21. April 2021
AstraZeneca: Warum Sie sich impfen lassen sollten

AstraZeneca: Gründe für eine Impfung mit dem Vakzin

Der Impfstoff von AstraZeneca war in Verruf geraten, nachdem erste, wenige Fälle von Hirnvenenthrombosen bei jüngeren Menschen gemeldet wurden. Daher wird der Impfstoff aktuell an 60 bis 69-Jährige verteilt. Wir nennen Ihnen die Gründe, die für eine AstraZeneca-Impfung sprechen.

Der britisch-schwedische Impfstoff von AstraZeneca steht in der Kritik, seltene Hirnvenenthrombosen auszulösen. Aus diesem Grund stoppte die Bundesregierung Mitte März für vier Tage die Impfungen mit dem Vakzin, um einen möglichen Zusammenhang zwischen der Impfung und den Thrombosen festzustellen. Daraufhin liefen die Impfungen weiter, bis Ende März nach einem Beschluss von Bund und Ländern festgesetzt wurde, nur noch Menschen im Alter von 60 bis 69 Jahren mit AstraZeneca zu impfen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts hatte zuvor ihre Empfehlung abgegeben.

AstraZeneca: Warum Sie sich impfen lassen sollten

Galt AstraZeneca zu Beginn als Hoffnungsträger, schadeten ihm die Negativschlagzeilen und die auftretenden Thrombosefälle. Viele Menschen sind zu Recht verunsichert und sind gegenüber einer Impfung mit AstraZeneca – bzw. Vaxzevria, wie der Impfstoff nun heißt – eher skeptisch oder ablehnend. Allerdings gibt es auch entscheidende Gründe, die für eine Impfung mit dem Vektorimpfstoff sprechen.

1. Nutzen überwiegt Risiko
Es wurden sehr selten und wenige Fälle von Hirnvenenthrombosen gemeldet. Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) empfiehlt weiterhin uneingeschränkt die Anwendung des Corona-Impfstoffes von AstraZeneca. „Der Nutzen des Wirkstoffs bei der Bekämpfung von Covid-19 ist deutlich höher zu bewerten als die Risiken“, sagte EMA-Chefin Emer Cooke. Diese Ansicht vertritt auch Thomas Stammender, Virologe und Ärztlicher Direktor an der Universitätsklinik in Ulm. Gegenüber dem SWR sagte er, dass jedes Medikament Risiken berge, selbst einfache Schmerztabletten könnten tödliche Nebenwirkungen auslösen, so der Experte.

2. Höheres Sterberisiko für 60 bis 69-Jährige ohne Corona-Impfung
Das Sterberisiko im Falle einer Covid-19-Erkrankung ist für die Altersgruppe 60 bis 69 ohne AstraZeneca-Impfung höher als mit. „Das Risiko, an einer Covid-19-Erkrankung zu versterben, wenn man älter als 60 Jahre alt ist, ist fünfzigmal höher“, so Marianne Röbl-Mathieu von der STIKO. Betroffen sind vor allem Hochrisikopatienten, bei denen die Gefahr eines schweren Corona-Verlaufs besonders hoch ist.

3. 60 bis 69-Jährige werden teils früher geimpft
Die Bundesländer können nun entscheiden, ob die 60 bis 69-Jährigen früher geimpft werden. Allerdings fahren die einzelnen Länder unterschiedlich fort. Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Thüringen und Schleswig-Holstein teilten mit, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt von dieser Option noch keinen Gebrauch machen werden.
Die Zahl der älteren Menschen, die noch nicht geimpft seien, sei noch zu groß, hieß es. In Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen sieht das anders aus und nun werde auch Personen ab 60 Jahren geimpft. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rief die Über-60-Jährigen auf, das Impfangebot auch wahrzunehmen.

4. Corona-Pandemie eindämmen
Für Virologe Christian Drosten bedeutet der AstraZeneca-Impfstoff ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die Corona-Pandemie. „Wir haben in Deutschland die Chance, frühzeitig aus dieser Pandemie herauszukommen. Das kann im zweiten Quartal plötzlich Schlag auf Schlag gehen“, sagte Drosten im NDR-Podcast Coronavirus-Update. Die Infektiologin Susanne Herold warnte bereits vor einer vierten Welle, die uns zu Ende des Jahres erreichen könnte. „Wir müssen jetzt so schnell wie möglich durchimpfen. […] Wenn wir noch einmal in eine vierte Winterwelle kommen, wird es katastrophal.“

Video: Erstes Bundesland gibt AstraZeneca für alle frei

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