Vitamin K und die Blutgerinnung Warum grünes Blattgemüse bei Zahnfleischbluten hilft!

Vitamin K ist unverzichtbar für die Blutgerinnung, Gefäße und den gesamten Organismus. Wir verraten warum! Außerdem erfahrt ihr, wie ihr einen Vitamin K-Mangel feststellen könnt und in welchen Lebensmitteln Vitamin K vorkommt.

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Was ist Vitamin K?

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Formen des Vitamin K - das Vitamin K1 (Phyllochinon), das Vitamin K2 (Menachinon) und das Vitamin K3 (Menadion). Das Vitamin K1 ist ein rein pflanzliches Vitamin und kann besonders gut über grünes Gemüse aufgenommen werden. Beim Vitamin K2 handelt es sich um einen Vitalstoff, der von Mikroorganismen gebildet wird - unter anderem auch von unseren Darmbakterien. Die dritte Form des Vitamin K, das K3, spielt in eurer Ernährung keine Rolle. Es kommt nicht in natürlicher Form vor und wirkt sogar toxisch. Aus diesem Grund ist es in der Humanmedizin auch seit vielen Jahren verboten.

Warum benötigt unser Körper Vitamin K?

Das Vitamin K spielt eine sehr wichtige Rolle im menschlichen Körper, denn es ist maßgeblich für die Beschaffenheit der Zähne, Knochen, Herz, Gefäße und Blut verantwortlich. Das Vitamin K sorgt dafür, dass die Blutgerinnung reguliert wird und dass sich das Kalzium nicht an den Gefäßinnenwänden festsetzt. Genauso wie das Vitamin A oder das Vitamin C gehört auch das Vitamin K zu den fettlöslichen Vitaminen. Damit es optimal von eurem Körper aufgenommen werden kann, benötigt es also Fett - bestenfalls gesunde Öle.

Was das Vitamin K für unseren Körper tut und wovor es schützt

Die Regulierung der Blutgerinnung ist eine Hauptaufgabe des Vitamins K. Wer zu wenig Vitamin K zu sich nimmt, riskiert eine schlechte Blutgerinnung und alle damit verbundenen Symptome, wie Zahnfleischbluten, blaue Flecken, Einblutungen an den Schleimhäuten etc.

Neben der Blutgerinnung gehört auch die Vermeidung von Arterienverkalkung zu den Aufgaben dieses Vitamins. Es zieht überschüssiges Kalzium aus dem Blut und sorgt damit dafür, dass es sich nicht oder nur in deutlich reduziertem Ausmaß an die Arterien anlagern kann. Auch Nierensteinen - also die Ablagerung von Kalzium in den Nieren - kann durch eine ausreichende Vitamin K-Zufuhr wirksam vorgebeugt werden. Besonders beeindruckend ist, dass eine ausreichende Vitamin K-Zufuhr Verkalkungen in den Arterien laut jüngsten Studien sogar teilweise rückgängig machen kann. Zudem bildet das Vitamin K in Verbindung mit Vitamin D die sogenannten Matrix GLA Proteine (MGP), die das Risiko für Gefäßerkrankungen noch einmal zusätzlich senken.

Eine der wichtigsten Eigenschaften des Vitamin K ist somit jene, dass es Kalzium aus dem Blut filtert, damit es nicht dort abgelagert wird, wo es gefährlich werden kann. Dadurch sorgt das Vitamin K im Umkehrschluss dafür, dass Kalzium an anderer Stelle auf positive Weise verwendet werden kann, wie etwa für den Knochenaufbau oder an den Zähnen. Eine ausreichende Vitamin K-Zufuhr wird daher auch maßgeblich mit der Osteoporose-Prophylaxe in Verbindung gebracht.

Wie hoch ist der tägliche Bedarf an Vitamin K?

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. werden folgende Schätzwerte für eine angemessene Vitamin K-Zufuhr empfohlen:

Kinder je nach Alter zwischen 15 und 50 µg/Tag
Frauen ab dem 19. Lebensjahr 60 µg/Tag
Männer ab dem 19. Lebensjahr 70 µg/Tag
Frauen ab dem 51. Lebensjahr 65 µg/Tag
Männer ab dem 51. Lebensjahr 80 µg/Tag

Bei stillenden und schwangeren Frauen liegt der empfohlene Tagesbedarf laut DGE bei 60 µg/Tag.

