Heißer Sommer Wie wirkt sich Hitze auf Medikamente aus?

Bei heißen Temperaturen im Sommer achten wir darauf, Lebensmittel nicht zu lange der Wärme auszusetzen. Doch auch bei Medikamenten sollten wir vorsichtig sein!

Medikamente

Medikamente richtig aufbewahren

Medikamente sollten Sie grundsätzlich immer an einem kühlen Ort mit wenig Luftfeuchtigkeit aufbewahren. Am besten eignet sich dafür eine Schublade oder ein Schränkchen im Flur oder Schlafzimmer. Bei Kindern sollten die Medikamente hoch genung gelagert werden. Bei aufgeheizten Wohnungen im Sommer kann es aber schon mal schwer werden, ein kühles Plätzchen zu suchen. Dann können Medikamente auch im Kühlschrank gelagert werden. Werden Medikamente nämlich zu heiß aufbewahrt, können sich Konsistenz, Farbe, Geruch und Wirksamkeit verändern. 

Hitzegeschädigte Medikamente erkennen

  • Cremes, Salben, Gele und Zäpfchen können ihre Konsistenz ändern und sich in ihre Bestandteile verflüssigen. Auch die Farbe und der Geruch können sich ändern.
  • Tabletten können durch Hitzeeinwirkungen Risse bekommen und sich verfärben.
  • Bei geschädigten Medikamenten kann sich die Verpackung aufblähen.

Temperaturempfindlichkeit bei Medikamenten

Die verschiedenen Darreichungsformen von Medikamenten haben unterschiedliche Verträglichkeiten gegenüber Hitze:

Tabletten
Dragees und Tabletten sollten immer bei einer mittleren Temperatur von 15 bis 25 Grad aufbewahrt werden. Temperaturen von 50 Grad, wie sie z.B. schnell im Auto erreicht wird, hält eine Tablette für ca. 30 Minuten aus. Danach kann es passieren, dass sie an Wirksamkeit verliert.

Salben, Creme und Gels
Flüssige Medikamente wie Cremes oder Salben können problemlos bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden. Bei heißen Temperaturen dürfen diese auch in den Kühlschrank, um das Zersetzen in seine Bestandteile zu verhindern. Sportgels oder Schmerzsalben haben so auch einen angenehmen Kühleffekt.

Flüssige Lösungen
Auch bei Lösungen wie Hustensaft sollten Sie darauf achten, das Medikament nicht unnötig der Sonne oder heißen Temperaturen auszusetzen. Es sollte nicht mehr verwendet werden, wenn sich die Konsistenz und ggf. der Geruch verändert haben. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. So gehören z.B. Insulin und manche Augen- und Ohrentropfen in den Kühlschrank. 

Zäpfchen
Bei Sonneneinstrahlung oder einer zu warmen Umgebungstemperatur können Zäpfchen schmelzen. Bei anschließenden Abkühlen werden sie wieder fest. Problematisch ist nun, dass der Wirkstoff ungleichmäßig verteilt ist und das Zäpfchen somit nicht mehr verwendet werden sollte.

Medikamente im Sommer sicher transportieren

Ob nur von der Apotheke nach Hause oder in den Urlaub: Achten Sie darauf, dass Ihre Medikamente nicht zu heiß oder gar zu kalt werden. Nutzen Sie deshalb eine Kühltasche für den Transport. Lassen Sie Medikamente nicht im Auto bzw. im Handschuhfach zurück, da die Temperaturen innerhalb weniger Minuten enorm ansteigen können. Sollten Sie Medikamente mit in den Urlaub nehmen müssen, transportieren Sie diese immer im Handgepäck. Im Frachtraum des Flugzeuges kann es unter anderem so kalt werden, dass Medikamente gefrieren und diese dadurch Schaden nehmen, z.B. bei Insulin.

Autor: Christina Liersch