Mit Natur heilen 2500 Jahre alt - modern wie nie

Eine mehr als 2500 Jahre alte Theorie erlebt jetzt in der Medizin ein Comeback: Immer mehr Studien belegen, wie sanft und wirksam die vier „Urstoffe“ Erde, Feuer, Luft und Wasser viele Beschwerden lindern.

Vier-Elemente-Medizin

2500 Jahre alt - modern wie nie

Die griechischen Philosophen stritten heftig darüber, was (oder wer) die Welt im Innersten zusammenhält. Es ist das Wasser, verkündete Thales von Milet. Nein, die Luft, entgegnete Anaximenes. Unsinn, das Feuer ist der Urstoff, behauptete Heraklit. Empedokles (495–435 v. Chr.) stoppte den Zwist: Alles Sein bestehe aus den vier Elementen Erde, Feuer, Luft und Wasser, sagte er. Der Mensch und jedes Ding setze sich anteilig aus diesen Elementen zusammen. Kommt es im Körper zu einem Elemente-Ungleichgewicht, wird er krank. Ihn zu heilen, heißt im Sinne der Vier-Elemente-Lehre: den fehlenden Urstoff zuführen oder z. B. ein zu starkes Feuer ausleiten.

Die Elemente im Kurzportrait:


LUFT
Menschen, bei denen dieses Element dominiert, sind lebhaft. Folgende Behandlungsmethoden nutzen es: die Klimatherapie (Kur am Meer oder im Gebirge), die Speläotherapie (Aufenthalt in Stollen mit z. B. Radon-haltiger Luft), die Ganzkörper-Kältetherapie (kurzer Aufenthalt in bis zu -145 °C kalter Luft).

WASSER-Charaktere sind ruhig bis schwerfällig. Zur „Wasser-Medizin“ gehören: Kneippkuren, Balneo- oder Thalassotherapie (Behandlung mit Meerwasser), Heilbäder, Trinkkuren, Güsse, Inhalationen mit Wasserdampf.

ERDE steht für Verlässlichkeit, aber auch Schwermut. Folgende Methoden nutzen das Element: Moorbäder und -packungen, Fango (Behandlung mit Vulkanschlamm), Thalasso (Therapie mit Schlick) und Heilerde.

FEUER macht willensstark, aber auch jähzornig. Folgende „Feuer-Therapien“ gibt es: Hyperthermie (Überwärmung des Körpers mit Ultraschall, Mikrowellen oder 40–45 °C warmer Spülung), äußere Wärmeanwendungen (Packungen, Umschläge, Pflaster, Rotlicht, Wärmflasche, Heizkissen).