Crash-Diäten Thonon-Diät & Co. - das macht sie so gefährlich

Schon das Wort "Diät" wird mit Verzicht assoziiert. Und darum geht es bei vielen Diäten auch. Durch das Weglassen bestimmter Lebensmittel, sollen so in kürzester Zeit die Kilos purzeln. Warum genau diese Strategie ungesund ist, erklären wir hier!

Salat mi Ei

Was soll der Hype um die Thonon-Diät?

Die Thonon-Diät verspricht, innerhalb kürzester Zeit viel abzunehmen. Sie soll auf einer proteinreichen, aber sehr kalorienarmen Kost ohne Kohlenhydrate basieren. Im französischen Kurort Thonon-les-Bains entwickelt, soll die Diät dort unter ärztlicher Kontrolle im Krankenhaus Anwendung finden. Der Speiseplan umfasst drei Mahlzeiten pro Tag mit einer Gesamtkalorienmenge von gerade einmal 600 bis 800 Kalorien. Gegessen wird vor allem nach dem ketogenen Prinzip: viele Fette und Proteine. Kohlenhydrate und Zucker werden auf ein Minimum reduziert. 
Die Diät dauert zwei Wochen. Im Anschluss wird eine Stabilisierungswoche mit 1200 bis 1500 Kalorien pro Tag empfohlen. Somit soll angeblich der Jojo-Effekt ausbleiben. Die Diät verspricht eine schnelle Gewichtsreduktion, von ganzen 10 Kilo in 14 Tagen. Aber ist das überhaupt möglich und gar gesund?

Das Problem diverser Diäten

Sogenannte Crash-Diäten basieren eigentlich immer darauf, in kürzester Zeit viel zu erreichen bzw. abzunehmen. Dabei wird je nach Diät-Form auf bestimmte Lebensmittel oder gar auf ganze Makronährstoffe, z.B. Kohlenhydrate, verzichtet. Zudem ist die Kalorienzufuhr eingeschränkt, sodass der Körper nicht mehr ausreichend mit Energie versorgt wird, um einwandfrei zu funktionieren. Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen und noch viele mehr, sind klassische Symptome, dass dem Körper zu wenig Nahrung zugeführt wird. Besonders problematisch ist jedoch, dass der Körper bei eingeschränkter Kalorienzufuhr bevorzugt Muskulatur statt Fett abbaut, wodurch der Gesamtkalorienverbrauch auf Dauer sinkt. Der Jojo-Effekt tritt somit viel wahrscheinlicher ein.

Nachteile und Auswirkungen der Diäten

  • Magen- und Darmprobleme
    Durch die ballaststoffarme oder sehr einseitige Ernährung kann es zu Magen- und Darmbeschwerden kommen. Ein Blähbauch, Durchfall oder Verstopfung sind keine Seltenheit. Und noch viel schlimmer: das ständige Hungergefühl.
     
  • Verlust von Muskulatur
    Bekommt der Körper nicht die Energie, die er braucht, um alle Organe ausreichend mit Energie zu versorgen (Grundumsatz), greift er auf die Muskulatur zurück. Dies hat zur Folge, dass der Energieverbrauch des Körper sinkt. Isst die Person nach der Diät wieder die gleiche Kalorienanzahl, isst sie somit im Überschuss und nimmt zu. Ein Teufelskreis beginnt.
     
  • Vitamin- und Mineralstoffmangel
    Mit einer Diät-Ernährung ist eine Mangel an Vitaminen und Nährstoffen nicht weit. Diese braucht der Körper jedoch, um Hormone und Enzyme zu bilden, Nährstoffe aufzunehmen und im Allgemeinen den Körper mit einer gesunden Funktion auszustatten.
     
  • Hormonchaos
    Durch Crash-Diäten bekommt der Körper gesagt, dass es jetzt eine schwere Zeit ist und somit kein Zeitpunkt für ein Kind. Er fährt seine Hormonproduktion herunter, wodurch es zu einem gestörten Menstruationszyklus kommen kann und die Periode ausbleibt. Dadurch wird auch die Stabilität der Knochen negativ beeinflusst, wodurch sich im Alter das Risiko für Osteoporose enorm erhöht. Selbst kurzfristige Radikaldiäten haben Auswirkung.

Abnehmen: Wie geht es richtig?

Schritt für Schritt zum Wunschgewicht

  1. Lebensstil bewusst machen
    Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Ernährungs- und Bewegungewohnheiten und schauen Sie, an welchen Punkten Sie etwas ändern können. Gehen Sie dabei schrittweise vor.
     
  2. Klein anfangen
    Alles auf einmal umzustellen, bringt nichts. Stattdessen fällt man schnell in alte Gewohnheiten zurück. Ändern Sie deshalb zunächst nur eine Sache, z.B. mehr Gemüse ins Essen einzubringen oder ab jetzt nur noch die Treppe statt Lift und Rolltreppe zu nehmen. Steigern Sie sich langsam.
     
  3. Die Ernährung
    Setzen Sie auf eine Mischkost, in der alle Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fett, und Eiweiß) abgedeckt werden. Eiweiß verhindert, dass Muskulatur abgebaut wird, Fette regeln das Hormonsystem und unterstützen die Aufnahme von Nährstoffen und Kohlenhydrate geben Energie.
     
  4. Der Kalorienverbrauch
    Mit zahlreichen Kalorienrechnern im Internet können Sie Ihren Kalorienbedarf ausrechnen. Um ein besseres Gefühl für Lebensmittel und Portionsgrößen zu bekommen, können Sie vorübergehend Kalorien zählen. Apps wie FddB, Yazio und Myfitnesspal (Android & iOS )machen das zu einem Kinderspiel. Das Ziel: ein moderates Kaloriendefizit. Stark übergewichtige Personen können dabei ein größeres Defizit einbauen als nur leicht übergewichtige oder schlanke Personen. Wie Sie Ihren Kalorienbedarf berechnen, lesen Sie hier >>
     
  5. Bewegung
    Niemand muss täglich eine Stunde schwer trainieren. Bauen Sie Bewegung in Ihren Alltag ein. Gehen Sie viel Spazieren, nehmen das Fahrrad oder suchen Sie sich einen Sport, der Ihnen wirklich Spaß bringt. 
     
  6. Durchhalten
    Eine Abnahme ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Überlegen Sie, wie lange es gedauert hat zuzunehmen. Das ging nicht von heute auf Morgen. So ist es auch beim Abnehmen. Zwei bis drei Kilo Fett pro Monat sind schon eine ganze Menge. Das sind etwa acht bis 12 Päckchen Butter. 

Fazit

Crash-Diäten sind weder für den Körper noch für die Psyche gesund. Die Zahl auf der Waage sinkt zwar, aber die Fettpölsterchen bleiben trotzdem. Gesund und nachhaltig geht nur mit einer langfristigen Ernährungs- und Lebensumstellung.

Datum: 13.08.2020

Autor: Christina Liersch

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