17. März 2021
AstraZeneca: Was passiert mit meiner 2. Impfung?

AstraZeneca: Was passiert mit meiner zweiten Impfung?

Die Impfungen mit AstraZeneca pausieren zurzeit. Personen, welche die erste Impfung bereits erhalten haben, fragen sich, wie es nun weitergeht. Reicht eine Impfung aus oder kann die zweite Dosis mit einem anderen Impfstoff verabreicht werden? Wir klären auf.

Vorübergehend werden alle Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff pausiert und die Impfstoffbehörde untersucht, ob Hirnvenenthrombosen und Blutgerinnsel im Zusammenhang mit der Impfung stehen. Wie die Tagesschau berichtete, werde die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) morgen ihre „abschließende Einschätzung“ zur Sicherheit des Mittels vorstellen – das sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides nach einer Videokonferenz mit den EU-Gesundheitsministern.

AstraZeneca: Zweite Dosis mit anderem Impfstoff? 

Aber was bedeutet das nun für die Menschen, die eine erste Impfdosis bereits erhalten haben und nun auf ihre zweite warten? Damit sich der Impfschutz vollkommen aufbauen kann, muss der Vektorimpfstoff in zwei Dosen, innerhalb von vier bis 12 Wochen, verabreicht werden.  
Das Bundesgesundheitsministerium äußerte sich nun hierzu. Zu der Frage, ob diejenigen, die eine Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten haben, nun mit einem anderen Impfstoff geimpft werden können, heißt es:

Das ist noch nicht klar. Allerdings ist man bereits mit einer Erstimpfung gut geschützt gegen einen schweren Verlauf einer Infektion. Eine Gefahr geht nicht davon aus, wenn man die zweite Impfung auslässt. Sollte der Impfstoff aber zugelassen bleiben, sollte man die zweite Impfung auf jeden Fall machen. Sie verstärkt den Schutz um ein Vielfaches. 

Auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) nimmt online in einer FAQ zur temporären Aussetzung des Impfstoffes Stellung. Das PEI spricht sich ebenfalls für eine Zweitimpfung aus, aber mit welchem Impfstoff, bleibt abzuwarten. „Zudem liegen derzeit noch keine Daten zu einer Kombination verschiedener Impfstoffe vor. Aktuell laufen hierzu Studien. Aus diesen Gründen sollte derzeit der Impfschutz nicht mit einem anderen Impfstoff komplettiert werden.“ Einen gewissen Impfschutz bietet bereits die Erstimpfung. Dieser besteht laut PEI auch nach Überschreiten des Impfabstands. Aus diesem Grund „sollten in Ruhe die Ergebnisse der aktuellen Überprüfung abgewartet werden.“

Virologe Drosten kritisiert AstraZeneca-Stopp

Der AstraZeneca-Impfstopp wird von Experten und Politikern kritisch gesehen. Virologe Christian Drosten sagte in seinem Podcast Coronavirus-Update, wie wichtig das AstraZeneca-Vakzin für die Bekämpfung der Pandemie ist: „Wir brauchen diese Impfung.“ Drosten und das RKI befürchten, dass die Inzidenz noch weiter steigt und nach Ostern bei 300 liegen könnte.

Bei der Hirnvenenthrombose handelt es sich eine sehr seltene Nebenwirkung, die bei der Impfung auftreten kann. „Sie wurde in Deutschland siebenmal bei insgesamt 1,6 Millionen geimpften Personen festgestellt“, so das PEI. Das Institut weist darauf hin, dass wer sich nach der AstraZeneca-Impfung in einem Zeitraum von vier bis 16 Tagen unwohl fühlt, gesteigerte Kopfschmerzen und punktförmige Hautblutungen hat, sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben sollte.

AstraZeneca: Warten auf die EMA-Ergebnisse – einige Länder impfen schon wieder

Lade weitere Inhalte ...