Lebensmittel mit hohem Vitamin K-Gehalt

Damit ihr euren täglichen Vitamin K-Gehalt decken könnt, solltet ihr auf folgende Lebensmittel nicht verzichten:

  • Grünes Gemüse: Grünes Blattgemüse, wie verschiedene Blattsalate oder Spinat sind wunderbare Vitamin K-Lieferanten. Außerdem punkten sie mit vielen anderen gesunden Eigenschaften. Tipp: Wenn ihr euren Anteil an grünem Blattgemüse steigern wollt, eignen sich frische, grüne Smoothies wunderbar.
  • Blätter der Roten Beete: Die Blätter der roten Beete sind deutlich gesundheitsfördernder als die Knolle - unter anderem auch wegen des hohen Vitamin K-Gehalts.
  • Grünkohl: Neben Grünkohl sind auch Brokkoli, Rosenkohl, Weißkohl und Blumenkohl tolle Vitamin K-Lieferanten.
  • Kräuter: Insbesondere die Petersilie, aber auch Schnittlauch und andere Garten- und Wildkräuter liefern ebenfalls viel Vitamin K. 
  • Avocado: Auch die Avocado kann den täglichen Vitamin K-Gehalt abdecken. Zusätzlich liefert euch die Avocado aber auch noch wichtige gesunde Fette - die perfekte Kombination um fettlösliche Vitamine, wie das Vitamin K, optimal aufzunehmen.

Vitamin K-Mangel: Symptome, Ursachen und Hilfe

Ein Mangel an Vitamin K, in der Medizin als K-Hypovitaminose bezeichnet, ist bei gesunden Menschen eher unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Bei einer unausgewogenen Ernährung oder bei bestimmten Erkrankungen kann ein Vitamin K-Mangel durchaus auftreten. Um festzustellen, ob ihr an einem Vitamin K-Mangel leidet, nimmt euch euer Arzt Blut ab und lässt von einem Labor ein großes Blutbild erstellen. Über die daraus resultierenden Blutwerte stellt er fest, ob eine Mangelerkrankung vorliegt.

Ein typisches Symptom eines Vitamin K-Mangels ist verstärkte Blutung bei Verletzungen, Einblutungen an den Schleimhäuten und andere Folgen einer zu geringen Blutgerinnung. Schon bei geringsten Verletzungen entstehen große blaue Flecken, Zahnfleischbluten und Nasenbluten treten ebenfalls häufig auf. Richtig gefährlich kann ein Vitamin K-Mangel werden, wenn ihr an einem Magengeschwür oder ähnlichen Erkrankungen leidet, die bei einem Vitamin K-Mangel zu inneren Blutungen führen können.

Viel häufiger als schwere Mangelerkrankungen treten hingegen leichte Mangelerscheinungen auf. Diese äußern sich bei mangelhafter Vitamin K-Zufuhr zum Beispiel durch Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche und allgemeiner Abgeschlagenheit. Auch Kopfschmerzen können ein Indiz sein.

Auslöser eines Vitamin K-Mangels

Neben einer zu geringen Zufuhr an Vitamin K über die Ernährung gibt es auch noch einige andere Ursachen, die weit häufiger Auslöser für eine Vitamin K-Mangelerkrankung sind. Dazu gehören beispielsweise Stoffwechselstörungen oder verschiedene Darmerkrankungen, die die Produktion des Vitamin K2 hemmen, wie eine Glutenunverträglichkeit, Morbus Crohn oder Reizdarm. Auch Alkoholiker und ehemalige Alkoholkranke leiden häufig an einem Vitamin K-Mangel. Zudem kann ein Vitamin K-Mangel auch durch verschiedene Medikamente verursacht werden, die die Darmflora stören - wie zum Beispiel Antibiotika.

Ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin K-Mangel besteht außerdem bei Neugeborenen. Durch den Geburtsstress hat ein Baby einen erhöhten Vitamin K-Bedarf. Wird dieser nicht sofort gedeckt, kann es relativ schnell zu Mangelerscheinungen in Form von Blutgerinnungsstörungen kommen. Aus diesem Grund erhalten Neugeborene in den ersten Tagen nach der Geburt häufig vorbeugend ein Vitamin K-Supplement.

Vitamin K-Mangel - was tun?

Wer an einem starken Vitamin K-Mangel leidet, wird von seinem Arzt in der Regel ein Vitamin K-Supplement oder Medikament verschrieben bekommen. Hohe Dosen sorgen dafür, dass der leere Speicher rasch wieder aufgefüllt wird.

Zusätzlich zu einer medikamentösen Vitaminzugabe ist es langfristig wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Vitamin K-Lieferanten zu achten. Die besten Lebensmittel dafür wurden bereits vorgestellt. Grünes Blattgemüse, Avocado und Co. sollten also auf jedem Fall einen großen Platz in der künftigen Ernährung einnehmen und stets mit gesundem Fett verzehrt werden, um auch eine optimale Aufnahme sicherzustellen.

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