Schwangerschaftsrisiko Rhesusfaktor

A, B oder etwa 0? Für die meisten Deutschen ist ihre Blutgruppe eine unbekannte Größe. Dabei ist es wichtig, sie zu kennen

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Schwangerschaftsrisiko Rhesusfaktor

Auch der sogenannte Rhesusfaktor entscheidet darüber, wie gut eine Transfusion verläuft oder wie sich das Blut der Mutter mit dem ihres ungeborenen Babys verträgt. Entdeckt wurde dieses Blut-Merkmal 1940 bei Rhesusäffchen. „Rhesus-positiv“ bedeutet, dass auf den Blutzellen ein bestimmtes Antigen vorkommt, was bei etwa 80 bis 85 Prozent der Deutschen der Fall ist. Alle anderen sind „Rhesus-negativ“. Gegen diesen Rhesusfaktor können sich ebenfalls Antikörper bilden, was ein Problem für werdende Mütter sein kann. Vermischt sich zum Beispiel bei der ersten Geburt das Rhesuspositive Blut des Kindes mit dem negativen der Mutter, bilden sich spezielle Antikörper. Bei einer zweiten Geburt kann das dann zu Komplikationen führen. Durch ein Antiserum lässt sich diese Gefahr inzwischen vermeiden: Ein neuer DNA-Test, den Dr. Daniels vor einem Jahr entwickelt hat, zeigt das Risiko mit 96-prozentiger Sicherheit an.

Heute A, morgen B Unsere Blutgruppe erben wir von unseren Eltern und behalten sie ein Leben lang. Doch nach einer Knochenmarkstransplantation nimmt der Patient die Blutgruppe des Spenders an, weil die blutgruppenbestimmenden roten Blutkörperchen im Knochenmark gebildet werden. Bei einem 15-jährigen australischen Mädchen änderte sich die Blutgruppe nach einer Lebertransplantation von „0 Rhesus-negativ“ in „-positiv“. Ein Segen für den Teenager: Das Mädchen braucht dadurch keine Medikamente gegen Abstoßungsreaktionen mehr zu nehmen. Bei Darmkrebspatienten mit der Blutgruppe A beobachten Mediziner, dass ihre Blutgruppe sich zu AB ändert, weil der kranke Darm ein Spezial-Enzym produziert.

Autor: Dorothea Palte