetfeldtherapie und wenn ja, wie?

Für die pulsierende Magnetfeldtherapie gab es bereits mehrere Studien, welche die Wirkung bei Arthrose untersuchten. Bislang ist die Studienlage im Vergleich zu anderen Therapieansätzen jedoch noch immer äußerst gering. Bei der randomisierten kontrollierten Studie (u. a. von Bagnato GL et al.) aus dem Jahr 2016 wurden 66 Menschen mit dem Befund der Knie-Arthrose untersucht. Ziel war es, eine Aussage darüber zu treffen, ob die pulsierende Magnetfeldtherapie Patientenbeschwerden lindern kann.

Tabletten
© Jills/Pixabay
Die Magnetfeldtherapie soll positive Einflüsse auf Schmerzen, Entzündungen und sogar Depressionen haben. Deshalb wird sie auch als Ergänzung zu medikamentöser Behandlung genutzt.

Durchgeführt wurde diese Studie mit einem Placebo-Gerät und einer pulsierenden Magnetfeldtherapie. Das Ergebnis der Untersuchung war eindeutig: Die Schmerztoleranz der Patient bei der PEMF-Therapie verbesserte sich.

Die Magnetfeldtherapie soll sich vor allem positiv auf Entzündungsherde auswirken und das Immunsystem stärken. Gleichwohl zeigte sich bei einigen Untersuchungen auch, dass die Magnetfeldtherapie schmerzlindernd und vitalisierend wirkt, zur verbesserten Versorgung der Zellen mit Sauerstoff beiträgt.

Depressionen mit Magnettherapie lindern – der transkranielle Ansatz

Die transkranielle Magnetfeldtherapie ist ein Ansatz, um mentale Leiden zu lindern. Hierbei werden Magnetfelder ganz gezielt auf Gehirnregionen gerichtet. Das Universitätsklinikum Tübingen nutzt diesen Behandlungsansatz beispielsweise, um Depressionen zu lindern. Hierdurch sollen Patienten wieder mehr Aktivität im Alltag und mehr Klarheit im Kopf erleben. Das ohnmächtige Gefühl der Antriebslosigkeit oder der negativen Selbstwahrnehmung konnte ebenso bereits erfolgreich bei einigen TMS-Patienten gelindert werden.

Magnete direkt für die Körperstellen: der statische Therapieansatz erklärt

Die statische Therapie mithilfe von Magnetfeldern ist ein weiterer Ansatz. Hierbei werden Magnete auf die gewünschten Körperstellen (beispielsweise Narbengewebe) aufgelegt. Durch die magnetischen Einflüsse sollen punktuelle Schmerzen gelindert werden. Eine weitere Möglichkeit zur dauerhaften Schmerzbehandlung sind Magnete, die langfristig am Körper fixiert werden. Mittlerweile gibt es Bandagen, Magnetpflaster oder Armbänder, die eine Linderung bei der Schmerzbehandlung bringen sollen.

Auch zur Wirkweise des Magnetschmuggels gibt es (noch) keine zuverlässigen Studien. Die Armbänder sollen helfen, den Stoffwechsel anzuregen und das Immunsystem zu stärken. Außerdem wird ihnen eine beschleunigte Heilung und Reduzierung von Schwellungen (beispielsweise bei Gelenkproblemen oder Sportverletzungen) nachgesagt. Einige Magnetarmbänder sind zusätzlich mit Kristallen oder anderen Applikationen versehen, die eine zusätzliche Heilung bzw. positive Beeinflussung für den Körper bringen sollen. Zum Wahrheitsgehalt dieser Annahmen gibt es bisweilen ebenfalls noch keine Studiengrundlage.

Wirkung „unklar“ – IGeL-Monitor bei Magnetfeldtherapie verhalten

Bereits 2014 gelangte der IGeL-Monitor zu einem zurückhaltenden Urteil über die Magnetfeldtherapie. Laut Aussagen des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e. V. werden die Therapieansätze zwar bei einigen Ärzten zur Schmerzbehandlung angewandt, allerdings gibt es bislang keine evidenzbasierenden Aussagen. Zwar gibt es vereinzelte Studien, jedoch ist ihre Qualität äußerst schlecht, sodass keine verlässliche Aussagekraft möglich ist. Ein Grund, warum die Experten der IGeL-Kommission zu dem Schluss kommen, dass die Behandlung von Kreuzschmerzen mit Magnetfeldtherapie weder einen Schaden noch einen Nutzen bringt.

