13. April 2021
Autophagie: So aktivieren Sie Ihre Zellreinigung

Autophagie: So aktivieren Sie Ihre Zellreinigung

Autophagie ist ein lebenswichtiger Prozess, der auch als "körpereigene Müllabfuhr" bezeichnet wird. Diese Zellreinigung lässt sich durch bestimmte Lebensgewohnheiten beeinflussen und aktivieren, wodurch z. B. das Immunsystem gestärkt und die Lebensspanne verlängert werden. So machen Sie sich die Autophagie zunutze!

Autophagie: Das Reinigungsprogramm unserer Zellen

Autophagie setzt sich aus dem Griechischen "auto" für "selbst" und "phagein" für "essen" zusammen und bedeutet wörtlich übersetzt "sich selbst essen". Dieser natürliche Vorgang sorgt im Körper dafür, dass sich die Zellen selbst reinigen und schädliche Stoffe, unbrauchbare Eiweiße und alte Zellorganellen abtransportiert werden. Die Zelle hält sich jung und aktiv, indem sie ihre Schadstoffe ganz einfach recycelt.

Besonders im Fastenzustand, z.B. beim Intervallfasten, aktiviert der Körper die Autophagie, um z. B. bei einer Erkältung infizierte und tote Zellen sowie Krankheitserreger zu beseitigen. Das ist ein Grund, wieso das Hungergefühl bei einer Erkältung oder Grippe herabgesetzt wird. Kranke und kaputte Zellbestandteile entsorgt der Körper durch Autophagie einfach selbst. Doch die Autophagie kann noch viel mehr!

Autophagosomen: Das passiert mit dem Zellmüll

Im Prozess der Autophagie entstehen sogenannte Autophagosomen: Das sind kleine Zellorganellen, die nicht mehr gebrauchte Zellbestandteile, z.B. fehlgefaltete Proteine, aufnehmen bzw. "aufessen". Die vollgefressenen Autophagosomen verschmelzen dann mit den Lysosomen, welche Verdauungsenzyme enthalten. Mithilfe dieser kann der Zellmüll endgültig abgebaut und wiederverwertet werden: Die zelluläre Selbstreinigung ist vollendet.

Die Effekte der Autophagie

Stärkung des Immunsystems
Durch Autophagie werden die Fresszellen des Immunsystems aktiviert. Diese beseitigen infizierte und tote Zellen. Ebenso erkennen sie Krankheitserreger und bekämpfen diese.

Entzündungshemmung im Körper
Entzündliche Prozesse sind maßgebliche Ursachen für chronische Erkrankungen wie Gicht oder Alzheimer. Die Autophagie, die durch Fasten verstärkt wird, kann als Möglichkeit zur Behandlung und Vorbeugung solch chronisch-entzündlicher Krankheiten sein.

Vorbeugung von Depressionen
Regelmäßiges Fasten kann dafür sorgen, dass Depressionen vorgebeugt werden. Gleichzeitig dient die Autophagie als Methode zur Behandlung von Depressionen.

Verlängerung der Lebenserwartung
Zahlreiche Studien an Würmern und Mäusen haben bisher gezeigt, dass eine aktive Autophagie die Lebensspanne verlängern kann. Die Studienergebnisse lassen sich auf den Menschen übertragen. So leben Menschen, die häufiger fasten länger, da sich der Körper regeneriert und sich selbst jung hält.

Die Folgen einer eingeschränkten Autophagie

Bei einer langfristig eingeschränkten Zellreinigung können bestimmte Erkrankungen entstehen. Krankheiten, die im Zusammenhang mit einer verminderten Autophagie auftreten sind:

Die Autophagie aktivieren und beschleunigen

Durch bestimmte Maßnahmen können Sie Ihre Autophagie ganz einfach selbst beeinflussen und steuern. Besonders diese Methoden haben sich bewährt:

  1. Fasten
    Zu den stärksten Aktivatoren der Autophagie gehört das Fasten. Ab 12 Stunden ohne Nahrung verstärkt der Körper seine Zellreinigung. Nach ca. zwei bis drei Tagen erreicht sie ihren Höhepunkt. Wer so lange nicht fasten kann oder möchte, kann intermittierendes Fasten – auch Intervallfasten genannt – ausprobieren: Dabei wird 12 bis 16 Stunden nichts gegessen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass nach 12 Stunden ohne Nahrung Zellreinigungsprozesse und auch Wachstumshormone aktiviert werden.
  2. Sport
    Ausdauer- und Kraftsport, z. B. Ballsport, Krafttraining oder CrossFit, sowie hochintensives Intervalltraining (HIIT) aktivieren die Autophagie. Mehrmals pro Woche ausgeführt, sorgt Sport dafür, dass sich die Zellen reinigen und erneuern und der Körper jung und aktiv bleibt.
  3. Angepasstes Essverhalten
    Wer sich bis zu einem Grad von 80 Prozent satt isst, kann die Autophagie aktivieren und beschleunigen. Auch ein Kaloriendefizit, wie es beim Abnehmen benötigt wird, unterstützt diesen Prozess.
  4. Nahrungsmittel und Inhaltsstoffe
    Bestimmte Lebensmittel, Nährstoffe, Inhaltsstoffe und auch Medikamente aktivieren die Autophagie im Körper. Dazu gehören:
    Lebensmittel Inhaltsstoffe Medikamente
    Kaffee Vitamin D

    Die Diabetesmedikamente:

    Ingwer Curcumin
    Grüner Tee Resveratrol (in roten Trauben)
    Reishi (fernöstlicher Heilpilz) Spermidin (Nahrungsergänzungsmittel)
    Brokkoli Melatonin (Schlafhormon)

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