Krankmacher Serienmarathon: So ungesund ist Binge-Watching wirklich

Stundenlang auf dem Sofa liegen und sich berieseln lassen: Dass Serienmarathons nicht sonderlich gesund sind, ist naheliegend. Wir verraten Ihnen, was Binge-Watching wirklich mit Ihrem Körper macht und haben 5 Tipps gegen die gesundheitlichen Folgen.

Frau-TV-Popcorn

Was ist Binge-Watching?

Seit es Streaming-Portale gibt, gibt es auch Binge-Watching: Die Angewohnheit, stundenlang weiterzugucken, weil die Serie einen gepackt hat - oder weil automatisch die nächste Folge beginnt und man aus Trägheit oder Langeweile einfach weiterguckt. Da der exzessive Serienmarathon üblicherweise im Sitzen oder Liegen stattfindet, sind ungesunde Folgen für unseren Körper vorprogrammiert.

Wieso könnte ein Serienmarathon ungesund sein?

Seit Jahren wird Sitzen als das neue Rauchen bezeichnet, und da ist einiges dran: Eine riesige Zahl an Studien belegt, dass langes, ununterbrochenes Sitzen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen wie DiabetesÜbergewicht, aber auch Haltungsschwächen und sogar manche Krebsarten erhöht. Das gilt leider sowohl für das Sitzen am Schreibtisch, als auch für das Sitzen oder Liegen auf dem Sofa. Speziell zum modernen Phänomen des Binge-Watching gibt es nun neue Studienergebnisse.

Studienlage: Das macht der Serienmarathon mit Ihrem Körper

In dieser Hinsicht sind sich die Forscher einig: Exzessive Serienmarathons, also Binge-Watching, sind nicht gut für unsere Gesundheit. In den letzten Jahren sind viele Studien erschienen, die dies belegen. Die polnische Wissenschaftlerin Jolanta Starosta hat die Ergebnisse von 28 Studien zusammengetragen und daraus die folgenden gesundheitlichen Risiken abgeleitet:

  • Trockene Augen: Beim Starren auf den Bildschirm vergessen wir zu blinzeln. Dadurch werden die Augen nicht mit dem Tränenfilm befeuchtet und trocknen aus. Sie werden anfälliger für Reizungen und Rötungen.
  • Schlafdauer und -qualität leiden: Das blaue Licht der Bildschirme hemmt die Bildung des Schlafhormons Melatonin, womit Einschlafprobleme und eine verminderte Schlafqualität einhergehen. Der Nachtmodus, den man bei vielen Geräten einstellen kann, reduziert diesen Effekt nur bedingt.
  • Soziale Isolation mit möglichen psychischen Folgen wie Depression und Angstzustände
  • Übergewicht durch Bewegungsmangel und ungesunde Snacks
  • Suchtverhalten und Kontrollverlust: Man vernachlässigt seine Pflichten oder Hobbies, die das Leben bereichern.

Dazu kommen derzeit die Alltagsveränderungen durch die Corona-Pandemie. Eine im Juli 2020 erschienene Studie von Ayushi Dixit und ihrem Team untersuchte die Auswirkungen der Einschränkungen durch die Pandemie auf das Freizeitverhalten von 548 Erwachsenen (Durchschnittsalter 32,6 Jahre). Sie fanden heraus, dass der Medienkonsum und insbesondere das Binge-Watching seit Beginn der Pandemie bei etwa drei Viertel der Probanden deutlich gestiegen ist. Die meisten taten dies, um mit Langeweile, Stress und Einsamkeit fertig zu werden. Eine traurige Zusatzerkenntnis: Ein Viertel der Probanden hat versucht, ihre Seriemarathons einzuschränken, ist aber daran gescheitert. Damit Sie im Winter und zu Zeiten der Pandemie nicht dasselbe Schicksal ereilt, haben wir 5 Tipps für Sie.

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5 Tipps, um körperliche Schäden durch Serienmarathons zu verhindern

  1. Bewegungspausen einbauen: Nach jeder Folge 10 Minuten spazieren gehen. Oder alternativ beim Seriengucken Fitness- oder Dehnübungen machen. Ein Hometrainer (z.B. Crosstrainer) ist von Vorteil.
  2. Ein festes Limit setzen: Den täglichen Konsum von Netflix & Co. via App oder Stoppuhr auf maximal 2 Stunden begrenzen. Danach den Bildschirm ausschalten!
  3. Soziale Kontakte pflegen: Während der Pandemie einfach via Video-Chat die Lieblingsserie mit der besten Freundin gucken
  4. Wenn Snacks, dann gesundeRohkost sättigt, ist gesund und befriedigt das Nasch-Bedürfnis.
  5. Trockenen Augen vorbeugen: Zwischendurch immer wieder bewusst blinzeln und für einige Sekunden einen Punkt in der Ferne fokussieren.

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Datum: 12.11.2020

Autor: Jonas Heinrich