Ablauf der Magnettherapie-Behandlung

Um Linderung bei Rheuma oder anderen orthopädischen Erkrankungen zu erzielen, wird häufig eine medikamentöse mit Physiotherapie kombiniert. Häufig können Betroffene mit gezielten Übungen zu Hause Linderung erfahren, was auch mit der Magnetfeldtherapie möglich ist.

Es gibt zwei Magnetfeldtherapie-Arten: Behandlung mit dem pulsierenden Magnetfeld und dem statischen Magnetfeld. Das pulsierende Magnetfeld wird durch Strom generiert und gezielt für die betroffenen Körperstellen eingesetzt. Dabei können die Patienten sitzen oder liegen, um sich der Behandlung zu unterziehen.

Metallische Gegenstände müssen vor der Behandlung in der Magnet-Röhre entfernt werden, eine Entkleidung ist nicht notwendig. Wer möchte, kann die Magnettherapie auch zu Hause mit Heimgeräten durchführen. Vorteilhaft ist diese Variante vor allem, wenn die Erkrankung eine regelmäßige Anwendung der Magnetfeldtherapie erforderlich macht.

Nebenwirkungen bei der Magnettherapie

Die bisher realisierten Studien zeigen, dass die Magnettherapie keine negativen Nebenwirkungen hat. Sie ist für Patienten angenehm umsetzbar und schmerzlos. Allerdings können Nebenwirkungen wie eine erhöhte Wärmeempfindlichkeit oder ein temporäres Kribbeln auftreten.

Einige Patienten berichten, dass ihre Symptomatik mit der Magnettherapie zunächst verstärkt wird, sich aber bald Linderung einstellt. Doch nicht jeder sollte die Magnettherapie nutzen. Wer einen Herzschrittmacher, eine Insulinpumpe, Defibrillator oder andere Implantate hat, die elektronisch gesteuert werden, sollten unbedingt darauf verzichten. Die generierten magnetischen Felder könnten die Funktionsweise beeinflussen oder sogar schlimmstenfalls gänzlich außer Kraft setzen. Ungeeignet ist die Magnettherapie auch für Kleinkinder und Schwangere.

© PublicDomainPictures/Pixabay
Die verschiedenen Magnetfeldtherapie-Variante können sich positiv auf den gesamten Körper auswirken: Aktivierung der Selbstheilungskräfte, Stärkung des Immunsystems oder Förderung des Stoffwechsels.

Darauf sollten Patienten bei der Magnetfeldtherapie-Anwendung achten

Die Magnetfeldtherapie sollte stets unter Aufsicht geschehen. Vorsicht ist auch bei der therapeutischen Nutzung zu Hause geboten. Eine Vorabuntersuchung ist zwingend empfehlenswert, um mögliche andere gesundheitliche Beeinträchtigungen frühzeitig zu erkennen und den Therapieansatz anzupassen.

Da durch die Magnetfeldtherapie der Stoffwechsel angeregt wird, ist das Trinken eines großen Glas Wasser im Anschluss empfehlenswert. Damit werden die Nieren entlastet, denn sie müssen durch den gesteigerten Stoffwechselprozess deutlich mehr Abfallprodukte verarbeiten und ausscheiden. Das Wassertrinken unterstützt den Vorgang.

Muss ich für die Magnetfeldtherapie bezahlen?

Bisher ist die Magnetfeldtherapie eine sogenannte IGeL-Leistung. Das bedeutet, die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Aufwendungen dafür nicht. Wer eine Magnetfeldtherapie in Anspruch nehmen möchte, muss selbst zahlen. Durchschnittlich wird eine Magnetfeldtherapie-Sitzung mit Kostenaufwendungen zwischen sieben und 30 Euro kalkuliert.

Erfahrungen zeigen, dass die einzelne Sitzung häufig deutlich preisintensiver als ein vollständiger Behandlungsplan (bestehend beispielsweise aus 10–15 Sitzungen) ist. Wie bei vielen anderen Behandlungsmöglichkeiten am freien Markt auch können die Kosten bei Physiotherapeuten, Schulmedizinern oder anderen Anbietern variieren. Ein Preisvergleich vorab ist deshalb empfehlenswert, um die Behandlung zum fairen Preis zu erhalten.

Lade weitere Inhalte ...